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Download : Vierteljahrsschrift Genealogie 1875

Publication date 1875
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Mark 1.0 Topics Genealogy
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Language German

 


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Die ausgestorbenen Geschlechter. Der Begriff und die geographische* Basis des Rheini- schen Adels waren in den Zeiten der deutschen Reichs- verfassung ein anderer und weiterer als jetzt. Während darunter jetzt nur noch die der „preussischen Rheinprovinz“ entstammenden oder darin seit längerer Zeit angesessenen Adelsgeschlechter verstanden werden, rechnete man bis zur französischen Revolution auch alle diejenigen dazu, welche überhaupt den Ländern des alten rheinischen Franziens (Francia rhenana) oder nach der Reichseintbeilung, dem oberrheinischen, kurrheinischen sowie dem niederrheini- schen Antheile am westfälischen Kreise angehörten, also den Adel der Kurfürstenthümer Cöln, Mainz, Pfalz, Trier rheini- schen Antheils, der Herzogtümer Jülich, Cleve, Berg, Gel- dern, den Fürstentümern Aremberg, Essen, Mörs, Nassau, Prüm, Salm und der übrigen zahlreichen zwischen ihnen lie- genden Reichsgraf- und Herrschaften, Abteien, Reichsstädte und reichsritterschaftlichen Territorien, im Ganzen an 200 reichs- unmittelbare Gebiete auf einem Areal von etwa 1000 Quadrat- meilen. Es ist dies der Standpunkt, von dem aus die älteren Wappenbücher, Herolds- und genealogischenWerke von Sicb- macher, Hattstein, Humbracht u. A. den rheinischen Adel behandeln. Der heutige Begriff schränkt ihn auf das Areal der »preussischen Rheinprovinz“, also die Hälfte des alten rheinischen ' 1 * Digitized by C^ooQle 4 Frankenlandes, 500 □ Meilen ein. Es ist dies auch unser Standpunkt.' Kein Land in Deutschland, selbst Schwaben nicht aus* genommen, „worin auf jeder Spanne Landes ein Bitter sass“, hatte im Mittelalter eine so zahlreiche, unruhige, in ewigen Fehden sich tummelnde Ritterschaft, wie der Rhein. Nirgend- wo aber ist auch der Adel durch die Macht der Verhältnisse in seinem Bestände, Besitze und Ansehen härter geschädigt worden, als am Bheine. Ausser der französischen Revolution, haben aber auch ältere, zum Theil selbstverschuldete Verhältnisse zu dem ra- schen Verfalle des rheinischen Adels beigetragen, welche hier kurz erläutert werden mögen. Vor Allem ein güterzerstörendes Erbrecht! Man kann als historisch erwiesen annehmen, dass der gesammte rheinische hohe Adel, also die Fürsten-, Grafen- und Edelherrn- (Dyna- sten-) Geschlechter aus den Freien und höheren Gefolgsleuten (antrustiones) des Frankenstammes hervorgegangen sind, mit- hin die Erbfolge der Lex salica, d. h. die Vererbung des Stammgutes (terra aviatica, terra salica) im „Mannsstamme“, also mit Ausschluss der Weiber beobachtete. Ebenso unstreitig ist aber auch, und schon durch die vielfachen Brudertheilun- gen der Merovinger und Karolinger bewiesen, dass innerhalb des Mannsstammes alle Söhne gleich theilten und ein Vor* zug des ältesten Sohnes (das praecipuum nobile) ndr in sofern anerkannt , wurde, dass derselbe seinen Antheil am väterlichen Grundbesitz querst wählte, wenn also mehrere Güter vorhan- den waren, in der Regel den Hauptsitz. Aber auch letzterer gelangte zur Theilung und zwar in infinitum, sobald keine anderen Güter vorhanden waren. Da das Lehenrecht eben- falls ein gleiches Theilungsrecht der Männer am Lehen vorschrieb, alles von der Mutter eingobrachte oder errungene Gut aber auch der „Theilung mit den Töchtern“ unterworfen war, so war schon beim hohen Adel ein so starkes Princip der Wandelbarkeit des Grundeigenthums vorhanden , dass mit dem Ausgange des Mittelalters der grösste Theil der Digitized by t^ooQle 6 Territorien, worin an diesem fränkischen Erbrechte festge- halten wurde, zersplittert war. Die landsässige Ritterschaft und der übrige niedere Adel, aus den minder begüterten fränkischen Freien, zum grössten Theile aber aus hörigen Ministerialen hervorgegangen, kannte, insofern seine Erbfolge nicht etwa durch ein Landrecht oder Statut des Landesherrn beschränkt war, nicht einmal den Vorzug des Mannsstammes beim Allod. Er theilte absolut gl ei oh unter den Kindern, männlichen wie weiblichen. Das einzige Correktiv war der oft zwangweise durchgefuhrte Ein- tritt der nicht zu versorgenden Söhne und Töchter in den Clerus und der Verzicht, namentlich der sich verheirathenden Töchter. Die rheinischen Adelsurkunden geben uns zahlreiche Belege, in welchen ärmlichen Verhältnissen sich eine mit vie- len Kindern gesegnete Ritterfamilie des 14. und 15. Jahr- hunderts bewegte und welche verzweifelte Anstrengungen sie machen musste, um den Standespflichteu zu genügen. Erst im 16. Jahrhunderte, und zwar auf dem Wege des eindringenden römischen Rechts, wurde man mit den Institu- tionen des Fjpnilienfideicommisses und noch später — das fränkische Rechtsgefühl sträubte sich sehr dagegen — mit dem Majorate bekannt. Von den Vortheilen dieser die Theil- barkeit des Grundbesitzes wesentlich beschränkenden Einrich- tungen hat aber nur ein geringer Theil des rheinischen Adels wirklich Gebrauch gemacht; der niederrheinische, namentlich der jülich-cleve-bergische in erheblich stärkerem Verhältnisse als der südrheinische, einmal wegen des raschen Aussterbens der Familien überhaupt, dann aber auch, weil die geistlichen Würden der südrheinischen Erzstifte dem dortigen Adel mehr Vortheil zu versprechen schienen, als eine Aenderung ihres alten Erbrechts.*) *) Nach einer Untersuchung des Professors Mauernbrecher in Bonn waren von den 480 Rittergütern der rheinischen Matrikel von 1831 vor ^er französischen Revolution 311 untheilbar und zwar als Fideicommisse 75, als Majorate 200, als ehemalige Staats- und Kirchengüter 36. "Von diesen 311 untheilbaren Gütern kommen auf die drei nördlichen Regie- rungsbezirke der Rheinprovinz 264, auf die beiden südlichen nur 47* Digitized by t^ooQle 6 / Die Zahl der Adelsfamilien war am Rhein das Mittel« alter hindurch eine ganz ungemein bedeutende. Nach der Reformation tritt ein sich immer mehr verstärkendes Ausster- ben ein. Ausser den etwa 500 Burgen und befestigten Rittersitzen, welche das Gebiet der Rheinprovinz noch heute anfweist und deren Dichtigkeit in einzelnen Theilen z. B. an der Erft, Roer, Niers eine ganz auffallende ist (3, 4, 5, 6 auf einer □ Meile), war fast in jedem Dorfe irgend ein Burghaus, Hof oder sonst charakteristisch bezeiclinete Anlage eines adeligen Geschlechts. Einzelne Ortschaften zählen dieser Adelssitze so viele, dass sie fast nur aus solchen bestehen. Namentlich gruppirten sich um die landesherrlichen Burgen die Burg- mannen, eine erbliche adelige Besatzung, in solcher Menge, dass z. B. die trierische Landesburg Saarburg im XIV. Jahrhunderte 10, Grimburg 28, Montabaur 35 erbliche Burg- lehen, die zerstörte cölnische Burg Altenahr im J. 1794 noch 12 dergleichen aufwies. Ganz ähnlich hausten auf den Bur- gen des niederen Adels die Ganerben, d. h. die Miteigenihü- mer pro indiviso, dicht gedrängt, Haus an Haus, Zimmer an Zimmer. Waldeck bei Lorch zählte 1315 24, Reifenberg am Taunus 1400 30 Ganerben. Daher die Unterscheidungsnamen der von einem Sitze sich nennenden, oft in Schild und Helm ganz verschiedenen Geschlechter: die Marschälle, Walen, Stumpfen, Walpoden, Gauer, Ywan, Früchte, Korb, Schlag- wig, Heiden, Mulieh etc. 'alle von einem und demselben Waldeck an derWisper, daher die Mannigfaltigkeit der heral- dischen Beizeichen, Brisuren, die wunderbaren Zusammen- stellungen in den Wappen dieser Geschlechter. Man kann annehmen, dass überhaupt im Gebiete der Rheinprovinz 2 altfürstliche Häuser (Pfalz und Lothringen), 50 altgräfliche, 200 dynastische (wovon ein grosser Theil auch die fürstliche und gräfliche Würde erreichte) und 1800 b» 2000 Geschlechter des niederen ritterlichen Burgmanns-, über- haupt des lehenbaren Uradels stammgesessen oder hegütert waren. Digitized by L^ooQle 7 Davon war der gesammte fürstliche und gleiche, sowie der grösste Theil des dynastischen Adels (der sogen, hohe Adel) von jeher reichsfrei und unmittelbar und erlangte, in- sofern er die Aufstellung der Reichsmatrikel im XV. Jahrh. noch erlebte, die Reichsstandschaft. Der ganze niedere Adel dagegen war ursprünglich in der Regel landsässig. Jedoch bildete sich, anschliessend an die ältere Reichs- ritterschaft in Schwaben und Franken, im XVI. Jahrhundert, durch die Reformation und den Widerstand gegen die straffere Territorialhoheit der Landesherrn, namentlich der geistlichen Fürsten, begünstigt, eine rheinische Reichsritterschaft, welche nach der Constituirung der trierischen Ritterschaft 1719 als Canton Niederrhein, aus einem respektabeln Corpus von drei Cantonen Ober-, Mittel- und Niederrhein mit etwa 150 Fa- milien und 100 auf die Rheinprovinz fallenden Territorien mit voller Reichsunmittelbarkeit bestand. Ueber den Bestand und die Vertheilung des Adels in der Rheinprovinz vor der französischen Revolution eine bestimmte Angabe zu machen, fällt sehr schwer. Einmal, weil dieselbe Familie wegen eines Territoriums reichsständisch, wegen eines zweiten reichsritterschaftlich, wegen eines dritten landsässig, häufig wegen dieser Qualitäten beim Reichskammergerichte im Prozess begriffen war. Dann aber auch, weil der niedere Adel durch sein Unterthans- oder Lehensverhältniss verschie- denen Landesherrn zugleich unterworfen war und mit seinem Grundbesitze so häufig wechselte, dass jetzt nur sehr schwer be- stimmt werden kann, ob diese oder jene -noch existirende Familie zu irgend einer Zeit in diesem oder jenem Territo- rium wirklich angesessen gewesen sei. Von den 250 Familien des alten rheinischen hohen Adels waren vor der französischen Revolution etwa noch 40 Fami- lien — die meisten nur in weiblicher Stammesfolge — mit etwa 50 reichsständischen Territorien vorhanden. Von den 150 Familien der Reichsritterscbaft blühten noch etwa 50 mit 100 Territorien. Das Kurfürstenthum Trier (120 □Meilen) hatte in seiner Blüthezeit unter Erzbischof Balduin, Mitte des XIV. Jahrhun- Digitized by Google 8 derts, etwa 1500 Vasallen, worunter etwa zwei Drittel der Itheinprovinz angehörten. Nach einem sehr genauen Ver- zeichniss des trieriaehen Kanzlers Peter Mayer vom J. 1537 waren damals hiervon schon 1000 Geschlechter (5 fürstliche, 48 gräfliche, 118 dynastische und 848 des niederen Adels) ausgestorben. Im Jahre 1599 zählte der trierische Lehenhof nur noch 17 gräfliche, 8 dynastische und 115 adelige Vasallen, nur zwei Jahre später 8 Grafen, 3 Dynasten und 162 Va- sallen, worunter bereits ein Drittel bürgerlich war. Das Kur- fürstenthum Göln, exclusive des Herzogthums Westfalen, hatte 1670 350 adelige und bürgerliche Vasallen auf fast ebenso vielen Bittersitzen. Davon waren 1794 noch vorhanden 116 Vasallen auf 120 landtagsberechtigten Gütern. Der Ritterzettel von 1610 berief 270 Edelleute des Her- zogthums Jülich und 150 Edelleute des Herzogthums Berg zum Landtag. Das Herzogthum Cleve hatte 1737 50, dage- gegen 1794 nur noch 10 adelige Landstände. Als das Her- zogthum Geldern 1713 an Preussen kam, zählte es 5 Ge- schlechter des Herrnstandes und 55 Landstände der Adels- bank, 1782 aber nur noch 44 Adelsfamilien. Der Lehenhof der Fürstabtei Prüm bestand 1222 aus einem Fürsten, 15 Grafen, 19 Edelherrn und etwa 100 Ministerialen, 1794 wa- ren nur noch 24 adelige Lehenleute vorhanden. Die Grafen von Nassau hatten 1428L in drei Linien 229 Vasallen, die Grafen von Sayn im XVII. Jahrhundert überhaupt 217, die bei- den Grafschaften Sponheim 1482 117 (2 Grafen, 5 Dynasten und 112 des niederen^ Adels), die Grafen von Wied im XV. Jahrh. 88, die Grafen von Dietz 1388 61, die Grafen von Katzenellenbogen 1479 60, die Dynasten von Kempenich 1860 77, im J. 1425 nur noch 32 Lehenmannen. Ganz ebenso rasch wie der hohe und der ritterbürtige Adel starben auch die städtischen und patrizischen Geschlechter aus. Die Reichsstadt Cöln hatte nach der Vertreibung seiner alten rit- terlichen Stadtgeschlechter im j. 1396 allmählig aus den reichen Handelsfamilien ein neues Patriziat gebildet, welches in Verbind- ung mit dem in der Stadt sich niederlassenden, eingewander- ten Adel etwa 150 Familien zählte. Davon waren 1794 nur Digitized by t^ooQle 9 »och 38 Geschlechter, worunter 12 rathsfähige, vorhanden. In Aachen bestanden 1794 noch 30 Patrizier, worunter 9 re- gimentsfähige. Schon seit dem XV. Jahrhundert (es liegt bereits ein rheinischer Adelsbrief von 1442 vor) trat dem Uradel am Rheine auch ein „Briefadel“ hinzu, meist von Kaiser und Reich geadelte Schöffen- , Beamten- und Militärfamilien aus den Reichsstädten und Landesterritorien. Ihre Zahl nahm im XVII. und XVIII. Jahrhunderte ganz in demselben Maasse zu, als der Uradel ausstarb. Man kennt etwa 300 solcher rheinischer Briefadelsfamilien, wovon beim Eintritte der französischen Re- volution etwa noch die Hälfte vorhanden war, weniger im Grundbesitze, als in den Hofchargen, Callegien und Militär- contingenten der Landesherrn. Nach dem Kataster des Erzstifts Cöln von 1669 besass der Clerus ein Drittel, der Adel ebenfalls ein Drittel der be- bauten Bodenfläche. In den Rest tfceilten sich die Städte und Landgemeinden. Digitized by t^ooQle Digitized by L^ooQle II. Die noch blühenden Geschlechter. Die Nähe von Frankreich, die von ihm gegen das deutsche Reich geführten Kriege, der Einfluss seines Hofes, seiner Literatur und Sitten hatten schon seit dem Anfänge des XVII. Jahrhunderts, wie überall in Deutschland, so namentlich am Rheine verderblich auf den Adel eingewirkt. Obgleich Lud- wig XIV., der schlimmste Feind des Reiches, die Länder und Ländchen der rheinischen Reichsstände und Reichsritter ver- wüstete, brandschatzte und mit seinem Reiche zu reuniren strebte, ahmte nicht nur der rheinische Fürst den Prunk und die Etikette seines Hofes, den Absolutismus seiner Regierung und die lockeren sittlichen Grundsätze, welche sein Regiment ringsnm verbreitete, aus allen Kräften nach, sondern auch der Landedelmann verwandelte sein unabhängiges, dem Gan- zen nutzenbringendes und die Person ehrendes Landleben in eine von den Launen der Höfe getragenen Cavaliercarriere, welche den gänzlichen Verlust des alten adeligen Sinnes und vielfach auch den körperlichen, x geistigen und vermögensrecht- lichen Verfall der Familien nach sich zog. Die französische Revolution fand daher am Rheine, na- mentlich in den geistlichen Territorien so viele preeäre staat- liche und sociale Existenzen, einen von Oben nach Unten so stark durchwühlten Boden vor, dass es nur eines Slosses be- durfte, um diese morschen Zustände völlig über den Haufen zu werfen. Es ist gewiss eine Wohlthat für die Rheinlande Digitized by t^ooQle 12 gewesen, dass der Herrschaft von beinahe 200 Landesherrn, jede mit verschiedener gerichtlicher und administrativer Or- ganisation, eigenen Finanz- und Zollwesen und mit staatlichen Prätensionen, zu denen die Kleinheit dieser Gebiete den lä- cherlichsten Gegensatz gewährte, mit einem Schlage ein Ende gemacht wurde. Durch die französische Occupation des linken Rheinufers verloren sämmtliche Reichsstände* daselbst ihre politische Selbst- ständigkeit und Alles, was ihnen dort an Gütern, Renten und Einkünften gehört hatte. Die geistlichen Landesherrn hörten ganz auf und die weltlichen verwies der Lüneviller Frieden 1801 und der Reichsdeputationshauptschluss 1803 auf Ent- schädigungen im Innern von Deutschland an. Die Reichsritterschaft verlor ebenfalls ihre politische Be- deutung, behielt aber ihren Grund und Boden. < Ebenso der niedere landsässige Adel. Beiden wurden die herrschaftlichen Rechte, die Titel, Vorrechte, das besondere Erbrecht und alle Einkünfte, Leistungen und Vortheile, welche aus dem Hörig- keits-, Unterthanen-, Lehens-, Erbpachtsverbande entsprangen, genommen, dagegen der selbstbewirthschaftete Grund und Boden, mit^Einschluss der Lehengüter, welche ihnen von den Landesherrn verliehen waren, ganz frei belassen. Es wurde also der Edelmann ein ebenso unabhängiger Eigenthümer, wie sein höriger Hofmann. Diöse Veränderung seiner national- ökonomischen Stellung würde dem rheinischen Adel vielleicht dieselbe Vortheile gebracht haben, wie sie der mittlere und kleinere Landeigentümer am Rheine , heute geniesst, wenn nicht der Verlust der Standesvorrechte, der Wegfall der geistr liehen Pfründen und der Sinecuren an den Höfen, die Gleich- heit vor dem Gesetze, in der Erbfolge der Kinder und die aus diesen Ipstitutionen entsprungene gänzliche sociale Um- gestaltung in den Rheinlanden, vor Allem das Uebergewicht, welches die Städte, der Handel und die Industrie über den ländlichen Grundbesitz erlangten, dem Adel den Aufenthalt in seiner Heimath verleidet hätten. Unmittelbar nach der französ. Occupation wanderte ein gros- ser Thcil des rhein» Adels aus. Der reichsritterscbaftliche, meist Digitized by t^ooQle 13 sijdrhemische wandte sieb nach Oesterreich, der niederrheinisebe folgte seinen pfälzischen und preussischen Landesherrn nach Bayern und Westfalen. Wer es möglich machen konnte, ▼erlegte wenigstens seinen Wohnsitz auf das rechte Rhein- ufer. Kaiser Napoleon I. hob zwar das republikanische Verbot des Gebrauchs von Adeistiteln wieder auf, versuchte die Ein- führung einer französischen Aristokratie durch Verleihung von Domanialgütern und Adelstiteln an seine Marschälle, Generale und hohen Civilbeamten, restituirte auch den zurückgebliebe- nen alten Adelsgeschleohtern durch die Revolution entzogene Güter. Dennoch ist in der Zeit der französischen Occupation 1794—1815 von einem rheinischen Adel weder politisch noch social kaum mehr die Rede. Erst Preussen gelang es in echt conservativer Weise die Trümmer dieser alten Aristokratie zu sammeln und in den Wurzeln dieses im XVIII. Jahrhunderte vermoderten, durch die Stürme der französichen Revolution gänzlich zu Boden ge- schleuderten, einst so stolzen Baums neues Leben zu er- wecken. * Die ersten Versuche der Wiederherstellung einer rheini- schen Provinzial- Verfassung auf Grund der Organisation der Landstände in den alten Territorien misslangen. Die Ein- richtungen derselben waren so ungleicher Natur, mit den Bedürfnissen der Neuzeit so wenig vereinbar, die Zahl der Berechtigten in vielen Landestheilen auch eine so kleine, dass man eine direkte Anknüpfung an die früheren Zustände auf- gab und 1824 eine allgemeine rheinische provinzialständiscbe Verfassung einfübrte, welche zwar das frühere Repräsentations- recht des rheinischen Adels berücksichtigte, in der Form sich aber den Landständen der alten preussischen Provinzen an- schloss. Im ersten Stande des rheinischen Provinziallandtags fanden die auf dem rechten Rheinufer übrig gebliebenen, mediatisirten Reichsstände ihren Platz. Für den zweiten Stand, die Ritterschaft, wurde ein vorher am Rheine unbekanntes Institut, das Rittergut, eingeführt, die Wählbarkeit zum Land- tage nämlich von dem Besitze eines früher reichsritterschaft- x Digitized by t^ooQle 14 liehen oder landtagsfähigen Gute, von welchen an Grundsteuer mindestens 75 Thaler entrichtet wurden, oder durch die Gnade des Landesherrn zum Bange eines Ritterguts erhobenen grös- seren Landbesitzes 'abhängig gemacht. Die Matrikel, welche 1831 in Folge dieser Provinziallandtagsverfassung aufgestellt wurde, ergab 4 Mitglieder des ersten Standes, d. h. zwei Li- nien des fürstlichen Hauses Wied und zwei Linien von Solms, welche Virilstimmen erhielten und 460 Rittergüter, welche zum zweiten Stande wählten. Ein weiterer Schritt zur Aufrichtung'des Adels in den Rhein- landen war das im J. 1837 vom Staatsoberbaupte genehmigte autonomische Statut für den alten ritterbürtigen Adel der Rheinprovinz. Diejenigen Adelsfamilien, welche vor der Ein- führung der französischen Gesetzgebung eine eigene Dispo- sitionsbefugniss für Etbfälle, also eine Beschränkung des glei- chen Theilungsrechts der Kinder durch Fideicommis, Majorat oder sonstige väterliche Disposition gehabt hatten, erhielten dieselbe unter der Bedingung wieder, dass für die standes- mässige Erziehung, Abfindung und Aussteuern der übrigen Kinder, sowie die Versorgung der überlebenden Ehegatten gesorgt würde. Indessen sind diesem Statute und der damit verbundenen Stiftung der rheinischen ritterbürtigen Ritterschaft nur etwa 30 Familien beigetreten. Nach der auf officiellen Angaben beruhenden Handma- trikel der Rittergüter des preussischen Staats von Rauer wa- ren 1857 in der Rheinprovinz 4 Standesberren, nämlich drei ehemalige Reichsstände (Media tisirte) : die Fürsten von Wied, von Solms-Braunfels und von Solms-Lich und ein preussischer Standesherr (seit 1821) der ehemals reichsritterscbaftliche Graf von Hatzfeld-Wildenburg und Schönstein, dann auf 461 landtagsfähigen Rittergütern 318 adelige, 148 bürgerliche und . 26 ausländische Besitzer angesessen. Am dichtesten war der Rittergutsbesitz in den drei nördlichen Regierungsbezirken (415), sehr schwach in den beiden südlichen (46). Das Areal sämmtlicher Besitzungen , standesherrlicher wie ritterlicher Natur betrug 415,000 Morgen oder 19 DMeilen, also ^26 der Bodenfläche der ganzen Provinz. Digitized by t^ooQle 15 Doch ist noch immer ein, wenn auch im Areal unbe- deutender Adelsbesitz ausserhalb der Matrikel vorhanden, nämlich derjenige, welcher trotz der sehr nachsichtigen Hand- habung des Begriffs Kittergut (es giebt deren von noch nicht 100 Morgen) wegen seiner Kleinheit nicht zur Aufnahme gelangte und derjenige, welcher von den rheinischen Adels- , familien in neuerer Zeit wieder zusaihmengekauft worden ist Gleichzeitig mit der Zusammenstellung der Ritterguts- matrikel versuchte die preussische Regierung in den Jahren 18*7/ 32 auch die Errichtung einer Adelsmatrikel für die Rbein- provinz, um auch diejenigen Adelsfamilien zu constatiren, welche ausserhalb d^r landständischen Vertretung in der Rhein- provinz vorhanden waren. Jndessen ist diese Adelsmatrikel nur ein Versuch geblieben, da schon eino Vergleichung mit der Matrikel der Rittergüter den auffälligen Mangel zeigt, dass nicht einmal die in letzterer verzeichneten Familien, von den Ausländern abgesehen, in der Adelsmatrikel enthalten sind. Familienstolz, Abneigung gegen eine in der Matriku- lirung erblickte staatliche Bevormundung, gegen den Zwang der Legitimation zur Führung eines Adels- oder höheren Prädikats hielt manchen rheinischen Edelmann davon ab, sei- nen Namen in der Matrikel zu verzeichnen. So enthält die ursprüngliche Adelsmatrikel im Ganzen nur 300 Geschlechter, nämlich 20 Grafen, 95 Freiherrn und 185 einfache Edelleute. Dazu sind durch spätere Eintrag- ungen bis 1843 noch 2 Grafen, 9 Freiherrn und 37 Edelleute hinzugetreten. Ausser der Unvollsfändigkeit leidet die Matrikel aber noch an dem Fehler, dass sie nur ganz vorübergehend in der Rheinprovmz ansässige, z. B. eine grosse Anzahl west- fälischer, selbst altpreussischer Familien aufgenommen hat. Schreiber dieses hat sich der sehr mühevollen Arbeit unterzogen auf Grund amtlicher ijnd Privatmittheilungen eine revidirte rheinische Adelsmatrikel aufzustellen, welche für das Jahr 1869 als im Gebiete der Rheinprovinz theils angesessen, theils wohnhaft, noch folgende (Jarin ursprünglich heimische, d. h. nicht erst etwa in neuerer Zeit zugezogene auswärtige Geschlechter nachweist: 9 fürstliche Familien, 30 Grafen, 88 Digitized by t^ooQle 16 Freiherren und 160 einfache Adelsgescblechter. Davon gehö- ren dem alten rheinischen hohen Adel 9, der alten rheinischen Reichsritterschaft 30 (worunter bereits einiger Briefadel), der alten rheinischen landsässigen Ritterschaft 50, der Rest von beinahe 200 Familien gehört dem städtischen Patriziat und dem Briefadel an. Es sind also, um schliesslich einen Vergleich mit dem ursprünglichen mittelalterlichen Bestände zu ziehen, vom hohen rheinischen Adel von 2ö0 Familien nur noch 9, von 20Ö0 ritterlichen nur mehr 80, also kaum 4 Prozent, dagegen von dem erst nach dem Mittelalter sich bildenden Patriziat und Briefadel mit 600 Familien zur Zeit noch 200, also ein Drit- tel, vorhanden. Einige Geschlechter des hohen Adels und eine ziemliche Zahl des ritterlichen und Briefadels blühen noch zerstreut in Süddeut9chland, Oesterreich, Württemberg, Bayern, auch in Westfalen. Traurig endeten in neuester Zeit einige uralte Ritterfamilien in der Eifel und im Bergischen. Andere Adelsgeschlechter haben unter Verzichtleistung auf ihre adeligen Prädikate ihrem früheren Stande abgesagt. Eine spätere Abhandlung wird sich mit der kulturhisto- risch interessanten Frage beschäftigen, welche Stellung der rheinische Adel zu den Interessen der Rheinprovinz und zum Staate genommen bat. Digitized by t^ooQle Schachfiguren im Wappen, Von <$. (S>r. Die Abbildungen der Figuren zu diesem Artikel sind am Schlüsse d, Heftes. 2 Digitized by t^ooQle Digitized by <^r( le Die Untersuchungen über das heraldische Roch, welche in jüngster Zeit der Gegenstand mehrfacher Erörterungen sowohl in der Zeitschrift, wie in der Vierteljahrsschrift des Deutschen Herolds waren,*) haben die Frage von Neuem in mir wachgerufen: ob denn das Roch allein, wie jetzt allge- mein angenommen wird, der Ehre werth gehalten worden sei, als Wappenbild zu figuriren. Dass es vorzugsweise be- liebt gewesen, erklärt sich aus der symbolischen Bedeutung, welche das Mittelalter dem Roche beilegte. Schon Cessolis, ein französischer Dominicaner im Anfänge des XIV. Jahrb. in seinem „über de moribus hominum et de officiis nobilium super ludo latrunculoruhn sive scaccorum* schreibt:**) „das „roch sol sein ein ritter, sitzend auf einem ross mit einer val „(vale, völ lat. velum = Decke, Mantel) und sol ufhaben ein „gugel (Kappe, Kaputze) mit einem v6hen (buntes Pelzwerk) „underzogen und sol ein reis haben in seiner hand und be- deutet viczthum und legaten desFürsten.“ Eben- *) Die (!) heraldische Schachroche. Hit besonderer Beziehung auf das Rochow’sohe Wappen. Yom Archivrath von Mülverstedt in Magde- burg. Mit zwei Holzschnitten und zwei Steindrucktafeln. Heft 2. 1872 der Yiertelj ahreschrift. Der (!) Roch. Zur wissenschaftlichen Entscheidung einer heraldischen Streitfrage von Dr. A. van der Linde aus Haarlem. Heft 4. 1872 der V.- Sohrift. Der (!) heraldische „Schachroche“, von C. Chi. Frhm. v. Reitzen- stpin. No. 5 und 6. 1873 der Zeitschrift. **) Müller und Zamcke. Mhd. Wörterbuch b. d. W* Roeh. , 2 * Digitized by t^ooQle 20 so heisst es in einer zu Frankfurt a. M. im Jahre 1536 in Quart herausgekommenen , mit Illustrationen ausgestatteten Schrift r 'welche den Titel führt: des alten ritterlichen Spiels des Schachzabels *) gründliche Bedeutung und klarer Bericht, das« selbig künstlich zu ziehen und zu spielen. Mit einem Zusate etlicher besondern Meisterstück nach der Current, welschen Art und Hutten, desgleichen etliche besondere Reguln de» Schachziehens, vormals nie ausgegangen: Wie die Rach sollen sein. Darum heb ich ein andres an, Und sag wie jeglich Rach soll stan, Auf einem ritterlichen. Pferd, Dann ist es aller Ehren werth Und b’deutet uns ein Landvogt schon, Der dienen kann königlicher Krön. . Und an einer andern Stelle: Das Rach das mag von Statt nit gan, Also musz es gleich ruhen stan, Bis dasz bei ihm geraumet wird Und es an seim gang niemand irrt. Und wann es dann kommt an die Weid (Ausgang), So ist es dann in rechter Zeit, Was Stein dann immer vor ihm stat, Dasz es Gwalt darüber zu richten hat, Wie fern oder nah dasselb sey, Auf dasz man merken so 1 1 dabei DenLandvogt, der sein Gewalt soll führen, Nit weiter, dann sich thut gebühren, Und wenn das Rach im Winkel stat, Alsdann es nunmehr zween Weg hat, Bei jeder Spang gar durch das Brett, So viel es blosz Feld vor ihm hätt. *) Z&bal, ahd. = Spielbrett (eigentl. Würfel), Qraff, ahd, Spraok« sohatz Y. 579. (lat. tabula?) Digitized by t^ooQle 21 Und wann es dann an d’ Mitten kommt, So sind ihm da vier Straszen graumt Zur rechten und zur linken Seit, Hinter, für sich, ist kein Beit, (Hinderniss) Da mag es seinen Wandel haben, Der Landvogt straft die bösen Knaben, Er belohnt das Gut und straft .das Bös Und macht daraus wenig Getös. Die Symbolik des Mittelalters sab also im Boche das Sinnbild landvogteilicher Gewalt d. h. der Berechtigung, im Hamen des Landesherrn Recht zu sprechen und zu strafen, und wie allgemein bekannt diese symbolische Bedeutung da- mals war, beweisen viele darauf bezügliche Stellen in den Minnesängern.*) Es ist daher kein Wunder, wenn dp* Roch mit Vorliebe zum Wappenbilde genommen ward und eine zahlreiche Gruppe von Wappen, die zum Theil redende Wap- pen sind, bildet**) Aber eine eigentümliche Erscheinung wäre es, wenn gerade nur diese eine Schachfigur Aufnahme in die Heraldik gefunden hätte. Mag die ihr beigelegte sym- bolische Bedeutung immerhin ihr einen Vorzug verschafft haben, so legt doch gerade das häufige Vorkommen derselben in W,, sowie die grosse Verbreitung und Beliebtheit des Schachspiels während des Mittelalters die Vermutung nahe, dass auch andere Schachfiguren gleiche, wenn auch vielleicht v weniger ausgedehnte Verwendung gefunden haben, und Nach- forschungen dürften meiner Ansicht nach kaum ohne Resul- tate bleiben. Hierbei muss, wie sich von selbst versteht, von *) Mtflldr und Zarncke'l. c. ' **) Die im Eingänge erwähnten Untersuchungen führen eine Menge •Wv welche ein Jtoeh fahren, auf, ohne ‘jedoch sie zu erschöpfen ; denn aus Siebmacher allein kann ihre Anzahl noch bedeutend vermehrt wer- den, z. B. die Carletten (III.. 165) — Dörrer (I. 205) — ‘ Hinderkircher (Ili. 165) — Immerseel (V. Anh. 33) — Loch (II. 55) — Wisendangen i(V. 179) — Yllnow (II. 141, Jllnow Y. 185) — u. s. f. Ich bemerke nooh, dass die S. 63 der Vierteljahrsschrift Heft 2. 1872 genannte Mar- garethe Töntelin oder Tänzelin der Familie Tänzel . von Trazbach ange- h$rt (cf. Brandis Ehrenkränzlein No. 208 J. Digitized by t^ooQle 22 der ältesten Form, in der das einseine W. erscheint, ausge- gangen, und dieses sodann mit den damals üblichen Schach- figuren verglichen werden. Auch eine etymologische Unter- suchung des Namens, der zu dem W. gehört, ist erforderlich; häufig verbirgt sich in demselben ein Wort, dessen Bedeutung entweder völlig verloren gegangen ist, oder nur in engem Umkreise verstanden wird, und es kommt ein Namenwappen zum Vorschein, wo die Wenigsten ein solches vermuthen. Da vielleicht der eine oder andere Leser dieser Zeitschrift durch Vorstehendes angeregt werden dürfte, nach anderwei- tigen Schachfiguren in Wappen zu forschen, habe ich aüf beigefügter Tafel Abbildungen von Schachfiguren wiederge- geben, wie sie in den Illustrationen der oben erwähnten Schrift über den „Schachzabel“ dargestellt sind. Die Schrift ist aller- dings verbältnissmässig jung (1536); indess können wir doch annehmen, dass die abgebildeten Figuren in der für jede einzelne typischen Form seit Jahrhunderten gebraucht wurden, wie ja die heut üblichen Formen uralt sind. Auch zeigt sich das Festhalten des typischen Charakters darin, dass er in der dreifachen Darstellung, welche die genannte Schrift gibt, bei jeder einzelnen Figur sehr deutlich hervortritt, wenn gleich die Verschiedenheiten der unwesentlichen Verzierungen sehr mannigfaltig sind. Die Illustrationen im ^Scbachzabel“ sind nun in der Weise gehalten, dass jede Figur als diejenige Person dargestellt ist, welche sie durch ihre Benennung bezeichnet, und dass sich zu Häupten derselben auf jeder Seite je eine Abbildung der betreffenden Schachfigur befindet; es ist also der König als wirklicher König abgebildot, und rechts und links des Kopfes stehen die Fig. 1 und 2, — diV Königin mit Fig. 3 und 4, — der Alte (Läufer) als alter Mann mit Fig. 5 und 6 — der Bitter (Sprenger, Rössel) mit Fig. 8 und 17 — das Roch in der oben beschriebenen Darstellung eines Landvogts mit Fig. 9 und 10 — der vende (Bauer) als Bauersmann mit Fig. 11 und 12. Ausser diesen Figuren wird noch die Darstellung eines Schachbrettes mit schwarzen und weissen Feldern gegeben,' Digitized by L^ooQle 23 letztere mit Buchstaben in abgewechselten Farben bezeichnet und neben dem Schachbrette sind nochmals Schachfiguren in der Form, wie sie 13 — 18 der Tafel wiedergegeben sind, dar- gestellt und als das, was sie vorstellen, erklärt. Wenn ich vorhin sagte, dass der typische Charakter der einzelnen Figuren in jeder der drei Darstellungen zu erkennen ist, so lässt sich anderer Seits doch nicht in Abrede stellen, dass die Verzierungen und Verschnörkelungen das Verständ- niss sehr beeinträchtigen, auch wohl ganz vernichten können. Dazu kommt aber noch, dass manche Figur mit andern Ge- genständen grosse Aehnlichkeit hat; ist also die Bedeutung derselben nicht mehr bekannt , dann kann es sehr leicht ge- schehen, dass ein Wappenbild, welches ursprünglich eine Schachfigur war, später als das angesprochen wird, welches der letztem nur ähnlich war. Wie leicht konnte z. B. aus Fig. 1, 3, 2, 4 ein Becher oder sonstiges Gefass werden; es dürften nur die mittleren Spitzen und Zinnen weggelassen werden und ein Pocal war fertig. Die Vermuthung ist daher wohl gerechtfertigt, dass hinter manchem Wappenbilde, wel- ches jetzt als, Gott weiss was?, erklärt wird, eigentlich eine Schachfigur steckt Dass aber wirklich auch andere Schachfiguren, als das Roch, zu Wappenbildern gedient haben, habe ich bei nur oberflächlichen Betrachtungen an einigen Beispielen erkannt. So findet sich Siebm. IL 90 das W. Peihlstein. Nun heisst aber mhd. bil *) u. A. „jede Art des Kampfes im Ernst und Scherz“; namentlich als Kampfspiel kommt es oft vor. Der Name Peihlstein bedeutet also nicht mehr und nicht weniger als „Spielstein“. Vergleichen wir damit das Wappen (Fig. 19), so glaube ich, können wir unbedenklich die Wap- penbilder als Spielsteine ansprechen, und zwar als „Schach* bauern, Venden“, da sie das charakteristische Merkmal der- selben, die einfache eylindrische Form, oben mit einem Knopfe, sehr deutlich aufweisen. Das Wappen ist daher ein redendes. Kn ähnlicher Fall tritt uns in dem Wappen Bilerhiet (S. II. 36) entgegen. Auch hier erklärt die Sylbe bil die *) Müller und Zarnoke b. d. W. Digitized by i^ooQle 24 beiden säulenartigen Figuren des Wappens als Schachbauern, Venden. dieses Wappen ist aber darum höchst interessant, weil es möglicher Weise zweierlei Schachfiguren enthält. Sind nehmlich die beiden äussern Figuren wirklich Schach- figuren und zwar Bauern, was doch höchst wahrscheinlich ist, so ist es auch die mittlere, die aber, ihrer verschiedenen Form wegen, eine andere sein muss. Ich bin gar nicht ab- geneigt, in derselben einen König zu sehen ; wir hätten also hier ein Wappen vor uns, welches einen (Schach-) König zwischen zwei (Schach-) Bauern zeigt. Weniger wahrscheinlich, aber doch immerhin möglicher Weise, sind auch die den Peihlstein’schen ganz ähnlichen Fi-r guren im Wappen Schilling (S. III. 186) gleichfalls Venden; bedeutet doch das Wort Schilling mhd. s. v. a. Geldstück, und das 'Geld stand bekanntlich von jeher in sehr enger Be- ziehung zum Spiele. Und wenn Dorst (sehl. Wappenbuch) im Mützschefahlschen Wappen drei Säulen zeichnet, jede mit einer Kugel besetzt, so beweist diess gerade, wie aus Venden Säulen entstehen können; denn bei S. I. 171 sind die Figu- ren dieses Wappens genau denen des Peihlstein’schen gleich, haben also mit Säulen*) sehr wenig gemein; ttötzdem hat eine spätere Zeit Säulen daraus gemacht. Ob das Bild im Wappen der Schadener (Fig. 21. cf. S. I. 40) einen Alten (Läufer im Schachspiel) vorstellen soll, weiss ich nicht, da ich die älteste Form des Wappens nicht kenne. Unmöglich wäre es aber, nicht, da es mit der Darstellung eines solchen (Fig. 6) völlig übereinstimmt und eine andere Erklärung eigentlich gar nicht zulässt. Dass die obern Enden mit Mundstücken versehen, Hesse sich daraus *) Gegen antike Säulen in Wappen bin ich überhaupt sehr miss- trauisch. Der Ursprung der Wappen trifft nach Zeit und Ort so genau mit dem Ursprünge der Gothik zusammen, Gothik und Heraldik sind so ausschliesslich Erzeugnisse des germanischen Mittelalters, dass man sie als vollbürtige Schwestern betrachten muss. Nun kennt aber die Gothik absolut keine Säulen der antik-klassischen Ordnungen: wie sollten sie da in die ursprüngliche Heraldik kommen? * Digitized by L^ooQle 25 erklären, dass eine spätere Zeit die ursprüngliche Bedeutung des Wappenbildes nicht mehr gekannt, daher die Aufsätze für (Büffel-) Hörner gehalten habe ; solche konnte sich aber dio Heraldik der Zopfzeit gar nicht mehr ohne Mundstücke denken. Mehr Beispiele für das Vorkommen von Schachfiguren in Wappen — ausser dem Roche — anzuführen, ist mir bis jetzt nicht gelungen ; die beigebrachten dürften aber genügen, das Vorhandensein derselben zu beweisen und es wäre für gründliche W appenkenner gewiss eine dankenswerthe Aufgabe, auf diesem Wege weiter zu forschen. In das Dunkel, welches bis jetzt immer noch die Uranfänge der edlen Wappenkunst verhüllt, könnte dadurch doch ein Lichtstrahl gebracht werden. Digitized by t^ooQle Digitized by Google Geschichten S©lfoll®stts©]h®]r Ton H. v. P.-G. Digitized by Google Digitized by L^ooQle In einer Zeit, wo der Sport eine solche Rolle spielt, dass die meisten Besitzer edler Pferde deren Abstammung viel besser kennen, als ihre eigene, wo mancher Edelmann be- dauert, das befestigte Familiengut nicht verkaufen zu können, um einen grösseren Zinsengenuss von seinem Vermögen zu erzielen, wo fast allein das Studium des Geldgewinnes den Menschen zu Fleiss und Arbeit anspornt, in einer solchen Zeit ist es eine erfreuliche Thatsache, durch das Erscheinen von gedruckten Familien-Geschichten des Adels auch noch Studien zu constatiren, die wirklich nicht um Geldgewinn betrieben' werden, sondern die uns Zeugniss geben, dass manche Menschen noch Werth auf die Geschichte ihrer Vor- fahren legen. Auch die Provinz Schlesien hat in den letzten 15 Jahren die Literatur der Geschichten adeliger Familien um 6 Schriften vermehrt, die würdig sind, einer eingehende- ren Besprechung unterzogen zu werden. Um bei diesen Besprechungen nicht zuviel zu wiederholen, möchte es wohl gerathen erscheinen, auseinanderzusetzen, was von einer Familiengeschichte verlangt werden soll und kann. Wenn bei dieser Auseinandersetzung auf die Provinz Schlesien besonders Rücksicht genommen wird, so soll dadurch nicht gesagt werden, dass die einzelnen Gesichtspunkte nicht auch für die Geschichte anderer deutscher Familien zu be- achten sind; es mussten nur manche provinzielle Verhältnisse zur Verständigung der einzelnen Besprechungen in den Vor- dergrund treten. % Digitized by t^ooQle 30 Nächst der Vorrede und dem Inhaltsverzeichniss soll eine Familiengeschichte enthalten: 1. Die übersichtliche Zusammenstellung der Quellen. Mit Ausnahme des Urkundenbuches erschwert die einzelne Angabe der Quellen bei jeder Stelle des Textes den Gebrauch, während bei einer Zusammenstellung derselben die weitere Benutzung sehr erleichert wird. Natürlich sind manche No- ten neben dem Texte durchaus erforderlich. Unter den Quellen sind die am leichtesten zu erreichenden, die gedruckten, deren Werth gewöhnlich unterschätzt wird, trotzdem sie zur Bear- beitung des ganzen Werkes die Grundlage bilden. Für Schlesien sind zunächst: Sinapius, schlesische Curiositäten, Die seit 1786 erschienenen schlesischen Provinzialblätter, Zimmermann’s Beiträge zur Beschreibung von Schlesien, Die Oels’er genealogischen Tabellen, Die Editionen des schlesischen Vereins für Geschichte und Alterthum und der Gesellschaft für vaterländische Cultur, sowie Die Adelslexica von Ledebur, Kneschke, Zedlitz und Hellbach zu verwerthen. Daran schliessen sich für die Zeit nach der preussischen Besitzergreifung eine grosse Anzahl Militaria als allgemeine Quellen an. Specielle gedruckte Quellen sind ausser der nicht unbedeutenden Literatur kleiner Fami- lien-G-elegenheitsschriften , besonders in der Breslauer Stadt- bibliothek , den Städte - Chroniken und Familiengeschichten schwer anzugeben, sie sind bei jeder Familie verschieden und wird sich im weiteren Verfolg dieser Zeilen Gelegenheit fin- den, eine Literatur gedruckter Quellen für eine specielle Fa- milie zu geben« Von den geschriebenen Quellen zu schlesischen Adelsge- schichten sind die Papiere der eigenen Familie zuerst zu be- rücksichtigen; dieses Material ist noch mehr vorhanden, als man vielleicht glaubt, es hält nur oft schwer, es zu finden. Dann kommen die Archive in Betracht, speciell das Breslauer, Digitized by Google 31 die Kirchenbücher, welche in den grösseren Städten meist bis 1650, auf dem Lande in einzelnen Gegenden bis 1700, in allen bis 1740 erhalten sind, ferner die Grundacten der Kreis-Gerichte und für die Zeit nach 1740 die handschriftli- chen genealogischen Collectaneen der Berliner Bibliothek und # die Acten des Geheimen Staats- Archivs in Berlin. Ueber die monumentalen Quellen ist neuerdings ein interessanter Catalog zu der Sammlung von Grabdenkmälern des Grafen Hoverden veröffentlicht worden. 2. Die Erklärung des Namens. Obwohl manche Familiengeschichten darüber nicht nur gelehrte, sondern auch scharfsinnige Aufsätze enthalten, so lassen sich doch nur einzelne allgemeine Ansichten feststellen ; Es soll dieser Abschnitt das erste Auftreten des Namens, seine, in Schlesien oft slavische, Etymologie, die Ausscheidung aus ähnlichen oder gleichen, die Veränderungen in der Schreib- weise, die Verbindung mit anderen Namen, die Hinweisung auf das Erscheinen desselben Namens bei Orten oder im Bür- gerstande u. s. w. enthalten. 3. Die Geschichte des Wappens. Es bedarf dabei einiger Kenntniss der Heraldik, um etwas Vollständiges und Befriedigendes zu schaffen. Im Allgemeinen werden wohl dieselben Anforderungen, wie an den Namen zu stellen sein: erstes Auftreten, Entstehung, Ausscheidung aus ähnlichen, etc., da beide oft auch in Beziehung zu einan- der stehen. Auf jeden Fall ist es aber wünschenswert, dass diese einen besonderen Abschnitt bildet und dass man nicht genöthigt ist, bei einer Familie, die viele Veränderungen, be- sonders durch verschiedene Standeserhebungen, in ihrem Wap- pen aufweist, sich die Geschichte des Wappens aus der Ger nealogie zusammen zu suchen. Digitized by L^ooQle 32 4. Bi« Familiensagen. „Die Sage mag im Einzelnen sich irren, Im Ganzen trifft sie wundersam das Rechte ] Nur edle Stamme schlagen so tief Wurzeln, Dass sie sich in der Zeiten Nacht verlieren; Nur edle Stämme ragen so gewaltig, Dass Sagen, Wolken gleich, ihr Haupt umfliegen.“ Schlesien hat durch das Bardenlied (Zedlitz A. L. L p. 59) und die Tartarenscblacbt ausser den allgemeinen Sagen- kreisen und Zeiten seinen speciellen Kreis, und obwohl manche seiner. Traditionen ohne jede poetische oder geistreiche Com- bination uns überliefert sind, so haben doch einige derselben, aus Wappen und Namen combinirt das für sich, dass sie gut erfunden sind. Die Familiensagen scheinen meistens im 16. und 17. Jahrhundert durch die Informatoren der jungen Edel- leute entstanden zu sein, die nach der Rückkehr von der üblichen Cavalier- Reise in den adeligen Häusern die Stelle der geistlichen Beistände, Schreibverständigen und Hausfreunde au&füllten, in ihren Mussestunden die Geschichte der Familie bearbeiteten upd das, was sie nicht fanden, den Ursprung des Geschlechts, dazu erfanden. 5. Die allgemeine Geschichte der Familie. Diesem wichtigen Theil, gewissermassen dem Rahmen des ganzen Werkes möchte eine grössere Aufmerksamkeit, wie bisher, gezollt werden. Zu der allgemeinen Geschichte ist zu rechnen, Alles, was sich auf die ganze Familie , bezieht , also historischer Ursprung, Gegend des Besitzes, Hauptbeschäftig- ung der Mitglieder in den verschiedenen Zeiten, Heraustreten aus den heimathlichen Grenzen, Standeserhebungen, besondere Eheschliesungen, Erwerbung von neuem Besitze, Ansiedlung in fernen Landen, Dienste im Inn- und Auslande, besondere Thaten und Lebensumstände etc. Es soll also ‘ darin mit Hin- weis auf die übrigen Abschnitte ein übersichtliches Resumä über die Familie gegeben werden. Ferner sind die statistischen Digitized by t^ooQle 33 Verhältnisse der Familie, z. B. deren Vermehrung und Ver- minderung, die Proportionen der Verheiratheton und Ledigen, der Anzahl der Kinder in den verschiedenen Zeiten, der Ge- schlechter, der Todesfälle in den verschiedenen Altersklassen u. s. w., das Aufblühen und der Verfall der Familie und de* ren Ursachen darin auseinander zu setzen. Ebenso ist auf die Stiftungen, Güterbefestigungen in und aus der Familie hier hinzuweisen, wenn ihnen auch ein besonderer Abschnitt zu wid- men ist 6. Die ältesten Nachrichten. Da eine jede alte Familie uns zuerst Namen und daran anknüpfende Verhältnisse gicbt, die sich nicht an den Stamm- baum und die eigentliche Genealogie anreihen und auch oft diese Verhältnisse zu viel speciellen Stoff enthalten, um de- taillirt in der allgemeinen Geschichte behandelt zu werden, so empfiehlt es sich , alle derartige Nachrichten geschlossen in einen Abschnitt zu bringen. Hauptsächlich wird das Ma- terial aus alten Urkunden hier auszugsweise als Stoff dienen. 7. Die Genealogie der Familie. Es ist dies die Grundlage der Familiengeschichte und mögen hier auch die verschiedensten Systeme zum Ziele füh- ren, so sind wohl auch nachstehende Ansichten zu vertheidigen. Es sind in der Genealogie alle Personen namentlich auf- zuführen, deren Abstammung aus der Familie feststeht, daher ein gänzliches Verschweigen oder Auslassen jung gestorbener Familien-Mitglieder zu verwerfen ist, wenn auch die Namens- verzeichnisse und Stammtafeln dadurch sehr belastet werden Es muss je nach dem vorhandenen Stoffe gesucht werden, von jedem Familienmitgliedc eine Biographie zu liefern und dabei besonders auf die Fixirung der Daten, Namen und Orte Werth gelegt werden. Die männlichen Mitglieder der Familie sind in einer be- stimmten Ordnung zu nummeriren, entweder nach der Erst- 3 Digitized by t^ooQle 34 gebuit oder nach den Generationen. Die Reihenfolge der Zahlen nach der Erstgeburt ist die richtigere, die nach der Generation die practischere. Es empfiehlt sich, wie bei dem ganzen Werke, besonders bei diesem Abschnitte ihn in Paragraphen zu theilen, da bei einem Buche mit soviel gegenseitigen Beziehungen ein Hin- weis auf die Seiten nicht durchzuführen ist, besonders da vor dem Drucke die Seiten schwer festzustellen sind. Jedem männlichen Mitgliede, das Nachkommenschaft er- zeugt hat, ist ein eigener Paragraph zu geben, wenn auch dadurch der Umfang der Paragraphen sehr verschieden wird. Die Kinder sind am Ende der Paragraphen mit Buch- staben aufzuführen und bei mehreren Ehen des Vaters die neue Ehe zu bemerken. Diejenigen Söhne , die keinen eige- nen Paragraph erhalten, sind unter ihrem Buchstaben voll- ständig abzufertigen. Bei dem weiblichen Geschlecht, das in vielen Familiengeschichten sehr stiefmütterlich behandelt wird, wri&l mehr aus Mangel an Stoff, als aus Zurücksetzung, ist wan den Frauen ausser dem Namen der Eltern und den all- gemeinen Daten etc. eine etwaige frühere oder spätere Ver- heiratung, als mit dem Familienmitgliede auch, zu erwähnen, ebenso bei den Töchtern dieselben Angaben über den etwai- i» Ehidtthnn. Die Kinder der Töchter gehören nicht in die FcÜ&ilidftj^esohichte, dagegen wichtige Lebensmomente aus dem Ldgiibi^h^foichter und deren Gatten. -hin Söhne, die einen eigenen Paragraphen erhal- tealf l«i4dofÄtot unter Angabe desselben in ihrer Reihenfolge beholhifKl^ir^gvijphen des Vaters zu erwähnen und ist dann htsoBi^iimUbiwaeigen Paragraphen auf Namen und gra^h) dedoiVstots'i Hinzu weisen. '(lobBei IdabregeiiHV&namen empfiehlt es sich, den Rufnamen, irenn nenHSikamn tj i dqr*©ruck . zu markiren. W^tilegftfö^ Kinder zu erwähnen sind, ist schwer zu sagen, jedoch sind sie nicht stets zu übergehen, da sie oft diel Vennkbshng zdidfaihilienprocessen bilden und den Fami- üönüameh ohse AdMAbzeichnung führen. t Digitized by Google 35 Sind in einer Familie mehrere Linien, deren Zusammen* hang nicht feststeht, so sind diese nach einander in obiger Art zu bearbeiten. Als Anhang zu der Genealogie sind die Fa« milieomitglieder zu erwähnen, die in der Zeit erscheinen, in welcher die Genealogie schon feststeht, die aber nicht darin, unterzubringen sind. Es könnten noch mehrere Ansichten über diesen Theil der Familiengeschichte ausgesprochen werden, statt dessen möge der Rath genügen, sich in den Geschichten anderer Familien umzusehen, wie diese es gemacht haben und dann, zu prüfen, ob die Anlage und die Verwerthung des Stoffes befriedigt Am Besten würden sich hier die Ahnentafeln anschliessen r •ein Theil der Familiengeschichte, mit der sehr viel Unfug getrieben worden ist, da bei dem grossen Unterschied der Stände im 17. und 18. Jahrhundert dieselben zur Erlangung mancher Beneficien nothwendig waren. Selbst amtlich sind häufig Ahnentafeln als richtig anerkannt worden, deren Glaub- würdigkeit die genaue Forschung später in Abrede gestellt hat und ist es daher die Pflicht einer jeden Familie, die eine, Geschichte, nicht einen Roman edirt, bei der Publication von Ahnentafeln die Quellen derselben jedesmal anzugeben und nicht Ahnentafeln zu fabriciren, wenn keine vorhanden sein können. Bei dieser Gelegenheit möchte auf die Zuverlässig- keit und Genauigkeit in der Abfassung der Fa- miliengeschichten bingewiesen werden und ist es besonders wichtig, nicht Personen und Tha- ten in die Geschichte zu legen, für di e ein Rubrum Sage existirt. 8. Die Stiftungen etc. Obwohl bei den einzelnen Familienmitgliedern auf die von ihnen ausgehenden Stiftungen Rücksicht zu nehmen ist, so ist es doch entschieden bei dem jetzigen Wechsel des Be- sitzes und des Wohnortes für die Familie von grossem Werth, 3* Digitized by t^ooQle 36 diejenigen Stiftungen genau kennen zu lernen, die aus der- selben hervorgegangen sind und die, zu deren Genuss die ganze Familie oder einzelne Linien berechtigt sind. Es gibt fttr den Adel eine so grosse Menge von Stiftun- gen, dass es wirklich eine Pflicht des gesammten Adels wäre, alle seine Stiftungen zu veröffentlichen; es würde dadurch m manche Thräne getrocknet werden und manche Stiftungen würden ihrem ursprünglichen Zwecke wieder zugeführt, die jetzt durch Unkenntniss der Berechtigten entweder gar nicht, oder durch Unberechtigte in Anspruch genommen sind. Ja selbst auf die allgemeine Stellung des Adels sind die Bene- ficien mancher Stiftungen von Werth. Zu den Stiftungen sind auch alle Befestigungen von Grundbesitz und Erbäm- tern, sowie die Lehen zu rechnen; letztere fehlen fast ganz im niederen Adel Schlesiens. 9. Der Grandbesitz. Wenn auch leider in Schlesien weniger Befestigungen des Grundbesitzes, wie in manchen anderen Provinzen unseres Staates vorhanden sind, so ist doch die Geschichte des Grund- besitzes nächst der Genealogie der wichtigste Theil einer Fa- miliengeschichte. In diesem Theile soll enthalten sein : a) bei jedem noch von der Familie besessenen Grundbesitze, dem befestigten und freien, dem grossen und kleinen ländlichen und städtischen : 1) Name, Kirchspiel, Kreis, Provinz etc. desselben resp.. Angabe des Hypothekenscheins, der Strasse, Haus- nummer etc. 2) Kurze Geschichte dieses Grundbesitzes vor der Er- werbung durch die Familie. 3) Specielle Geschichte während des Besitzes der Fami- lie, Art des Erwerbes, Angabe der einzelnen Besitzer, besondere Vorfälle während des Besitzes, Bauten, Brände etc., mit Hinweis auf die Genealogie resp. die Stiftungen. Digitized by t^ooQle 37 4) Gegenwärtiger Zustand desselben mit den nöthigbn statistischen Angaben wie Flächeninhalt, Taxe, Ab- gabenverhältniss, Einwohnerzahl etc. b) Bei jedem von der Familie nur vorübergehend oder pachtweise besessenen Grundbesitze die eben ad 1 u. 3 angegebenen Verhältnisse, sowie die Art des Verlusteb desselben. Die Reihenfolge der einzelnen Besitze ist, wenn man obige Trennung eintreten lassen will oder nicht, wohl zur besseren Uebersicht nach den greisen und in diesen lexicogra- phisch zu empfehlen. Trotz des polnischen Rechtes ist in unserer Provinz eine grosse Vollständigkeit in der Bearbeitung des Grundbesitzes au erreichen, wenn man die vielen Localrecherchen nicht scheut. 10. Das Irknndenbnch etc. Wenn auch der Begriff einer Urkunde bei Familienge- schichten ein sehr weit gehender zu sein scheint und ein gu- tes Urkundenbuch sehr wichtig ist, so ist doch auf diesen Theil häufig ein grösserer Werth gelegt worden, als er wirk- lich bat, denn, wenn eine Familiengeschichte treu und wahr verfasst worden ist, bedarf es keines conpendiösen Urkunden- buches in der Art, dass oft die Urkunden mehr Bogen bean- spruchen, wie das ganze übrige Werk. Dabei sind die Ur- kunden, die speciell für die Entwickelung der Familie wichtig sind, wie Standeserhebungen, Erbtheilungen , Testamente, Käufe und Verkäufe oft weniger berücksichtigt, als seitenlange lateinische Floskeln, die einem grossen Theile, für die das Buch geschrieben, vollständig unverständlich sind und mitun- ter nur eine Aehnlichkeit des Namens enthalten. Es ist da- her wohl der Grundsatz in Bezug der Urkunden aufzustelien : Jede Urkunde des Urkundenbuches ist speciell durch die Quelle zu belegen und sind diejenigen Urkunden, die für die Familie von besonderer Wichtigkeit scheinen , mit vollem Wortlaute, event deutscher Uebersetzung wiederzugeben, die von untergeordnetem Interesse recht zahlreich in Form vön Digitized by Google 38 Kegesten resp. Auszügen mitzutheilen. Die Anordnung muss chronologisch sein und ist im diesem Theile ein kurzer Index wünschenswert!). Dagegen sind oft Tagebücher, Lebensläufe, geistige Ela- borate einzelner Familienmitglieder, deren Umfang die specielle Genealogie zu sehr belasten würde, von grossem Interesse für die Familie und würden derartige Schriftstücke den Ur- kunden anzureihen sein, wenn ihnen nicht ein eigener Ab-r schnitt zugewiesen wird. 11. Die Stammtafeln. Zur Uebersicht der Genealogie sind die Stammtafeln nothwendig, sie sind meistens vorhanden, aber nicht praktisch angelegt, entweder sind sie zu gross oder sie enthalten zu viel Material. Das einfachste ist, die Stammtafeln nicht grösser zu drucken, als zwei Seiten des Werkes sind, dabei zuerst eine allgemeine Uehersichtsstammtafel zu geben und darauf die speciellen Stammtafeln zu vermerken und diese in hand- lichem Formate, wie sie sich gerade gut theilen, folgen zu lassen. In Bezug des Inhaltes genügt es Vornamen, Geburts- und Todesjahr , resp. ein Jahr , in dem die Person genannt wird, Namen des Gatten resp. Gattin und bei den männlichen Mitgliedern ausserdem die Kinder, Nummer und Paragraph, die sie in der Genealogie einnehmen, zu geben. Eigentlich müssen sich die Stammtafeln auf alle in der Genealogie ge- nannten Familienmitglieder erstrecken und wenn meistens nur darin die männlichen Mitglieder verzeichnet sind, so liegt dieses in der Schwierigkeit der Anlage einer Stammtafel mit allen männlichen und weiblichen Mitgliedern, die bei kleinen Stammtafeln auch vermieden wird. Sind Stammtafeln anderer Familien zur leichtern Auseinandersetzung einer Verwandt- schaft oder Abstammung nötbig, so sind sie im Text bei den betreffenden Stellen zu geben, während die Familienstamm- tafeln besser gesammelt ihren Platz finden. Anders verhält es sieb, wenn ein vollständiger Stammbaum einer Familie Digitized by L^ooQle 39 ohne dazu gehörige Geschichte edirt wird, wie vor einigen , Jahren von den schlesischen Familien von Keltsch und von Richthofen; in diesem Falle ist es trotz der Grösse (der Rieb t- hofen’sche ist 0,75 Meter breit und 2,15 Meter lang) passend/ ihn auf einem Blatte zu geben und die persönlichen Verhält- nisse darauf so vollständig, wie möglich zu verzeichnen. 12. Die Register. Wenn es auch eine wenig geistige Arbeit ist, zu einem Werke Register zu liefern, so ist doch gerade das Fehlen ausreichender Register der Vorwurf, der die meisten bisher edirten Familiengeschichten trifft. Der Zweck der ganzen Arbeit ist zwar mitunter, mit mehr oder weniger Eitelkeit eine Familie zu verherrlichen, jedoch hauptsächlich die Kennt- niss der eigenen Geschichte in der Familie zu verbreiten und diese Arbeit dem grösseren Publikum zugänglich zu machen. Die Familiengeschichten werden aber nur dann für weitere Benützung brauchbar, wenn deren Inhalt leicht zu übersehen ist und der Forscher auf ähnlichem Gebiete durch eine kurze Einsicht in gute Register seinen Zweck erreichen kann, ghne genötbigt zu sein, ein grosses Werk wegen einer für ihn wichtigen Specialität durchzusehen. Um so auffallender ist es, dass bei dem guten Beispiele, welches die in den Quellen genannten beiden schlesischen Vereine in ihren Editionen ge- ben, keine der in den letzten Jahren erschienenen schlesischen Familiengeschichten überhaupt ein Register hat! Der Grund ist wohl der, dass die meisten Register erst angefertigt werden können, wenn das ganze Werk schon ge- druckt ist. Um diese grosse nachträgliche Arbeit zu vermei- den, muss das ganze Werk, wie schon oben angedeutet, in Paragraphen eingetheilt werden und jeder Verfasser wird ohne Mühe mit seiner Arbeit ein gleichmässiges Fortschreiten der Register verbinden können. Zu einer Familiengeschichte gehören wenigstens 3 Re- gister, alle lexicographiscb mit Angabe der Paragraphen ge- ordnet : Digitized by Google 40 1) ein Register der männlichen Familienmitglieder nach den Vornamen geordnet, mit event. Angabe ihrer Num- • mer in der Genealogie; 2) ein Register aller in dem Werke erscheinenden Familien- namen ; 3) ein Register sämmtlicher Ortsnamen. In dem 2. Register sind die Namen der verschwägerten Familien und in dem dritten die Namen, die sich auf Grund- besitz der Familie beziehen; im Druck zu markiren. Da die meisten Familien Schlesiens besonders seit der preussischen Besitzergreifung an allen Zweigen des Staats-, Kriegs- und Landschaftsdienstes Theil genommen haben, so ist über diese Theilnahme oft ein viertes Register erwünscht, wenn nicht schon die statistischen Verhältnisse der allgemeinen Familiengeschichte uns das Wissenswcrthe registrirt haben. Bevor die einzelnen Familiengeschichten besprochen wer- den, möchte sich der Schreiber dieser Zeilen noch ein Paar Worte erlauben, um nicht in den Verdacht zu kommen, zu viel zu tadeln, aber eine nur lobende Recension ist keine Re- cension und fast alle die folgenden Werke haben bei dem grossen Fleisse, der darauf verwendet worden, nur den Wunsch rege gemacht, noch mehrere Familien zur Edirung ihrer Ge- schichte zu bewegen und sie dabei vorher auf die verschiedenen Gesichtspunkte aufmerksam zu machen. Auch sind mehrere Verfasser dem Recensenten theils als bewährte Fachmänner, theils persönlich bekannt, wie auch er den ganzen Aufsatz blos von dem Punkte aus betrachtet wissen will: dass die- sem Theile der vaterländischen Geschichts- forschung eine grössere Aufmerksamkeit, wie bisher, zu zollen ist. Digitized by 3le 41 Nach der Reihenfolge des Erscheinens liegen vor: 1. Genealogische Nachrichten über die Familie von Rosen* berg-Lipinsky von H. A. A. von Rosenberg-Lipinsky, Königlichem Kreisrichter und Abgeordnetem, geschrie- ben und gesammelt 1858. (Berlin 1859). Auf 60 Seiten gibt der Herr Verfasser Nachrichten über seine um 1650 aus Polen nach Schlesien eingewanderte Fa- milie, die dadurch, dass die jetzt lebenden Mitglieder alle von dem 1812 gestorbenen Ernst Moritz abstammen, nur aus der nächsten Verwandtschaft besteht. In Folge dessen sind auch die Lebensumstände der Einzelnen sehr ausführlich ge- schildert, und ist es der Wunsch des Verfassers, dass auf seinem Grunde fortbauend, die Familie sich auch weiteren Aufzeichnungen unterzieht. Auf die Familien, aus welchen die Rosenberg-Lipiusky’s geheirathet haben, ist ein grosser Werth gelegt worden und wenn auch von diesen nur skizzirte Stämme mitgetheilt werden, so sind doch die speciellen Fa- milien der Frauen ausführlich behandelt und finden sich da- her über einige, wie Eckertstein, Hasslingen, Kessel, Koschem- babr, Poser, Sigroth schätzbare Notizen aus den letzten hun- dert Jahren. Der Güterbesitz ist mit Ausnahme von Gutwohne, das als letzter Besitz der Familie in Schlesien vor Kurzem erkauft wurde, etwas oberflächlich behandelt. Dagegen ist die muthmassliche Abstammung von den ursprünglich italienischen Ursini von Rosenberg in den Vor- dergrund gestellt und obwohl der Verfasser pag. 11 ausspricht, dass er die apodictische Gewissheit habe, d^ss seine Familie von den böhmischen oder kärndtischen Rosenberg y s abstamme, so Sann doch trotz aller angeführten Gründe ihm darin nicht beigestimmt werden , sondern die Familie von Rosenberg- Lipinsky ist polnischen Ursprungs, sie gehört zum polnischen Stamm (Herb) Poray, hat erst später den Namen Rosenberg angenommen und führt den Namen Lipinsky als Besitzbezeich- nung. Eine überzeugende Auseinandersetzung dieser Behaupt- ung würde zu weit in die Details der polnischen Adelsgeschichte Digitized by t^ooQle 42 fuhren, um* sie hier zu geben. Ebenso, wie die Rosenberg- Lipinsky oder richtiger Lipinski haben auch die Rosen’berg- Gruszcinski, die aus demselben Herb Poray entsprossen, in neuerer Zeit den Hauptwerth auf den deutschen Namen ge- legt, obwohl letztere die polnische Abstammung anerkennen. Um noch einige Details anzureihen, so ist pag. 49/51 in der Stammreihe der Poser ein Fehler, den der Verfasser selbst durch ein Fragezeichen bemerkt. Die Aufklärung ist die, dass Gottlieb Heinrich, geh. 1713, ein Sohn und nicht Enkel des Christian Heinrich von Poser ist. p. 14 sind als verwandte Familien Estken, Holtey und Linde, nicht Estko, Holty und Linda, sowie Brandys und Zieremberg genannt Es sind dies alte Familien preussischer Landesritter aus der Gegend von Marienburg und Thorn und wäre dort vielleicht der Farailjenstamm weiter zu verfolgen, gerade da Nisiecki angiebt, dass diese Rosenberg’s zum Herb Poray gehören. Die Quellen weisen ausser Familienpapieren nur einige bekannte Adelswerke und die genealogischen Manuscripte der Berliner Bibliothek nach. Die Register fehlen, sie sind aber hier nicht so wichtig, da, trotzdem das Buch eigentlich nicht in Abschnitte gctheilt ist und die Mitglieder der Familie nicht numerirt sind; es doch bei seinem geringen Umfange verhält- nissm^ssig leicht übersichtlich ist. 2. Geschichte der in Schlesien blühenden Familie v. Elsner und ihres Grundbesitzes von R. C. F. J. von* Elsner, * Kammerherrn auf Pilgramsdorf (1859). Beim Aufschlagen des schön ausgestatteten Werkes in gross Quart tritt uns zuerst das Bild des Herrn Verfassers und eine gut ausgeführte Lithographie des Wappens ent- gegen. Daran reihen sjch eine Vorrede von acht, eine Quellen- angabe von acht Seiten, Inhaltsverzeichnis, drei Stammtafeln, die Geschichte der Familie von etwa hundert, eine Geschichte Digitized by L^ooQle 43 des Grundbesitzes von 70 Seiten, der Abdruck des Adels- diplom von 1693 und einige Familien-Urkunden an. Nach der Vorrede ist das Werk nur zunächst fiir die Familie bestimmt und sind in derselben einige allgemeine Grundsätze aufgestellt, die allen Familien zur Beherzigung dienen möchten! Die Quellen bestehen fast nur aus unbedeutenden Fami- lienpapieren, während eine Menge allgemein bekannter, ge- druckter Quellen, wie die Schlesischen Provinzialblätter und Ledebur’s Adelslexicon nicht einmal benützt worden sind. Die dritte, eigentliche Familienstammtafel ist durch un- nöthige Baumverschwendung zu gross geworden. In Bezug auf die eigentliche Geschichte der Familie, der eine genügende Geschichte des Wappens und Namens voraus geht, mögen einige specielle Notizen genügen. p. 48/50 ist eine fast romanhafte Geschichte der Ehe des Grossvaters des Verfassers mitgetheilt, dabei ist es aber wun- derbar, da die aud dieser Ehe hervorgegangenen Kinder 1788, wie die schlesischen Provinzial blätter vom Januar 1789 mit- tbeilen, mit allen adeligen Rechten legitimirt wurden und dies der Verfasser nicht erwähnt, trotzdem er in der Vorrede sagt, dass seine Geschichte auf die gewissenhafteste und zu- verlässigste Wahrhaftigkeit Anspruch macht. * Nach den schlesischen Provinzialblättern sind die pag. 93/97 genannte Wittwe geb. Koehlich 9./3, 1787, pag. 95 der Forstmeister 1797 und pag. 96 mehrere Kinder erster Ehe des Friedrich Wilhelm jung gestorben. Dieser Theil hat überhaupt eine Menge Specialitäten und Vermögensnachweise, die doch zu weit für eine durch Druck veröffentlichte Familiengeschichte gehen, wie pag. 73 dieBeise mit dem Canarienvogel, wenn auch einzelne Notizen im Laufe der Zeit an Werth gewinnen werden. Daran schliesst sich ein Verzeichniss der verwandten adeligen Familien an, in welchem wohl bei einigen wie Clae- richen, Reisinger, Rosenau schwer der Adel nachzuweisen sein wird. Ebenso scheinen dem Verfasser die Verhältnisse der Digitized by Google 44 Breslauer Patrizier nicht klar gewesen zu sein, da er jede Breslauer Familie, die später geadelt wurde, zu f den, Patriziern rechnet. Die Geschichte des Grundbesitzes, die in 4 Abschnitte zerfallt: 1) die früher besessenen Güter, 2) den pachtweise inne gehabten Besitz, 3) die Grüfte und Ruhestätten, 4) der noch jetzt vorhandene Grundbesitz, ist ganz entsprechend, da dem früher und pachtweise besesse- nen eine genügende, dem noch vorhandenen eine specielle Aufmerksamkeit erwiesen wird, wenn es auch Ansichtssache ist, den Nachweis der Grüfte und Ruhestätten, eine gute und seltene Beigabe einer Familiengeschichte, bei dem Grundbe- sitze zu erwähnen. Unter dem vorübergehenden Besitze fehlen mehrere Gü- ter, wie Rausse, Rachen und Wiltschkau, Kreis Neumarkt, die 1789 erworben, 1791 veräussert wurden, ferner hätte ein Blick in Ledeburs Adelslexicon oder eine genaue Durchsicht von Zimmermanns Beiträgen den Verfasser davor bewahrt, ßunkey, Kreis Oels, als Prunkau aufzunehmen, einen Namen, den das Gut nie geführt hat. Ebenso hätte Knic’s Ortschaftsverzeich- niss von Schlesien ihm gezeigt, dass Uloischwitz, Kreis Oels, jetzt Loiscbwitz heisst, während dies nach pag. 16 viel Mühe gemacht hat, festzustellen. Die pag. 192 unentziffert angege- benen Namen unter dem Adelsdiplom werden wohl die Zeichen für manu propria sein. Am wenigsten befriedigt das Urkundenbuch, denn es gibt nur einen kurzen Lebenslauf, drei ebenso lange, wie unbe- deutende poetische Nachrufe, eine Abschrift des Titels einer Leichenpredigt, fünf unbedeutende Cabinets-Ordres und eine etwas schlüpfrige Tischrede an ein neu vermähltes Paar. Damit schliesst das Buch und ist bei dessen Umfang schon ein geordneter Nachweis der Familienmitglieder wün- schenswert!), bei der Menge von Details über andere adelige Familien besonders in der Geschichte des noch vorhandenen Grundbesitzes aber ein Register der Familiennamen durchaus Digitized by A^OOQle 45 nothwendig, da jedes Werk, das durch den Druck der Oeffcnt- lichkeit übergeben wird, mehr oder weniger die Pflicht hat, die Benutzung zu erleichtern. Von den folgenden vier Familiengeschichten ist sohon eine kurze Recension von kundiger Hand in der schlesischen Zeitung 1871 No. 75 veröffentlicht. 3. Geschichte der Freiherrlichen Familie von Tschammer, herausgegeben von dem Majoratsherrn Freiherrn Au« gust von Tschammer-Quaritz, verfasst von F. W. von Raczeh, Director der Realschule in Neustadt i./Schl. (Breslau 1868. gr. b°. 9 Bilder, 268 Seiten und Stamm- tafel). Aus der in den Schlesischen Provinzialblättern von 1870 pag. 85 veröffentlichten Recension ist ein Punct hervorzuhe- ben: der polnische Ursprung der Familie. Die Abstammung von der deutschen Familie Biberstein ist schon deshalb nicht anzunehmen, weil die Bibersteins nie das Büffelhorn geführt haben, sondern nur die Hirschstange. Es geht den Bieber- stein’s aus dem polnischen Stamme Rogalia ebenso, wie oben angedeutet, den Rosenberg’s, der polnische, im Wappen ruhende Familiennamen ist der ältere, der deutsche der neue. Nock klarer wird es bei der grossen Anzahl von Familien aus dem Stamme Rogalia, die beweisen, dass dieses Wappen ein polnisches aus einer Zeit ist, wo die Wappen sich bilde- ' ten. Gerade die Tschammer, die schon 1240 urkundlich auf- treten, würden irgend % wie den deutschen Namen Biberstein angedeutet haben, da Tschammer wahrscheinlich ein Rufnamen 1 ist, der später Familiennamen wurde. Der erste Abschnitt der Familiengeschichte bis 1400 ist, da Tschammer in dieser Zeit nebst den Pogrell’s die polnische Familie in Schlesien ist, von der das meiste urkundliche Ma- terial vorhanden ist, bei einer sonst so reich ausgestatteten Familiengeschichte zu dürftig behandelt, ja es sind viele Mit- glieder aus dieser Zeit gar nicht erwähnt. Eine ausführliche Besprechung des Werkes würde zu Digitized by t^ooQle weit führen , da ganze Initiationen schlesischer Tscbammer darin fehlen und dieses Werk nur eine Verarbeitung des Quaritzer Archives mit einigen Angaben aus dem Breslauer Archive, sowie umfassenden Nachrichten über .die Majorats- besitzer ist, ohne dass der Herr Verfasser sieh die Mühe ge- geben hat, durch Vergleich mit anderen Familiengeschichten zu sehen, was zu einer Familiengeschichte gehört. Wenn es auch nicht möglich ist, allen Stoff zu finden, der zu verwer- (hen ist, da auch in Lievland und Schweden Zweige der Tscbammer existiren sollen, so kann man aber auch nicht blos aus einem kleinen Familien- Archive die Geschichte einer Familie ediren, deren Namen man überall findet, wo die Spe- cialgeschichte Schlesiens für das Land wichtige Ereignisse erzählt. Um den Beweis zu liefern, wie viel gedruckte Quellen allein über diese Familie vorhanden sind, sei hier ein kleiner Auszug aus einer Sammlung veröffentlicht, die nicht für die Tschammersche Familie angelegt wurde. Es finden sich Nachrichten über die Tschammer’s in: Procession beim Leichenbegängnis des Herzogs Carl v. Oels [1617]. Schickfuss schlesische Chronik [1619]. * Leichenkonducte der Herzoginnen Elisabeth und Anna zu Oels [1630/31]. Genealogie der von Schweinitz [1661]. Fellgiebel, Abdankungen [1665]. Hallmann, Leichenreden [1682]. Lucae Schlesische Chronik [1689]. Weingarten, Fasciculus Diversorum Jurium [1690]. Sinapius, Olsnographie [1707]. Schlesiens fliegende Bibliothek [1708]. Beckmann, Geschichte von Anhalt [1710]. Hermann, Masslographie [1711]. Grosser, Lausitzer Merkwürdigkeiten [1714]. Geist- und weltliche Reden der berühmtesten Schlesier [1714]. Digitized by t^ooQle 47 von Ziegler, Conti n. Historischer Schauplatz und Laby- rinth der Zeit [1718]. Zeller, Hirsch bergischc Merkwürdigkeiten [1720/26]. Weingarten, Codex Ferdinando Leopoldin etc. [1720]. Sinapius, schlesische Curiositäten [1720/28]. Herrmann, Heraldica Mystica [1723]. Crusii Miscellanea Silesiaca [1722]. Sommersberg, Silesicarum Rerum Scriptores [1729/32]. Gelehrte Neuigkeiten Schlesiens [1735 etc.], v. Stosch, Genealogie der von Stosch [1736]. Schlesisches historisches Labyrinth [1737]. Kundmann, Silesii in Numrois [1738]. Friedeberg, Von den schlesischen liechten [1738/41]< Kundmann, Heimsuchung Gottes über Schlesien etc. [1742], Kundmann, Geschichte der Gelehrten in Münzen [1742], Gesammelte Nachrichten von Schlesien [1741/44], Beschreibung der Huldigung in Breslau [1742]. Waltheri Silesia diplomatica [1742]. Wende, Geschichte der von Doebschitz [1745]. Fülleborn, Geschlecht von Seherr [1755]. J. F. S., Geschichte des seit 1756 geführten Krieges [1757 etc.]. Pauli, Leben grosser Helden [1758/67]. Oelser genealogische Nachlese [1765]. Geschichte der von Poser [17 67 1. * Diplomatische Beiträge zur Geschichte Schlesiens [17 71/75[. Geschichte von Domanze [1772]. Ehrbard, Presbyterologie [1780/89]. Klose, documentirte Geschichte von Breslau [1781/83]. Sammlung ungedruckter Nachrichten zur Geschichte der preussischen Feldzüge [1782/83]. Zimmermann, Beiträge zur Beschreibung von Schlesien [1785/95]. Schlesische Provinzialblätter seit 1786. Steige, Geschichte von Bolkenhayn [1795]. Dio denkwürdigsten Jahrestage Schlesiens [1802/4]. Geschichte der Familie von Wentzki [1803]. Digitized by Google Die Wasserfluth in Sagan [1804]. Preussische Rangliste von 1806. Berlin [1827], Die Berichte etc. der Gesellschaft für schlesische* Cultur etc. seit 1809.1 Kannegiessers Tartaris [1811]. Preussische Militär- Wochenblätter seit 1817. Stammliste der prenssischen Armee [1822]. Büsching, Hans von Schweinichen [1823]. Thomas, Handbuch der Literaturgeschichte von Schle- sien [1824]. von Hellbach, Adelslexicon [1826]. Minsberg, Geschichte von Neisse. Tschoppe und Stenzei, Urkundensammlung [1832]. Preuss, Geschichte Friedrich des Grossen [1834]. von Zedlitz, Neues Preussisches Adelslexicon [1836/43]. von Schöning, die Generale der preussischen Armee [1840]. Vogt, Namencodex der deutschen Ordensbeamten [1843]. Müller, die Burgen Schlesiens [1844]. Stehr, Chronik von Klein-Oels [1845]. Heyne, Geschichte von Neumarkt [1845]. Knie, Ortschaftsverzeichniss [1845], Stenzei, Breslauer Bisthums-Ürkunden [1845]. Schönwälder, Geschichtliche Ortsnachrichten von Brieg etc. [1847]. Goedsche, Geschichte dfes Militsch-Trachenberger Kreisel [1847]. Stenzei, Scriptores Herum Silesicarum [1850/51]. Görlich, Geschichte von Strehlen [1853]. Stonzel Geschichte Schlesiens [1853]. Yehse, Geschichte dor Höfe dos Hauses Sachsen [1854]. Zur Geschichte von Conradswaldau [1854]. Ledeburs Adelslexicon [1855]. Die Editionen des Schlesischen Geschichte -Vereins seit 1856. Biermann, Geschichte der evangelischen Kirche in Oestr. Schlesien [1859]. Digitized by t^ooQle 49 Kästner, Archiv für Geschichte des Bisthums Breslau [1859] etc.. Rechnet man dazu die Gelegenheitsschriften der Familie, soitrje die Quellen aus Zeitschriften etc., so 'würde ein voll- ständiges Verzeichniss der gedruckten Quellen weit über die Grenzen dieses Aufsatzes heraus gehen. Da auch alle anderen Ansprüche an eine Familienge- schichte fehlen, so ist es zu bedauern, dass der Herr Heraus* geber diese Arbeit so luxuriös ausgestattet hat. 4. Geschichte des Geschlechts der Saurma und Sauerma* Denkschrift zur 300jährigen Gedächtnisfeier der Fidei-Commissstiftnng Jeltsch vonA. Weitzel, Geist- lichen Raths etc. (Ratibor 1869. Quart. 139 Seiten). Wie schon aus dem Titel hervorgeht, ist diese als Ma- nuscrrpt gedruckte Denkschrift zu einer wichtigen, ja vielleicht der wichtigsten Gedächtnisfeier der Familie verfasst. Sie giebt über 290 Mitglieder beider Geschlechter der Familie Nach- richt und ist die sinnige Anerkennung, welche die Familie laut den Schlesischen Provinzialblättern 1870 p. 37 dem Verfasser gezollt hat, eine so gerechte, dass eine Recension dieses vor- trefflichen Werkes auch ein befriedigendes Resultat liefern muss. Wenn auch einige Vorarbeiten fttr dieEdirung dieses äusserlich bescheiden ausgestatteten Werkes vorhanden waren, so zeigt doch die Menge des gegebenen Stoffes bei einer erst in der Mitte des 16. Jahrhunderts nach Breslau eingewan- derten Patrizierfamilie von einem Sammelgeist und Bienen- fleisse des Verfassers, der jedem Autor einer Familienge- schichte zu wünschen wäre. Ebenso, wie für die einzelnen Personen, ist auch für den Besitz gesammelt worden, so dass diese beiden Hauptbestandtheile des Werkes mustergültig sein würden, wenn die Verarbeitung des Stoffes in etwas zusam- menhängender Form gegeben worden wäre. Die 3 Stamm- tafeln, die sich mit auf die weiblichen Glieder ausdehnen, sind durch Gleichstellung der verschiedenen Generationen sehr übersichtlich. Die kurze Namensgeschichte und die Erläu- 4 Digitized by t^ooQle 50 terungen über das Wappen genügen, wenn auch nicht ein- zusehen ist, warum dasselbe Wappenbild in dem Stammwap- pen ein Wolf, in den Wappen der jüngeren Linie ein Fuchs sein soll und ein Paar Wappenabbildungen sehr erwünscht gewesen wären. Nur einige kleine Bemerkungen mögen gestattet sein, wie das Aufheben des Bildes der Familie im engeren Sinne durch eine stricte Bearbeitung der einzelnen Mitglieder nach der numerischen Reihenfolge in der Generation, das die Ue- bersicht erschwert, der Mangel eines Namensregisters und die zu häufige Quellenbezeichnung, denn es ist nicht nur dea Quellen ein genügender eigener Abschnitt gewidmet, sondern es sind auch unter jeder Seite und bisweilen im Texte so reiche Citate angeführt, dass fast jeder Satz des Buches einen urkundlichen Beleg hat. Die beiden Linien der Familie (die richtiger ältere und jüngere, als Jeltsch’scher und Seitenlinie bezeichnet würden), sind trotz der gleichen Abstammung durch den Namen und den Unterschied der Confession seit Jahrhunderten von einan- der getrennt und bildet, wie fast alle angesehenen Familien Mährens, Böhmens und Schlesiens, auch die Familie Saurma den Beweis, dass ein grosser Theil des katholischen Adels der genannten Länder erst in Folge der böhmischen Unruhen 1620 zur katholischen Religion zurückgekehrt ist. 5. Das von Prittwitz’sche Adelsgeschlecht. Aus den auf- gesammelten Nachrichten zusammengestellt von Robert von Prittwitz. (Breslau 1870. 8°. 308 Seiten). * Für eine Familie, von der gegenwärtig gegen 200 Mit- glieder am Leben sind, die mehrere, auch für die weitere Geschichte bedeutende Persönlichkeiten aufzuweisen hat und bei den umfangreichen Vorarbeiten, die dem Herrn Verfasser zu Gebote standen, ist diese Geschichte, die nebenbei fadt zu einfach ausgestattet ist, zwar ein lesenswerther Beitrag, aber keine genügende Geschichte, da nicht nur ein ausreichendes Quellenverzeichniss, eine ausführliche Bearbeitung über Namen Digitized by t^ooQle Nachtrag- Die Redaction hat aus den ihr noch verbliebenen Manuscripten des verstorbenen Freiherr» C. Chi. von Reitzenstein das vorstehende Ver- zeichnisse um dessen Abdruck derselbe noch einige Wochen vor seinem Tode mahnte, zum Abdruck bringen zu müssen geglaubt; wie wenig es indessen auf absolute Vollständigkeit Anspruch machen darf, geht aus der nachfolgenden Uebersicht hervor, welche eine Menge — nur theilweise auch bei andern Kantonen aufgeführter — Familien allein aus dem Oberrheinischen Ritter-Kanton aufweist, die 1779 aufgeschworen hatten (Katalog Nro. 102.) und, wenn sie auch vielleicht „bei Auflösung des deutschen Reichs* nicht sämmtlich mehr die alte Stellung einnahmen, doch eben so wenig unberücksichtigt hätten bleiben sollen, wie viele andere, bereits lange erloschene Geschlechter. Busch; Breitbach von Bürresheim gen. v. Ried, Frhm.; Dienheim, Frhrn.; Erthal, Frhrn.; Frays, Frhrn.; Gagern, Frhrn. ; Gudenus, Frhm.; Gemmingen, Frhm.; Geismar, Frhrn.; Grünstein, Frhrn.; Hettersdorff, Frhm.; Hack, Frhm.; Horaeck zu Weinheim, Frhm ; Harting, Frhrn.; Hallberg, Frhrn.; Hoheneck, Frhrn.; Hopfer, Frhrn.; Gcdult von Jungen- feld; Koffler von Mühlend; La Roche, Edle Herren von Starkenfels, Frhrn.; Langenwerth von Simmern, Frhrn.; Lyncker, Frhrn.; Löhrbach, Frhm.; Migazzi von Waal und Sonnen thurn, Herren von Chotowin und Rotzahorsky, Grafen; Plittersdorff, Frhrn.; Ritter; Sparr von Greiffenberg, Frhm.; Schoben, Edle von Cronfeld ; Sturmfeder von Oppenweiler, Frhm.: Schliederer von Lachen, Frhrn.; Schencken von Schmidburg, Frhm.; Schönbor n-Buchheim-Wolfsthal, Grafen; Steffne; Schmitz; Sohler, Frhm. ; Vorster, Frhm.; Wallbrunn, Frhrn.; Ebersberg von Weyhers, Frhm.; Wetzel gen. von Garben, Frhrn. Digitized by Google Berichtigung zu Heft 4 der Vierte(jfthrsschrift von 1874. Seite 200, Stammtafel II. des 4. Heftes der Vierteljahrs ohrift des Herold für 1874 fehlt eine Generation. Der Perüokenmacher Christian Ludwig Triller zu Halberstadt (geb. 1714, f 1776) hatte folgende Söhne: 1) August Christian Friedrich, getauft zu Halberstadt 1. April 1743, f 1807 als Perüokenmacher zu Halberstadt. Seine Frau war Johanna Dorothea Bartelsen. Von ihm stammt die in der Stammtafel aufgeführte nächste Generation. 2) Johann August Andreas, geb. 1744, f 1770 als Soldat zu Halber« stadt. 3) Johann Heinrich Christoph, f jung. Die Frau des Postbriefträgers Georg Friedrich Heinrich (geb. 1776) hiess Johanna Caroline Pfeiffer. Der an der Spitze der Tabelle H. genannte Michael Triller wurde nicht Tom Kaiser Carl V., sondern, wie auf Seite 193 schon richtig ge- sagt ist, vom Kaiser Rudolf n. geadelt. J. Gf. Ö. Digitized by L^ooQle Digitized by Google Nachträge and Berichtigungen Geschichte der Herren, Freiherren und Grafen ven Pallant. (I. Jahrgang der Viertejjahrsechrift de* „Herold/ 1 ) Digitized by t^ooQle Digitized by Google I. Zu Seite 164, Zeile 12 von oben. Johanna von Pal- 6. laut war in erster Ehe mit Otto von Elsloo vermählt, welcher 1361 als letzter seines Stammes starb und von seinen Halb- brüdern von Schönforst beerbt wurde (Archiv zu Maestricht). II. Zu Seite 167, Zeile 2 von oben. Edmund H. von 9 . Pallant lebte noch 1500, wie aus einer, im September 1874^ in der zu Aachen erscheinenden Zeitung „Echo der Gegen- wart* abgedruckten, Urkunde erhellt, durch welche der Her- zog von Jülich der Maria von Rode (Wittwe des Johann von Schönrode) die bisherige Pfandschaft Heyden bei Aachen erblich und. ewiglich verleiht. Die betreffende Stelle lautet: „ — unnd zu mehre künden haiu wir geheischen unnd befehlenn overmitz diesen sellven Brieff unsen lieven rheden unnd getreuenn Dieterich von Burtscheidt unsen erff- hofmeister uns* landts vonn Gülich, Edmondt von Polanndt unsen Amptmann zu Nidecken Ihre Siegelenn bey dat unser ann diesenn Brieff zu hangenn Gege- ven zu Hambach 1500 den nechsten Donnerstag nach Concept^ B. Mariae Virg. (10. Dezember).* Mitgetheilt durch Herrn Dr. Scheen in Cornelimünster. HI. Zu Seite 167, Zeile 8 von oben. Reinhard von Pal- 9 . lant war auch (und zwar schon am 22. Februar 1420) Pastor zu Bosslar, wie aus einer Urkunde bei Ritz (Urkunden und Abhandlungen zur Geschichte des Niederrheins pag. 129) hervorgeht; welche im Auszuge lautet : „Wir Gesilis ind Greta beyde von hottorp — — (Geschwister, übertragen) an der eerber vrome her Werner von Palant herre zu, 5 * Digitized by t^ooQle 68 Breidenbendt ind sine erven — — die erfgifte der vurss ca- pelle zu hoitdorp — — getztige eerbern bereu Rey- nalt von palant pastoir zu Boysselaer 1420, Petri Stuhlfeier.* Reinhard war jedenfalls ein sehr junger Pastor und Zeuge (Mitgetheilt durch Herrn Dr. Scheen). 9* IV. Zu Seite 167. Zusatz zu Anmerkung 2) : Auch ver- trat er seinen genannten Neffen von 1482 — 1494 als Drossart von Falkenburg. n - V. Zu Seite 169. Daem II. von Pallant erhielt den Hof zu Gressenich; dies ergibt sich aus einem Weisthum der Schöffen zu Cornelimiin8ter, veranlasst durch genannten Daem : „Item hadde Jongk. Daem6 van paelant synen peichter in syne hoeve zo gressenich vur scholt gekümerf etc.* (Mitge- theilt durch Herrn Dr. Scheen). *3- VI. Zu Seite 171. Anton von Pallant, Herr zu Ruland erscheint 1443 aufSeiten des Herzogs von Burgund. (Cfr. Luxemb. Hist. Verein XXVIII p. 190). u. VII. Zu Seite 172. Agnes von Pallant vermählte sich vor 1487 ; ihr Gatte empfing die Belehnung mit Neersen, Anrath und Uerdingen im Jahre 1502. 16. VIII. Zu Seite 174. Carsilius IV von Pallant lieh 1521 dem Herzog Johann von Cleve 2066 Goldgülden auf das herzogliche Haus in Köln , der „märkische Hof* auqh „zum Spiegel* genannt. Die Obligation wurde im Jahre 1609 auf das herzogliche Haus in der Johannis-Strasse übertragen, die Interessen der Schuld aber sehr unordentlich und endlich gar nicht mehr gezahlt. Die Obligation war mittlerweile in den Besitz der Familie von Brempt gelangt, welche 1632 und 1636 verschiedene Versuche machte, zu ihrem Golde zu kom- men, endlich aber die Forderung und das Geschäft des Ein- treibens dem Dr. Esken zu Köln cedirte. (Nach den gedruck- ten Processakten, die sich — leider nur in einem sehr unvoll- ständigen Exemplar — in meinem Besitze befinden). 20 . IX. Zu Seite 178. Zusatz zu Anmerkung 1): Ich be- sitze einen alten Kupferstich, welcher den Entsatz des Schlos- ses Breitenbend darstellt und höchst interessante Aufschlüsse Digitized by Google Über die Umgegend and bei der Affaire betheiligte Perso- nen gibt. X. Zu Seite 179. Zeile 3 von oben. Wilhelmine von st. Wittenhorst war Wittwe des Arnold Hayn von Geleen. Die Kinder aus dieser Ehe und nicht die Pallant erbten Brock- hausen. XL Zu Seite 179. Zeile 12 von oben. Agnes Gräfin von s Eberstein, Wittwe des Freiherrn Werner VI von Pallant er- hielt am 14. Juni 1650 für sich und ihre etwaigen Nachkom- men das böhmische Inkolat. Sie besass die Güter Tschisch- kowitz (bei Böhmisch-Leipa) und Koscbtialov (bei Gitschin) in Böhmen. (Kgl. Böhm. Landes-Arcbiv zu Prag). XII. Zu Seite 179 Zeile 24 von oben. Andreas Freiherr n. von Pallant schoss dem Könige Philipp IV bedeutende Sum- men vor und erhielt dafU? eine Anweisung auf die kgl. Do- mänen in den Niederlanden und eine Rente von 312 Livres auf das Schloss Osennes. (Inventaire des archives du Nord II. pag. 362). — i XII I. Zu Seite 183 Zeile 11 Tön unten lies: Tochter 25 . von Marsil IVzu Wachendorf und Anna Isabella von Merode (Cfif. pag. 328). — 9t XIV. Zu Seite 192. In der letzten Zeihe streiche man: 34 . Sie brachte Brockhausen in die Ehe. Cfir. oben X. XV. Zu Seite 193 Zeile 13 von oben ist Brockhausen zu ». 'streichen; Zeile 18 von oben ist das Eingeklammerte zu strei- chen. XVI. Zu Seite 195 Zeile 18 von oben. Adolf Wilhelm 37 . ■Freiherr von Pallant stand in Militärdiensten; er lebte noch 1709, war aber 1715 todt., XVII. Zu Seite 195 Zeile 26 von oben. Johann Stefan 37 . Heidenreich Freiherr von Pallant war nicht. 1705, sondern .. schon 1685 geboren. : XVIII. Seite 280 Zeile 2 von oben lies 1801 statt 1701. «s. ^ - XlX. Seite 285 Zeile 2 von oben ist nach geboren „zu w. Arnheim“ einzuschalten. Digitized by L^ooQle 70 XX. Ebendaselbst Zeile 8 von oben ist nach Citrenbeck „und Walfort" einzuschalten. XXI. Ebendaselbst Zeile 17 von oben lies Angerenstein statt Walfort. 51 . XXII. Seite 285 Zeile 11 von oben ist nach 1870 „zu Haag" einzuschalten. XXIII. Ebendaselbst Zeile 12 von oben; nach Oye lies: königlich niederländischer Kammerherr etc. geboren zu Yoorst 18. September 1834, vermählt zu Necrynnen. XXIV. Ebendaselbst Zeile 22 von oben; nach Pallant lies: geboren zu Haag 23. Januar 1870. XXV. Ebendaselbst Zeile 6 von unten; nach Wester- voort lies : Ritter mehrer hoher Orden. XXVI. Ebendaselbst letzte Zeile; nach 1806 lies: zu Arnheim. 5 *. XXVII. Zu Seite 286 Zeile 12 von oben. Carl Friedrich Freiherr von Pallant war Offizier der Cavallerie und starb zu London 14. Juli 1872. Er hatte sich daselbst am 24. No- vember 1870 mit A. A. M. Maclean vermählt. XXVIII. Ebendaselbst Zeile 12 von unten. Helwigh C. J. Freiin von Pallant ist zu Arnheim geboren und vermählte sich daselbst am 25. Marl 870 mit Anton Luden, geboren zu Amsterdam 31. Juli 1844. XXIX. Ebendaselbst Zeile 5 von unten; statt W. F, G. L. lies: Wilhelmine Friederike Georgine Luise. 53. XXX. Seite 287 nach Zeile 2 von oben einzüschalten : 3) Wilhelmine Friederike Georgine Luise Freiin von Pallant, geboren zu Velp 5. Dezember 1870. XXXI. Ebendaselbst Zeile 4 und 7 von oben lies Keu- kenhof statt Kenkenhof. XXXII. Ebendaselbst Zeile 9 von unten lies Beerse statt Beerde. 55 . XXXHi. Zu Seite 289 ZeHe 8 won oben. Woltera Ger- trud Freiin von Pallant ist am 22. Januar 1850 gestorben. *1 XXXIV. Seite 291 oberste Zeile lies XVIII statt XVIL 5 a. XXXV. Seite 292 Zeile 10; von unten lies Selina statt Ida. Digitized by C^ooQle 71 XXXVI. Ebendaselbst Zeile 9 ton unten; statt zu De* venter 19. Juni 1847 lies: zu Hellendoorn 14. September 1870. •; XXX VII. Seite 295 Zeile 2 von oben lies Rynsdorp 6i. statt Ryksdorp.. XXXVIII. Ebendaselbst Zeile 9 von unten lies : 5) Hen- riette Adele Freiin von Pallant geboren zu Lisse 4. Juni 1850, heirathete zu Rynsdorp bei Wassenaer 1. August 1870 Ru- dolf Freiherrn von Bentinck zu Bückhorst, geboren zu Has- selt 16. Juni 1845 , Sohn von Bernhard Wilhelm qnd Anqa Gerhardine Freiin von Pallant (Cfr. Seite 290). 56 . XXXIX. Seite 298 letzte Zeile lies Cfr. statt Cbr. 64 . XL. Zu Seite 300 oberste Zeile. Der Rittersitz Borsche- 66. mich oder. Borsenbeck /wurde iq d?r Folge häufig Pallauts- burg genannt XLI. Zu Seite 305 Zeile 7 von oben. In Zieverich (bei ti. Bergheim, dem alten Tiberiacum) gab es zwei Rittersitze; der hier in Rede stehende wurde später gewöhnlich Pallantsburg genannt (Cfr. XL ). Ein späterer Besitzer, Herr von Francken, erbaute daselbst ein hübsches kleines Schloss, welches noch steht. XL1I. Zu Seite 306 letzte Zeile; hinzuzufügen: war aber 72 . 1743 todt. : XLIUL Zu Seite 307 Zeile 7 von oben. Maria Theodora 76 . Freiin von Pallant starb vor dem 6. Dccember 1746. - XL1V. Ebendaselbst Zeile 11 von oben ; lies: Elisabeth statt N. - < XLY. Ebendaselbst Zeile 12 yon oben, nach Severin lies: (oder Zevqrn). Nach starb lies: zu Wismar. , XLVL Zu Seite 308 Zeile 6 von , oben Freiherr Georges. Ludwig von Pallant besass das ehemalige Capuzinerkloster zu ^ithepa. Semp Nichte uud Erbin Marif Theresia Freiin £ ypn .Pallant verfcsüfte es 1836 dem Redemptoristen- Orden. XLVII.EbendaselbßtZeilell vonunten lies Wilhelm van Veldhoven (statt W. YQn Wettenhoven). Er war der Vater , des 1867 zu /Withpm verstorbenen als Kanzlerredner bekannten Redemptoristen P. Justin yan Veldhoven» Digitized by C^ooQle 72 XLVIJX Ebendaselbst Zeile 10 von unten lies Eyndhoven statt Lyndhoven. 7a XLIX. Zu Seite 310 Zeile 2 von oben. Dietrich von Pallant scheint die Landdrostei von Valkenburg schon 1463 pfandweise besessen zu haben. Er war auch von 1442 bh 1463 Schöffe zu Maestricht. 78 . L. Zu Seite 312 Zeile 12 von unten. Philipp von Sta- velles war Chef der königlichen Artillerie, ln dieser Stellung streckte er dem Könige 16000 fls. vor, statt deren seine Wittwe circa 1574 einen Antheil an dem Walde von Nieppe bis zur gänzlichen Abtragung der Schuld erhielt. Cfr. Inven- taire des archives du Nord II pag. 260. so. LI. Zu Seite 314 Zeile 19 von oben. Engefsdorff blieb bis kurz nach 1700 im Besitze der Grafen von Waldeck und wurde dann an einen Industriellen Namens Holz verkauft, welcher aber in Concurs gerieth, worauf das Kölner Andreas- Stift das Gut an sich brachte. L1I. Ebendaselbst Zeile 21 von oben. Pallant wurde 1682 an den Grafen von Hatzfeld t- Weis weiler verkauft. 1756 litt das Schloss sehr durch ein Erdbeben und wurde 1769 durch den Grafen Carl Eugen von Hatzfeldt zugleich mH Weisweiler für 210,000 fls. an den Churfiirsten v. d. Pfalz verkauft, welcher es in der Folge mit anderen Gütern (Ofr. 72 . pag. 306 Anmerkung 4) zur Dotation seines Sohnes, des spä- teren Fürsten von Bretzenheim verwandte. 82 . UH. Zu Seite 316 Anmerkung 4). Johann von Pallant nennt sich 1459 „ Jongker Johann Palant, heir zo Segersberge* und erscheint unter den „reeden mde fründen* des Herzogs von Jülich. (Mitgetheilt durch Herrn Dr. Scheen.) S 3 . LIV. Zu Seite 317 Zeile 13 von oben. Johann II von Pallant war auch Herr zu Lürken (Bürgermeisterei Dürwiss, Kreis Jülich) wie aus dem Weisthume von Kornelimünster erhellt. Herzog Wilhelm Von Jülich erschien hätnKch am 22. Tage des Hardmbndes (Januar) 1478 zu Coraelimünster um von dem Abte daselbst als 1 Vertreter des H. Cornelius die Vogtei als Lehen zu empfangen. Der Abt Gerhard vön Lüls- dorf hatte bei dieser Gelegenheit hei sich ' — an eyne Digitized by t^ooQle 73 syden aa manne des hoefft Tan sente Cornelia monster Jo- bann van Paelant, Heir zo Wilden borg inde zo Bergbe, man Tan deme overaten hnse zu lnyrke mit ajner erfibchaff, leenmannen, tzynsen inde peiehten dar so gekoerende &c. &o. *. Lürken lat noch gegenwärtig ein landtagafehigea Rittergut. Die Lehenrührigkeit von CornelimünBter mochte wohl daher kommen, dass Langweiler (ehda. unmittelbar bei Lürken, auch Lanklar genannt) uralte Besitzung der Abtei war und Lürken wahrscheinlich im Gemeindebanne lag. In den abteilichen Lehenalisten von 1602 findet es sieh indessen nicht mehr vor. (Mkgetheflt von Herrn Dr. Seheen.) LV. Ebendaaelbet Zeile 2 von unten. Johann IIL von Pallant erscheint ab jttüehaeher Oommissär bei einer Gränz- Begulirung in Gressenich am 13. Juli 1532: „ — com- paruerunt — — bonorabilea et probi Joannes de Pallant, droasardua patriae Juhacenaia et satrapa in Wilhelmstein — ~ u (Hach einer Urkunde im städtischen Archive au Aachen mitgetheilt von Herrn Dr« Seheen.) LVI. Ebendaselbst Anmerkung 2. Vincenz von Schwa- nenberg gehörte wirklich der alten böhmischen Familie Schw&nberg an, wie. sich dies deutlich aus der Reiaebeschrei- bung Leo’s von Rozmital ergibt. LVII. Zu Seite 319 Zeile 9 von unten. Lintzenich kam aa. später an die Streversdorflj Beywegh, Geyr, Mylius. LVIII. Zu Seite 322 Zeile 9 von oben. Daem von Pal- ^ lant beaaas 1555 eine Lantbank zu Merkstein bei Aachen. Einera Herrh von Pallant gehörte dariials auch die Hälfte von Abenden. (LacomUei’a Archiv HL 2. 341 und 346 ; mitge- theilt von Herrn Dr. Seheen.) - LIX. Ebendaaelbet Note 4) musB lauten : Jetzt Weibels- kirchen (französisch Warize) bei Belchen - in Deubch-Loth- ringen und nicht mit Wiebelskirchen im Kreme r ’Ott- weiler zu verwechselt. . i LX. Zu Seite 323 Zeile 3 von oben ist hinzuzofügen : ^ Daem starb 1665 und ruht in der Schlosskapdle zu Sirck. Daselbst findet eieh sein Grabstein mit den AhneU Wappen nnd der Umschrift: „Hier liegt der edile Adam. von Pallant Digitized by Google 74 herr zu Rollingen, BeH (ve) zu Nancy, dem sei Gott gnaedig im iahr 15C5. Ä Bein Wappen findet sich auch (aber ftsc 6 d’argent et de sable) auf dem Schlüssel des Gewölbes der alten Kapelle zu Varize (Histoire mannscrite de Sirck par Bettinger, berausgegeben von dem Grafen Puymaigre in dem „Mdmoire de räcaddmie de Mete 1852 — 1853“, uns mitgetheilt von Herrn Arcbivrath Eltester zu Coblenz.) 94 . LXI. Zu Seite 328. Letzte Zeile. Graf Carl Eugpn von Hatzfeldt verkaufte Wachendorf 1768 an den Freiherrn von Haiberg um 94,000 fls. 95 . LXII. Zu Seite 329 Zeile 7 von oben. Auch in Roer- monde kommen Pallant vor» Gerhard Dominicus van Pallant (auch Palants und Pallants) königlicher Rath etc. starb 1712; er heirathete erstens Anna Bosmans und zweitens Cornelia Gilkens. Aus dei^ ersten Ehe stammten: 1) Wilhelm Peter, getauft 29. Mai 1670. 2) Johannes Mathias, getauft 30» März 1672. 3) Beatrix Agnes, getauft 23. Januar 1674. 4) Ger- trudi* Catharina, getauft 6 . September 1675. Aus zweiter Ehe: 5) Gerhard Josef, getauft 16. Februar 1699. Einzeln finden sich noch: 1) Catharina van der Raedt dicta Palants 1670. 2) Wilhelm Anton Palant 1672. 3) Anna Catharina Pallants 1675. 4) Wilhelm von Pallant, Doctor der Rechte, Erzdiakon zu Gross-Glogau in Schlesien, 1699. 5) Wendelina Beatrix van Pallant heirathete Franz Cox und starb 25. Juli 1727; sie ruht bei den Minoriten zu Roermonde. (Mitgetheilt durch Horm v. d. Bergh zu Maestricht.) 19 . LXIIL Zu Seite 177 Zeile 12 von oben. Albertus Baro de Pallant-Bretenbend ex oquestri antiqua Juliacensi gene progenitus, fuit Pracpositus Embricensis, Decanus Clivensis. Scripsit Panegyrin Ferdinande III 1637. {Hartzheim, Biblio- theca Coloniensis, Köln 1747; Mitgetheilt von Herrn Pauls zu Cornelimünster.) 5 . LXVII. Zu Seite 163. Ich finde Arnold noeh erwähnt : 1) 1315 (Piot, Cartulaire de St. Troud I p.. 445}, wo er als Zeuge auftritt und sieh vjllicus et scabinus Aquen- sis nennt. Sein Siegel führt die Umschrift: R. Arnuldi dicti parvi Arnuldi. Digitized by C^ooQle 7.5 2) In demselben Jahre findet er sieh als Meier and Vogt za Aachen bei Haagen. Geschichte Aachens' I. 232 (nach Quix, Beiträge II. 162.) 3) Als die Kaiserin Margaretha (Von. Holland, zweite Ge- mahlin Ludwigs von Bayern) 1338 nach Aachen kam, machte ihr die Stadt kostbare Geschenke, worunter ein vergoldeter Becher von 41 Mark 3 Schillingen Werth, welcher von Herrn Arnold dem Kleinen gekauft worden, war. (Haagen I. 250.) 4) 1338 am 29. Dezember, ontersehreibt „Myn Heyre Her Arnold von Breydenbent ritter and achöffen* die Chur- a . gerichtsordnung - von Aachen. (Haagen I. 255.) LXV1H. Zs Seite 163. Ein Reinhard von Pallant war s. 1351 Propst za Kerpen und Vicedom zu Aachen. (Haagen L 285 und II. 57 Nota 2.) . LXIX, Zu Seite 164. Werner I unterschreibt am 16. #• März 1376 das BQndniss zwischen dem Herzoge von Jttlich und der Stadt Köln. (Ennen V. 150.) LXX. Pag. 165 Zeile 9 von oben ist ein grober Druck- fehler stehen geblieben; es mass hier: 1397 statt 1379 heissen. An Freitag nach Petri Kettenfeier 1380 verpfändete' der Herzog von JfUich Vogtei und Meierei von Aaeben an die Eheleute Carsilius von Pallant und Margareth von Berges- hausen. (Haagen I. 313, nach Quix, Aachen, p. 155.) In Generation UI gehört vielleicht noch Arnold von Breitenbend ^ welcher 1874 in die Dienste der Stadt Köln trat (Ennen V. 64) ; Arnold siegelt indessen mit einem Löwen. LXXI. Zu Pag. 174. Wegen - Oarsilius lVvergleicbe 18 * Hangen IL 116.) • LXXII. Zu P4g. 180., Wegen Edmund; von Palküt ver- a. -gleiche min Quix, Beiträge !!!.' '14. i ; • - •• • LXXIIL Zu/Pagr i299; Werner 1 Von Pallant war ein 66. grosser Wohlthäter der Franriskanerkircho zu Aachen. Cfr. Hangen HJ 499 :un3 424.; » d ...; : , i f > 1 '■ - LXXI V. Zu Pag. 31 7i 'Zeile 2 von oben; iEva von Pal- es. lant heirathote im Jahre 1454. (Quix, Beiträge HI. p. 10 -bis 11; mir mitgetbeilt von Herrn E. Pauls in CornelimUnster. Digitized by LxOOQle 76 Ebendaselbst Zeile 4 von unten. Catbarine von Pallant starb als Wittwe 1528. (Quiz, Beiträge III. p. 14 ; mitge- theilt durch Herrn Panis.) 96. LXXV. Zn Pag. 327. Anna von Winkelhansen wurde am 27. Oktober 1577 begraben. (Katzfey, Geschichte von Münstereiffd, IL § 920; alle Noten aus diesem Werke ver- danke ich Herrn Pauls.) m. LXXVL Zn Pag. 328. Marsilius IV. legte am 7. Sep- tember 1659 im Aufträge des Landesherrn den Grundstein zu einem Kloster m Düren und lautete die Inschrift auf der mit versenkten zinnernen Tafel : „Posuit fllustris et generosus D. Baro Marsilius de Pallant D. in Wacbendorfj Frentz et Wiltenbergen, serenissimi Ducis Jnliae camerarius, Satrapas civitatis MarcoduTanae et Satrapiae Nideggenais ete.“ (Bong, Rumpel und Fischbach, Materialien cur Geschichte Dürens 347, uns gleichfalls durch Herrn Pauls mitgetheilt.) Marsi- lius war demnach jedenfalls Amtmann cn Nidecheb und ent- weder überhaupt oder doch damals nicht zu NöroCntcb. Die ' Herrschaft Frentz gehörte den Merode-HoufFalhse, und kann sie Marsilius nur als Pfand besessen haben. Unter ihm (nämlich 1645) besetzten und befestigten die Hessen Waebendorf sehr stark (Katefey L § 918, wo eine ausführliche Geschichte von Wachendorf zu finden ist.) Amalie Raba von Pallant war auch Erbin von halb Wachendorf; ihr Sohn Eduard Florenz Cornelius Graf 'von H&tzfeldt kaufte die zweite Hälfte (von seiner Tante Iaabella) .dazu: Es kam von der Familie Haiberg an die Ritz, zuletzt .an einen Herrn 8chröder. (Katzfby.) Die Reihenfolge der vier letzten PallanPachen Erbtöchter - ist bei Katzfey anders, nämlich 2, 4, 3,11 96 . LXXVIL Zu Pag. 329. Zeile 6 von eben. Zu den Pal- •• lant in Aachen gehört wohl der 1680 vorkommende Maxi- milian von Pallant, “welcher mit dem 1689 erwähnten Cantor Baron von Pallant identisch sein dürfte. (Haagen ILl 283. 299;) 66. LXXVHI. Pag. . 341 .Zeile 6 voti unten . lies 1474 Matt 1774. Digitized by L^ooQle Geschlechter des niederen Adels, die ursprünglich dem hohen angehört haben. Yom Goli. Reg.-RatliDr. L. Frhr.T. Leüehnr. Digitized by v^ooQle Digitized by Google Der Behauptung, dass es Hunderte von Familien des niederen Adels gegeben habe, die in frühester, aber urkund- lich nachweisbarer Zeit, also im 11., 12. , bis in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts hinein, dem hohen Adel ange- hört haben , oder auch unter verändertem Besitznamen den- noch dynastischer Wurzel entsprossen zu sein, nachweisen können, ist widersprochen und das Verlangen gestellt worden, solches durch Nennung der Namen der betreffenden Familien zu beweisen. Selbstverständlich kann nur durch Urkunden der voll- gültige Beweis geführt werden. Dazu fehlt es aber dem an Jahren weit vorgerückten Verfasser dieser Zeilen an Zeit, denn Jahrzehnte würden dafür in Anspruch zu nehmen sein; aber auch an Raum für ein so umfangreiches Werk. Doch ein Ausweg würde übrig hleiben, und diesen will ich, der Wichtigkeit des Gegenstandes wegen, in Beziehung auf seine reichshistorische Seite wählen. Mit Rücksicht auf die Geringfügigkeit des Raumbedürfnisses wird vielleicht der He- rold die Hand bieten, diesen Weg einschlagen zu können. Man hat nämlich zu erwägen, dass das Alphabet mit Hin- weglassung der hier nicht , in das Gewicht fallenden Buch- staben Q, X, Y und unter Zusammenziehung des U und V zu einer Einheit, wie ja auch oft in lexicalischen Worten geschieht, sich auf 20 Buchstaben beschränkt. Neh- men wir nun auch nur einen Buchstaben, der ungefähr die Durchschnittszahl in der Nomenclatur bildet, heraus, so Digitized by L^ooQle 80 würden wir, bei auch nur zehn anzuführenden Beispiele für das ganze Alphabet, schon auf die Zahl 200 kommen. Dass damit jedoch noch lange nicht die Hälfte der zu gewinnenden Beispiele erreicht wäre, liegt auf der Hand, wenn man erwägt, dass die Zahl der Urkunden aus der an- gedeuteten Periode, in welcher jene Wandelungen vor sich gingen, weit in die Tausende gehen, und es unmöglich ist, in kurzer Zeit die sämmtlichen Werke, welche benützt wer- den müssten, zu durchforschen. So habe ich mir denn aus dem Alphabet den ungefähr die Durchschnittszahl haltenden Buchstaben M gewählt, und darf hoffen, damit die Richtigkeit der Eingangs erwähnten Behauptung erwiesen zu haben. L Halb erg (die bei KilRmrg gelegene Barg, früher auch Madelberg genannt) Schon 1084 nobiliores: Cuono de Madelberch et frater ejus Adelbero (Beyer, mittelrh. Bibliotb. I. 449); auch noch gegen Ende des 13. Jahrh. 1292. Johannes domicellus (ein Prädicat, welches nur dem hohen Adel zustand) de Mailberch (Hontheim, hist. Trev. I. 824). Dieses Geschlecht würde, weil es bis zu seinem Erlöschen den Stand der Edelherren gewahrt hat, hier gar nicht mit aufgeführt worden sein, wenn sich in ihm nicht ein interessantes Beispiel böte von der Ab- zweigung eines Geschlechtes niederen Adels aus dynastischer Wurzel. So heisst es nämlich 1186: Rotholfus de Mathel- berch, Heinricus frater ejus de Burensheim (das Schloss Bür- resheim bei Mayen). Die v. Bürresheim finden wir nämlich späterhin zur Ritterschaft gezählt. H. Malsburg (nordwestlich von Zierenberg gelegen). Die Stammburg ist noch heute im Besitz der Familie, ursprünglich hohen Adels. Einst Allodialbesitz gelangte sie dem- nächst an Corvey und wurde als Lehn zurückempfangen mit dem Digitized by t^ooQle 81 Erbschenkenamte. 1111 — 1137 castrum Malsburg, quod Vol- ooldus et Udalricus dederunt (an Corvei) (Gudenus c. d. I« 397.). 1120. Bernardua frater Volcoldi de Malesburg cum herede suo unico filio nomine Amelungo. (Falke trad. Corbey. p. 219). 1123. Bernhardus comes, frater Yolkoldi de Males- burgh cum herede suo unico filio nomine Amelungo. (Erhard, regesta Westfal. I. 151). 1130. Luitgardis vidua Volcoldi de Malsburg (Kindlinger Münst. Beitr. 111. Urk. p. 18). 1130. Liutgarda vidua Volcoldi de Malsburg, filius ejus Bertoldus. (Erhard U. 13.) Mit letzterem pflanzte sich der Stamm bis auf die Gegenwart fort, und zwar als Lehnträger und Erb- schenken von Corvei. 8. Malsen. Der Stammsitz in der niederländischen Provinz Geldern gelegen; in Urkunden schon früh, 996, Malsme und 1120 Malsum genannt: (Lacomblet, niederrh. Urkb. 1. 78. 202.) Von diesem Geschlechte finden wir als Edle : 1076 und 1099 Rogerus de Malsener und zwar an der Spitze der Edlen (Sloet oork. v. Gelre p. 1083). 1116 — 1118 Godefridus de Malsne et frater ejus, mitten unter anderen Edlen (ibd. p. 223). 1121 liberi Godefridus de Malsen et frater ejus dominus Hermannus, wie- der zwischen Edlen (ibd. p. 238); auch noch 1203 Egbertus de Malsen vor den Ministerialen (ibd. p. 411.) In diesen Ge- genden, als zum niederen Adel gehörig, im 17. Jahrhundert erloschen (Fahne, Cöln.- Jül.-Berg. Geschlechter, 1. 267) ; aber noch gegenwärtig in Bayern fortbltihend unter dem Namen Barone Malsen von Tilborch (Baronie in Brabant) 4. Handere. Hier haben wir es mit einem Geschlechte zu thnn, dessen topographischer Name , wegen der vielen Schwankungen in der Schreibart, schwer festzustellen ist. 1143 Leuthardus no- bilis vir, Rudolfi filius de Mandere (Förstemann, Neue Mit- theil. VII. 4. A. A. 43). 1143 nobilis Steppo de Manleis (Le- debur, N. Allg. Arch. HI. 122). Folgende wohl nicht mehr zum hohen Adel zu rechnen: 1181. Rodolfus de Mendere 6 Digitized by t^ooQle 82 (Scheidt vom. Adel, S. 491. Vogell Gescbl. v. Schwichelt p. 7). 1199. Stepo de Mandre. (Urkdb. d. hist. Vereins f. Nieders. II. 39.) 1215. Cunradus de Manderia (Gudenus c. d. I. 433). 5. Marenholz. Die früheste urkundliche Erwähnung dieses noch gegen- wärtig blühenden Geschlechtes ist, mit Uebergehung der fabel- haften Turnier - Erwähnungen , folgende: 1121 Iso et filius ejus Iso Mareholt. (Ludwig, reliq. mspt. V. 68. Köhler, Kloster Petersberg b. Halle, I. 722.) Weil sie ausdrücklich vor den Ministerialen genannt worden, sind sie als nobiles zu erachten. 6. Mareserve. (Maresleve bei Quedlinburg?) Der Name in der Form, wie er zu den Edlen gezählt wird, ist ausserordentlich entstellt. Die v. Maresleve, nach einem eingegangenen Orte bei Quedlinburg, erscheinen später als Ministerialen. Erstere zeigen sich: 1166 Conradus de Makecherve (Ludwig reliq. mspt. XII. 367). in anderen Ab- drücken: Conradus Makecherve (Gercken c. d. Br. HI. 55. Heinemann, Albrecht d. Bär, S. 477). 1170. Conradus et Gero de Maktserve (Ludwig V. 10). 1172. Conradus et Gero de Marktserve. (Dreyhaupt, Saalkreis II. 365.) 1194. Conradus de Makecerve vor den Ministerialen (Beckmann, Hist. v. Anhalt, IH. Th. IV. B. II. Cap. p. 411). 1213. Con- radus Mareczern immer noch vor den Ministerialen. (Erath c. d. Quedlinb. p. 131.) 1256 Albertus Makescerve und 1266 nobilis Albero Zabel, ein und dieselbe Person, dessen Siegel die Umschrift hat: Sigillum Zabelonis de Maretserve (abgeb, Erath Tab. XXH. 3 und Ledebur Archiv für Adelsgesch. HI. 5, wo auf den möglichen Zusammenhang mit Maresleve hingewiesen ist, I. 86 — 89). Das Wappen zeigt einen drei- füssigen geflochtenen Tragkorb. Digitized by C^ooQle 83 7. Mark # (bei Hamm). Dieses Schloss war in der zweiten Hälfte des 12. Jahr- hunderts im Allodialbesitze eines Edel-Geschlechtes , wie aus Folgendem erhellt; 1170. ßabodo de Marcha. (Seibertz, Urkb. d. Herzth. Westfalen, I. 85.) 1174 nobilis Rabodo yan ther Marka (ibd. I. 93. Kindlinger Yolmest-Gesch. II. 26). 1184. castrum Marcha cum toto allodio Rabodonis et cum ministerialibus ejus. (Seibertz I. 118.) Dieses Allodium wurde den Grafen von Altena übergeben, die demnächst, ins- besondere nach der tragischen Katastrophe, die mit der Ermord- ung des Erzbischofs Engelbert von Cöln durch den unglück- lichen Friedrich von Isenberg und Altena (f 1225) endete, den Titel Grafen von Altena ganz gegen den der Grafen v. Mark vertauschten. Die Erwerbung von Mark war bereits 1193 erfolgt, weil hier zutn ersten Mid: Adolfus comes de Altena et in Marca genannt wird. (Erhard, regesta Westf. II. 2$4.} Das ältere ritterliche Geschlecht v. Mark, welches bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts in folgenden Personen er- scheint: 1216 Herbord de Marke (Gelenius vita S. Engelberti), 1252 Ludolph de Marka miles. (v. Steinen, Westph. Gesch. IH. 885) halten wir für Nachkommen des Edlen Rabodo, wo- gegen die ebenfalls bis in die neueste Zeit der Grafschaft Märkischen Ritterschaft angohörigen v. d. Mark Bastarde der Grafen von Altena-Mark sind. 8- MarschaL Der Ueberschrift nach zu urtheilen, sollte man meinen, es könne ]xier nur von Ministerialen die Rede sein; allerdings, aber es gab auch eine höhere Ministerialität, bei welcher der ange- borene Stand des Edlen nicht verloren ging. Zu dieser höheren Glasse gehörten entschieden die. über die Reichsministerialen gestellten Ejrbmarschälle, z. B. 1172 Rudolfus de Aldenborc marschalcus noster (Friderici imperatoris) , (Estor, kl. Schrif- ten^ III. 368); 1206. Henricus de Kallindin imperialis aulae marscalcus (Sloet oork. v. Gelre p. 423). 1215. Anselmus de Iustingen marscalcus imperii (Lacomblet, niederrh. Urkb. 6 * Digitized by L 05 le 8t II. 26). 1218 dePapenheim marscalcus noster (Friderici regis) (Sebüpflin, hist. Zarrag. Baden, V. 148.) Die Nobilität, wenn sie auch nicht ausdrücklich ausgesprochen, verstand sich hier von selbst. Dass aber, auch trotz des Ministerialamtes auch bei geringeren Landesherren die Nobilität ausgesprochen wird, davon hier Beispiele bei einem Landgrafen von Thüringen: 1181 Gothschalcus marschalcus nobilis (Tross, Westphalia 1826. p. 392). 1211 Heinricus marschalcus de Sundershusen nobilis Lantgravii (Urkb. d. hist. Vereins für Nieders. II. 70.) 9. Marten. In der Grafschaft Mark finden wir im späteren Mittel- alter zwei im Wappen verschiedene, ritterliche Geschlechter beide zu Marten bei Dortmund, das eine auf Baus, das letztere auf Schloss Marten angesessen. Die ältesten Mitglieder des einen oder anderen Geschlechtes waren Edle : 1145 Gerhardus de Marten (Sloet oork. v. Gelre p. 280). 1169. Walterus de Merten nobilis (ibd. p. 324). 1174. Gert de Marten (Gele- nius vita. S. Engelberti p. 297). 10. Meinhövel und 11. Münster. Bei folgenden Münster’schen Adelsgeschlechtern , deren Wappen in grosser Uebereinstimmung stehen und deren Stamm- genossenschaft grösstentheils erwiesen ist, nämlich bei denen v. Ascheberg, v. Botzlar, v. Davemberg und den beiden oben genannten, die des Buchstabens wegen herausgenommen sind , kann nur die erstgenannte als eine solche bezeichnet werden, deren früheste Mitglieder als nobiles erscheinen. Es sind dies folgende: 1169. Burchardus de Ascheberge nobilis (Niesert, Münst. Urkb. II. 448). 1179. nobilis Burchardus de Askeberge (Erhard, regesta Wertfal. II. 146. 147). 1188 und 1190. nobilis Heinricus de Ascenberch (Niesert, Münst. Urkb. IV. 161. 174). 1205.1206: Alheidis matrona nobiüs de Ascenberg. (Kmdlinger, Münst. Beitr. III. Urk. Seite 126 Digitized by t^ooQle 85 Erhard III. 21«) Aber auch bei den 4 anderen Familien haben wir sehr auffallende Wahrnehmungen zu bemerken; die sonst in der Regel Kennzeichen höheren Standes sind, z. B. bei den Botzlar, Davcrnberg und Meinhövel nicht bloss die schild- förmigen Siegel ungewöhnlicher Grösse, sondern vorzugsweise die Urkunden-Eingänge; 1270: Nos Rodolphus du bene pla- cito dei, tniles de Botzlar, als Zeuge: patruus noster de Da« verenberg (Niesert, Münst. (Jrkds. II. 470. 471). 1271 zu Daverenberg: Nos Hermannus de bene placito dei miles <hetU8 de Menhovele (Tross, Westphalia 1825 Nr. 36). Letzterer neont sich 1627 Hermannus miles de Menhovele dictus Daverenberg. (Kindlinger, Handseh. 45 Tb. S. 169). Bei denen v. Münster, die Münster’sche Erbmarschälle waren, ist besonders bemerkens werth, dass Ritter Hermann v. Münster 1315 ein Reitersiege], auf der Rückseite mit dem Marschalls- banner versehen, führte. (Abgeb. und mit Erläuterungen ver- sehen in Wigands Archiv m. 2. H. S. 158.) « .12. Meldingen (Mellingen a. d. Ilm). 1180. Berengerus comes de Meldingen (Kreysig, Beitr. z. Hist. d. Sächs. Lande, I. 12). 1185. Berngerus comes de Meldingen (Grundig u. Klotsch verm. Schriften I. 61). 1191. Beringerus de Meldingen (Förstemann, Neue Mitth. VII. 4. H. S. 51). 1193. Beringerus de Meldingen cum fratre suo Ludovico (Gudenus c.,d. I. 326). 1194. Beringerus de Mel- dingen et frater suus Ludewicus . . . Gernodus de Meldin- gen.. (Avemann Burggr. von Kirchberg S. 195) o. J: Ger- nodus de Meldibgin (ibd. S. 196). 1219. Luodevicus senior de Meldingin (Regesten der v. Wangenheim S. 7). Wir neh- men hier schon eine Herabminderung des Standes Wahr. Der ♦Uebergahg iü die Ritterschaft zeigt sich in Folgendem : 1291. Henricus de Meldengen (Kreysig IL 10). 1311, Herr Beren- ger (durch diesen Vornamen als zu dieser Familie gehörig bezeichnet) v. Meldinghen. (Gercken c. d. IV. 452.) 18. Men 4 An. Die im Arnsbergischen gelogene Stadt dieses Namens war der Sitz eines gleichnamigen Edel-Geschlechtes , welches Digitized by Google 86 demnächst in die Ministerialität der Grafen von Arnsberg trat» Zeugnisse hierfür sind: 1139. Herimannus de Mendene et frater ejus Ludewicus, vor den Ministerialen. (Lacomblet, niederrh. Urkb. 1. 224.) 1145 Adelbertus de Mendene zwischen Edelen (ibd. 1. 143). Ohne weitere Bezeichnung des Standes t 1170: Everardus de Menethen. (Seibertz, Urkdb. d. Herzth* Westfalen I. 86.) 1175. Everhard de Meneden. (Wigand, Archiv VL 177.) 1187. Heinricus de Menedenh (Seibertz I; 129). 1187. Cuno de Mendana (Lacomblet I. 355). Demnächst jedoch ausdrücklich als Ministerialen bezeichnet: 1200< Her- xnannus de Meneden (Wigand VI. 193); 1200 Herman» nus de Menden ministerialis comitis Arnsbergensis (Sei* bertz 1, 155); 1202« Lodovicus de Mendeoe inter castellanus de Blankenberoh (Beyer, mittelrh. Urkdb. II. 238). 1218 Dudo miles de Mendene (Lacomblet II» 43). 14. Meredorp (in der Nähe das Steinbilder Heeres zu suchen). Die gleichnamige Familie bietet ein interessantes urkund- liches Beispiel von dem Uebertritte aus dem Stande der Freyen in den der Ministerialen. 1160 — 1170. über Thiedrich de Merethorpe (Wippermann, regesta Schaumburg p. 28). 1171 Giselerus de Meredorpe zwischen Edlen (ibd. p. 33)» 1173. Die Urkunde, laut deren der Uebertritt in die Pader- born’sche Ministerialität des Klosters Marienmünster geschah, spricht sich also aus: vir quidam über Hameco nomine, de. villa que Meredorph dicitur, cum uxore libera nomine Fride- burch et tribus. filiis Bothero, ßeinhardo et Bruningo se tra- didit ecclesiae que monasterium sancte Marie dicitur juxta castrum Swalenberg jure ministerialium Padelburnensium» (Grupen orig. Pyrmont p# 34.) Aus späterer Zeit : 1215 Eke- hardus de Merethorpe (Hodenberg, Calenberger Urkb. V, 15 u. Hodenberger Urkb. p. 33). 15. Merheim (bei Deutz). Soweit dies Geschlecht durch eine grosse Zahl von Ur- kunden vom 11. Jahrhundert an bis in die ersten Decaden Digitized by Google 87 d es 13. Jahrhunderts verfolgt werden kann, gehörte es dem Stande der Edlen an. Von ihnen zweigte sich ein dynastischer Stamm ab, der auf der Löwenburg im Siebengebirge sasa und danach sich nannte; von diesen aber trat wieder unter dem ursprünglichen Namen v. Merheim ein Zweig in die Ritterschaft über, der sich bis in das 15. Jahrhundert erstreckte. 16. M e t e 1 e n (Stadt und Stift im Münster’sohen). 1154 Arnoldus de Metelen et filius ejus Amelungus, vor den Ministerialen. (Erhard, regesta Westfal. 11. 75.) 1155. Wicboldus de Metelen (ibd. II. 85), 1175. über Wigboldus de Metel advocatus in Metel. (Niesert, Münst. Urkdb. I. 359.) 1177. Bernhardus de Meteln zwischen anderen Edlen (ibd. 1. 270). 1180 über Elvericus de Methelen (Niesert, Münst. Urkds. IV. 137). 1184. Bernhardus de 'Metelen vor den Mi- nisterialen. (Mösers Osnabr. Gesch. II. Urk, S. 99.) 1187. über Bernardüs de Metele (ibd. II. Urk. S. 112). 1197 Ber- nardus de Metelen viam Ludolfi de Stenvorde advocati in Asbike; aber in derselben Urkunde als Zeuge: Elvericus de Metelen als ministerialis, der 1180 noch über genannt wurde" (Nieser*, Münst. Urkds. IV. 170). 1200 ministeriales Theo- -dericus de Metelere et Arnoldus frater ejus (ibd. 1L 309). 17. M e 1 1 i n g e n (in d. Grafsch. Tecklenburg). Im Jahre 1196 erscheint noch Herimannus de Mettinge vor den Ministerialen (Wilkens, Edle von Steinfurt S. 35» Erhard, regesta Westf. II. 244), dagegen bis Ende des 13. Jahrh. alle übrigen Mitglieder des Geschlechtes als Ministe- rialen. 18. Heyesdorf (im Magdeburgischen). Dieses in seiner Stammgegead bereits 1667 erloschene ritterliche Geschlecht gehört zu den wenigen, die aus dem Stande der Freien unmittelbar und nioht erst durch die Mini- sterialit&t in die Ritterschaft übergetreten sind. Sie waren Digitized by t^ooQle 38 noch hn 14. Jahrhundert Vasallen sogar Ton Dienstleuten. Denn der Olossator des Sachsenspiegels, Johann v. Buch, sagt von ihnen : „die van Meindorpe sind schepenbar vryen nnd sint doch der van Piote man, dat sint Dinstlude* (vergl. Le- debur, Gesch. d. Geschlechts v. Meyendorf i. d. Märkischen Forschungen IV. 258 — 278 ). Bisher fehlte es an directen urkundlichen Zeugnissen, dass die v. Meyendorf nicht bloss Freie, sondern wirklich, Edle gewesen waren, ln jüngster Zeit erhalten wir erst eine Urkunde von 1185, in der es heisst: nobilis Arnoldus de Meyinthorp (Zeitschrift d. Harz-Vereins I. 278). Indessen hätte der Unstand, dass 1217 Arnoldus de Meiudorp mitten zwischen anderen Edlen aufgefübrt steht (Ludwig, reliq. mspt XI. 569), sowie dass Fridericus de Meiendorp 1212 (ibd. V. 31) Domherr zu Magdeburg war, was, ohne ein Edler zu sein, nicht zulässig gewesen wäre, genügen müssen, ihn für einen Edlen zu halten. 19. Minzenberg (i. d. Wetterau). Da dieses Geschlecht stets dem hohen Adel angehört hat, würde es hier ganz haben Wegfällen müssen, träte hier nicht der Umstand hinzu, dass der Rcichskämmerer - Würde desselben die Bezeichnung der höheren Ministerialität in sonst nicht üblicher Weise heigefügt wurde; denn es heisst 1174: dominus Cuno de Minzeberch vir nobilis ministerialis im- perii. (Gudenus c. d. I. 263. 264.) Es ist dies derselbe Cuno I., dem in einer Urkunde, die zwischen die Jahre 1191 : — 1196 fallt, das böse Zeugaiss gegeben wird: Cuno de Minzenberg, vir crudelitate famosus. fHerquet, Urkdb. d. St. Mühlhausen S. 12.) 20. Molsberg (bei Limburg a. d. Lahn). Ein unzweifelhaft in älterer Zeit dem dynastischen Stande angehöriges Geschlecht, welches aber eben so gewiss nur der Bitterschaft, zugerechnet, zu Anfang des 18. Jahrhunderts er- losch. Merkwürdig ist; dass schon im frühen Mittelalter die Bezeichnungen des Standes zwischen nobilis und ministerialta schwanken, welches seinen Grund in ihrer Beichsministerialität Digitized by t^ooQle 89 in haben scheint. Hierfür einige Beweise : 1125. fidelis noster (imparatons Henriei) Anshelmus de Molesberch et filius ejus Henricus — beneficium quod Anshelmus avus eornm acquisi- vit (Kremer, orig. Nassov. p. 157), Dieser avus wird 1096 zwischen lauter Edlen Anshelmus de Mollesberg genannt (Lacomblet, niederrfa. Urkb. I. 164). Heiflrfcos de Mollesperch wird 1128 vor den Ministerialen (Beyer, mittelrh. Urkb. I. 519), 1143 und 1152 dagegen ausdrücklich selbst ministerialis genannt (Günther c. Rben.-Mosell. I. 332« Gudenus c. d; I. 145). 1174 steht Heinrich de Molesberg (Lacomblet X 314) wieder mitten zwischen Edlen; Florentius de Molesberg 1206 ministerialis genannt, dagegen 1209 zwischen Edlen. (Beyer II. 263. 289.). 21. Morungen (bei Göttingen). Dieses vom 13. bis 18. Jahrhundert im Grubenhagenschen und Mansfeldschen (zu Sangerhausen) angesessene ritter- liche Geschlecht hebt an 1144 mit über Dudo de Morungen. (Falke trad. Corbei. p. 138.) 22. Hftlenheim (Mülheim a. Rhein). In ältester Zeit dem Stande der Freien angehörig: 1093 Conradus de Mulenheym et fratres ejus Weldgerus et Lam- bertus. (Kremer akd. Beitr. II. 209. Lacomblet, riiederrh. Urkb. I. 160.) 1141 Erpo de Mulenheim vor den Ministeria- len (Kindlinger, Münst. Beitr. II. 161). Später nur Ministeria- len: 1166 ministeriales Richizo de Mulenheim et fratres ejus Herimannus etAntonins (Lacomblet I. 291). 1183 Richere de Mulnheim ministerialis S. Petri Colon, (ibd. I. 346). 1188. ministerialis Richzo de Mulenheim. (Kindlinger Volmest. Gesch. £L 49.). 1189. Richzo de Molenheim ministerialis (Kre- mer II. 216.). 23. M u n r e (Gross-Monra i. Kr. Eckartsberga). Als Edle: 1157 Werinherus de Munro. (Wolff polit. Gesch. d. Eichsfeldes). 1172 nobilis Wernberus de Munre. (Scböttgen u. Kreysig dipl. II. 434). Im 14ten Jahrhundert Digitized by L^ooQle 90 zur Ritterschaft gehörig. 1830 dominus Henricus dictus de Munre miles (Kreysig zur Hist. d. Sächs. Laude Hl. 410.). 1364 Craft v. Munre (ibid. L 330.). . Wir können aber nachträglich noch hinzufügen: 24. Minnigerode (bei Duderstadt). 1203. Heydenricus de Minnigerod (Spilcker Gr. ▼. Ever- stein p. 32) zwar ohne Standes-Bezeichnung; noch 1298 aus- drücklich nobilis yir genannt: Hartmannus de Minningerode (Scheidt mant. doc. 299.). Unter den hier aufgeführten Familien gehören No. 2, 3* 5, 8, 11 u. 24 zu den noch blühenden. Digitized by L^ooQle Zur Urgeschichte des Doppeladlers, Ein kleiner Beitrag L. CLERICUS. Digitized by L^ooQle Digitized by t^ooQle Seit einer Reihe von Jahren damit beschäftigt, die Münzen und Medaillen der grossartigen Sammlung des Herrn Jules Fonrobert in Berlin auf Holz zu zeichnen, welche derselbe demnächst in einem, die gesammte aussereuropäische Numis- matik umfassenden, Werke zu ediren beabsichtigt, bin ich wiederholt bei orientalischen Geprägen auf die Figur des Doppeladlers gestossen und dadurch veranlasst worden, bei dieser, nicht so leicht, wenigstens nicht leicht so bequem sich wieder darbietenden, Gelegenheit den Urtypen der räthsel- haften Figur, welche schon so viele und bedeutendere Kenner beschäftigt hat, nachzuforschen und sie im Bilde zu fixiren. Selbstverständlich konnte ich der numismatischen Edition nicht vorgreifen und musste mich daher begnügen, in den nach- folgenden Illustrationen die Figuren der ältesten orientalischen Doppeladler allein, in ihrer natürlichen Grösse wiederzugeben, unter Fortlassung aller übrigen Einzelheiten des Gepräges. Unsere Leser wollen es entschuldigen, wenn ich dabei in das, eigentlich dem Inhalte der Vereinspublicationen fern bleiben sollende, Gebiet der Numismatik hinübergreife, hoffentlich entschädigt die sich ergebende interessante Thatsache, dass wirklich zwischen dem Wesen der altorientalischen Oma* mentik und einigen Formen der abendländischen Frühheraldik ein tieferer Zusammenhang besteht, als man oft annehmen zu können glaubt, sie für den Verdruss, mir auf dieser numis- matischen Exkursion haben folgen zu sollen. Ich lege dieser kleinen Auseinandersetzung des Freiherrn B. von Köhne in St. Petersburg Monographie „über den Doppeladler* , die des Belehrenden die Fülle und in tiber- Digitized by t^ooQle 94 sichtlicher Weise enthält, zu Grunde und erlaube mir, seinen Mittheilungen über die Darstellung des Doppeladlers im Oriente einige Ergänzungen hinzuzufügen. Unter den von ihm beschriebenen und theilweise auch abgebildeten, hierher gehörigen Münzen erwähnt er ziemlich zuletzt einer des „Atabeken von Sindshar Emad Eddin Sengi mit verwischter Jahreszahl* (Frähn S. 618). — Diese Kupfermünze, von geringerer Grösse, als die sonst in Betracht kommenden, wahrscheinlich eine halbe Drachme (Dirhem), ist aber gerade die aller älteste von allen, auf denen, so weit bisher bekannt, der Doppeladler erscheint, wie das ein mir vorliegendes deutlich ausgeprägtes und wohl erhaltenes Exemplar beweist. Sie ist nämlich geschlagen bereits im Jahre 582 der Hedshra (1186 p. Ohr.) und zwar in Sindshar selbst: Der Doppeladler hat eine streng heraldisch zu nennende Bildung, jedoch habe ioh keine Kronen, wie Freiherr von Köhne angiebt, auf seinen Köpfen erkennen können, sondern halte die eben so auf den Scheiteln, wie unter den Schnäbeln sichtbar werdenden Spitzen für Federn. Das Interessanteste bei diesem Doppeladler ist aber der Schild, mit dem die Brust des Adlers belegt ist. Dieser Schild hat genau die eiförmige, unten zugespitzte Gestalt, welche bei dieser Ver* theidigung8waffe in der Zeit des zwölften Jahrhunderts die allgemein übliche gewesen zu sein scheint und auf zahlreichen Siegeln ebenso süd-, wie nordeuropäischer Fürsten und Herren nachweisbar ist. Der nähere directe Münzherr dieser halben Drachme ist allerdings der „ Atabek-Zenkide von Sindshar, Jmad Eddin Zengi*, allein da er kein nomineller Souverain war, sondern ein nomineller Vasall, freilich einer jener, deren factische Macht sich ungefähr mit der der fränkischen Majores Domus vergleichen lässt, so war er verpflichtet, seinen geist- lichen Oberherrn, den Khalifen, nicht zu übergehen, sondern dessen Namen die Ehrenstelle auf den Münzen, auf dieser im Brustschilde des Adlers einzuräumen. Digitized by O^ooQle 95 In drei Reihen liest man daher auf dem Schilde den Namen des Khalifen, „El Imam, „En Na^r, „ Ahmed. “ Es lässt sich diese Anordnung sehr wohl dem, auch ge- setzlich vorgeschriebenen, Gebrauche in europäischen Staaten im Mittelalter, speziell im deutschen Reiche bis auf die neuere Zeit herab, vergleichen, wonach die münzberechtigten Stände und Städte mindestens auf eine Seite ihrer Münzen entweder das Bild des Kaisers, oder den Reichsadler zu setzen hatten. Die vom Freiherrn von Kühne zuerst aufgeftthrten vier Drachmen (Dirhems) aus den Jahren 614, 615 (2.) und 617 der Hedshra, die ihm zufolge 1) dem „Seldschukiden Kaikaus, Sohn des Kaichosru“, 2) dem „Turkomannen von Diabekr, Al Malek as Salah Mahmud“, 3) dem „Ortokiden von Kaifa, Nasir-ed-din Mahmud“ .und 4) dem „Könige von Emed, Al-Malek as Saleh-Nasr-Eddin“ zuzuschreiben sind, gehören sämmtlich einem und dem- selben Herrscher an, nämlich dem „Ortoqiden von Kaifa, Na$r Eddin Mahmud.“ Der Irrthum ist eine Folge der auf allen diesen Münzen zu Tage tretenden Sitte, den Namen des — in jener kriegerischen Epoche häufig wech- selnden — Lehnsherrn neben dem des münzenden Vasallen gleichfalls auf dem Gepräge anzubringen, wodurch natürlich bei undeutlichen Exemplaren Missdeutungen erklärlich sind. , Der erste Kupfer-Dirhem aus dem Jahre 614 (1216/17 p. Chr.) geprägt in Amid, enthält nämlich ausser dem Namen des erwähnten Fürs- ten, der von 597 bis 618 (1201 — 1222 p. Chr.) regierte, den seines ersten Lehnsherrn, des Seldschuken „Izr Eddin Kai Kaus ben Kai Khosru“, der von 607 bis 616 (1210 — 1219 p. Chr.) die Herrschaft führte, vermuthlich aber vor seinem Tode dieselbe ein- büsste. (Vergl. Stanley E. Lane, part 3, 1873, Numismatic Digitized by v^ooQle Chronicle pag. 296, No. 31). Auf das phantastische Ge- bilde dieses Doppeladlers komme ich später zurück. Der zweite Dirhem von 615 (1217 p. Chr.) geprägt in „Hessn“, d. h. Festung, d. h. Eaifa: enthält neben dem Namen des erwähnten Orto- qiden den des zeitigen Lehnsherrn Melik El Adil Seif Eddin Abu ßekr Mohammed*, des Ayubiden-Sultans von Syrien und Egypten, der von 596 bis 615 regierte (1200 — 1218 p. Chr.). Der .Ortoqide Na$r Eddin Mahmud aber führte auch den 'Ehrennamen „Melek Es Saleh*, d. h der Gerechte (the righteous, wie ihn Stanley E. Lane Pool© ibidem pag. 297,* No. 36 übersetzt) und dieser Beinamen verführte den Freiherrn von Kühne, die Münze einem Turkomannen At Malek as Salah Mahmud zuzuschreiben. Auf das „pflanzen- artige Abzeichen auf der Brust des Adlers* komme ich gleich- falls späterhin zu sprechen. •Die dritte Münze von 615 (1217 p. Chr.) ist vom Frei- herrn von Kühne richtig dem Ortoqiden Von Kaifa, Na§r Eddin Mahmud zugeschrieben. Die vierte vom Jahre 617 (1220 p. Chr.), wie die erste in Amid geschlagen, lässt den Namen des Ayubiden-Sultans von Syrien und Egypten, „Melik El Kamil Na$r Eddin Mo- hammed* erkennen, der dem vorigen 615 folgte und bis 635 regierte (1218—1238 p. Chr.) Nu- mism^Chron. ibidem pag. 297, No. 36.) Auf diesen vier Münzen aber ist noch ein dritter Name zu lesen, der unter Umständen ganz geeignet wäre, die Ver- wirrung zu fördern, nämlich der jenes geistlichen Oberhaupts des Islam, des Khalifen, und zwar heisst dasselbe auf den drei ersten Dirhems: El Imam En Na$r, auf der vierten: Imam El Na$r Lidin Ulah. — Diesen dem Freiherrn von Kühne bekannten und auch in der angeführten englischen Quelle theils beschriebenen* Digitized by ^ ooQle 97 theils abgebildeten Münzen füge ich eine neue hinzu mit diesem Adlertypus: Dieser Dirhem ist von mir vollständig für den Münzkatalog von Otto Koch u. Go« in Berlin von diesem Jahre auf Holz gezeichnet worden« Das Numism. Chron« ibidem, pag. 300 führt ihn unter No. 43 und 44 zweimal auf, wozu der Stempelfehler der verkehrten Jahreszahl den Anlass gegeben zu haben scheint. Die Münze ist in Amid im Jahre 621 geprägt (es steht da auf einem Exemplar aber 162) und ist besonders merkwürdig deshalb, weil auf ihr die Namen dreier weltlicher Herren vereinigt sind. Geschlagen nämlich hat sie der Ortoqide „Rokn Eddin Maudud“, dessen unmittelbarer Lehnsherr war der Ayubide von Miafarekin, „Melik El Aschraf Musa“, der wiederum Va- sall des schon genannten Ayubiden-Sultans von Syrien und Egypten, Melik El Kamil Na$r Eddin Mohammed war. — Diese Auseinandersetzungen waren deshalb sehr wesent- lich, weil durch sie das Entstehungsgebiet der ersten orien- talischen Doppeladler ziemlich enge begrenzt worden ist. x Denn ausser dem in Sindshar geprägten, ältesten Dirhem von 582, der den Atabek-Zenkiden angehört, und einer bis- her noch nicht erwähnten, späten, kleinen Kupfermünze von Gülistan aus dem Jahre 766 (1364/65 p. Chr.), die Freiherr von Köhne unter No. 8 äbbildet, und der Dschudschiden-Dynastie zuscbreibt, gehören alle übrigen mit dem Gepräge des Doppeladlers ver- sehenen Münzen den Ortoqiden an, nicht, wie es aus der Köhne- schen Abhandlung den Anschein hatte, eben so vielen ver- schiedenen Fürstengeschlechtern ! So verworren jedem nicht genauer mit der orientalischen Staatengeschichte Vertrauten auch die Genealogieen dieser verschollenen Dynastieen er- scheinen, die Möglichkeit ist wenigstens nicht ausgeschlossen, dass späteren Forschern auf diesem Gebiete die etwaigen ver- wandtschaftlichen Beziehungen zwischen den Atabek-Zenkiden und Ortoqiden einerseits und den Ortoqiden und Dschud- 7 Digitized by t^ooQle 98 schiden andererseits klar werden und sie den Grund erkennen lernen, weshalb gerade diese Herrscherfamilien den Doppel- adler zu ihrem« den abendländischen heraldischen mindestens sehr ähnlichen, Symbole erwählten. Die Deutung der Doppeladlergebilde des Orients wird nicht dadurch erleichtert, dass sich zwischen die Adler von 582 und 615« die man sehr wohl als heraldische Figuren an- sprechen könnte, die phantastische Gestaltung auf der Münze von 614 einschiebt, die grotesker ist, als irgend eine andere Phantasiescböpfung der mittelalterlichen Ornamentik. Die beiden Menschenköpfe, welche an dem Doppeladler dieser Münze die Stelle der Flügel einnehmen, während die geflochtenen Kinnbartzöpfe, sicherlich nicht absichtslos, nach Art der Flügel- federn sich herunterstrecken, so dass man beim flüchtigen An- blick einer nicht mehr ganz deutlichen Münze die Kopf- bildungen selbst leicht ganz übersehen könnte, zeigen ver- schiedene Physiognomieen. Die des rechten Kopfs erinnert durch die schräge Augenstellung und die Mundbildung an asiatische, fast mongolische Typen, die des linken Kopfs zeigt einen ganz kaukasisch-europäischen Charakter, was auf der photographischen Bildtafel X der Numism. Chron. noch mehr hervortritt, als auf der hier gegebenen, im Schnitt nicht be- sonders ausgefallenen Abbildung. Man würde dieser Dar- stellung unbedingt einen tiefem symbolischen Sinn unterzu- legen befugt sein, wenn eine Münze des Vaters der Ortoqiden von Kaifa Na$r Eddin Mahmud, von dem der Dirhem von 614 herrührt, nämlich des Qothb Eddin Sokman, der von 581 — 597 (1185 — 1201 p. Chr.) regierte, gleiche physiognomische Verschiedenheit in den auf ihr dargestellten, nach rechts und links schauenden, halb in einander geschobenen Menschen- köpfen zeigte. (Numism. Chron. ibidem pl. X. Nr. 25). Allein das ist nicht der Fall. Beide Gesichter haben hier kaukasisches Gepräge und deshalb mag es mit der dort aufgestellten Be- hauptung seine Richtigkeit haben, dass die Münze nichts weiter sei, als eine Nachbildung einer von Augustus und Agrippa in Nismes (Nemausus) geschlagenen. Allein immer- hin ist es dennoch möglich, dass die orientalischen Miinz- Digitized by Google 99 Herren in einem solchen Bilde mehr sahen, als nur zwei Por- traitköpfe und dass der Sohn den deutungsfähigen Münztypus seines Vaters, ganz in orientalischem Sinne, zeitweise noch phantastischer ausbildete. Nach Deguignes „Geschichte der Hunnen und Türken etc.“ (deutsch vonDäbnert 1768) nahmen diese asiatischen Eroberer eine eigentümliche Stellung in den von ihnen unterworfenen Gebieten und zu den, von ihnen milde genug behandelten, Einwohnern ein. Sie er- hoben von letzteren nur Tribute , Hessen sie aber im unge- störten Besitz ihrer Städte, in denen wohl noch viele Ele- mente antiker Kultur sich erhalten haben mochten , und wohnten selbst nach alter Nomadensitte in Zelten auf freiem Felde. Erst die weiter vorschreitende Bewegung der Kreuz- züge nötbigte die muhamedanischen Machthaber zu anderen Lebens- und Kriegsgewohnheiten und drängte auch sie in die festen Städte und Burgen hinein. Da mag ihnen aller- dings das ganze Leben ein „doppeltes Antlitz“ gezeigt und sie angeregt haben, dieser ihrer Anschauung auch einen bild- lichen Ausdruck zu geben, der sich in ganz drastischer Weise in dem Doppeladler verkörperte und verewigte. — Doch das sind natürlich nur schüchterne Andeutungen zu Versuchen, auf welche Art man vielleicht dem Entstehungs- grunde jener seltsamen Figur des Doppeladlers näher treten könnte, die erst im Abendlande und späterhin zu hervor- ragender Bedeutung gelangt ist. — Wenn man die andern, oben abgebildeten Doppeladler näher in das Auge fasst , so fällt bei dem von 615. sofort wieder derselbe eiförmige, unten zugespitzte Schild auf der Brust des Adlers auf, welcher hei dem ältesten von 582 her- vorgehoben worden ist. Auf dem mir vorgelegenen Münz- exemplar vermochte ich ein bestimmtes Zeichen im Schilde nicht zu unterscheiden, nach dem oft erwähnten Numism. Chron. (pag. 297, Nro. 34) befindet sich aber im Schilde die folgende Figur: ^ Auch sie ist bemerkenswert!^ Man nennt sie Tamgha und sie bildet ein Mittelding zwischen einem blossen Symbolum, einer Hausmarke und einem Wap- pen in unserm Sinne. Auf den Ortoqiden-Münzen sieht man 7 * Digitized by G^OOQle 100 sie öfter«, entweder allein, oder zwischen zwei Rosetten. — Auch bei diesem Adler sind meines Erachtens die auf den Köpfen sichtbaren Spitzen keinesweges Andeutungen von Kronen, sondern sollen Federn vorstellen. — Dieser Adler sowohl, wie die beiden nächstabgebildeten von 617 und 621, sind im Allgemeinen nur äusserst wenig abweichend stylisirt von denjenigen ältesten Adlertypen, die uns aus europäischen Siegeln und Münzen geläufig sind. Gleich bei diesen und jenen ist beispielsweise die Binde, welche die Schwanzfedern oben zusammenzuhalten scheint. Bei dem Adler von 616 frappirt wegen ihrer Aehnlichkeit mit unsorn Adlertypen die Art und Weise, wie die Saxen der Flügel nach oben zu auf- gerollt sind, bei dem von 617 aus demselben Grunde der Ansatz der kurzen, derben Fänge. Die Binde, welche bei letzterem Adler den Doppelhals zusammenhält und auch bei dem von 621 wahrnehmbar erscheint, hat wohl keine beson- dere Bedeutung, am allerwenigsten die der charakteristischen Halskrause der Geier, weil, die Kopfform entschieden die den Adlern eigenthümliche ist. — Der zuletzt abgebildete kleine Adler von 766, — hoffentlich wird man von ihm nicht etwa wieder auf die subtilen Unterschiede zwischen Adlern „mit zwei Köpfen“ und andern „mit zwei Hälsen“ zurückgreifen! — interessirt hauptsächlich deswegen, weil er den IJrtypus zu den spezifisch russischen Doppeladlern hergegeben zu ha- ben scheint, wie diese wenigstens die längste Zeit über abge- bildet zu werden pflegten. Fasst man die Ergebnisse dieser orientalischen Münz- studien zusammen, so scheint sich mit ziemlicher Gewissheit zu ergeben, dass die Doppeladler der occidentalischen Heral- dik thatsächlich, sowohl ihrer äussern Form, wie ihrer innern, wahrscheinlich symbolischen Bedeutung nach, Nachbildungen jener Sinnbilder morgenländischer Dynasten waren, mit denen die Kreuzfahrer auf ihren Zügen in unmittelbarste Berührung kamen, Beherrschern von Reichen, deren vielgliedrige Lehns- verfassung den Anschauungen der abendländischen Eroberer sicherlich weit näher stand, als man sich bei dem Rückblick auf jenen gewaltigen Anprall der Kriegsheere zweier Welt- Digitized by Google 101 theile an einander im Allgemeinen anzunehmen gewöhnt hat. Ausgeschlossen bleibt deswegen nicht die Möglichkeit, dass später, als das Bild eines doppelköpfigen Adlers bereits ein allgemein geläufiges geworden war, gewisse Doppeladler nicht auch auf andere Weise, durch die heraldische Prozedur der Ineinanderschiebung zweier einzelner Adler, entstanden sind. • So bestechend nun auch allerdings die Hypothese sein mag, dass die fürstlichen, die kaiserlichen Doppeladler des west- und des oströmischen Reichs ganz und gar auf der bilderreichen Anschauung des Orients basiren und ursprüng- lich und von Anfang an die nach Ost und West gerichteten Herrschafts- und Majestätsansprüche haben symbolisiren sol- len, so wenig erklärt diese Auffassung das gleichfalls sehr frühzeitig vorkommende Auftreten von Doppeladlern in den Wappen von Geschlechtern des niedern Adels. Wenn man auch bei den vom Fürsten von Hohenlohe nachgewiesenen Siegel- Wappenbildern mehrer deutschen Dynasten, wie der Grafen von Henneberg, Saarwerden, ferner der Reichsstadt Lübeck u. s. w. noch einen Zusammenhang mit dem spätem kaiserlichen Doppeladler ausklügeln könnte, für die Wappen norddeutscher Familien, wie der von Zitzewitz, von Ompteda, von Zabeltitz u. s. w. wäre ein solches Zurückgreifen auf orientalische Symbolik völlig bedeutungslos. Weder eine ge- reimte noch eine ungereimte Sage vermöchte diese Geschlech- ter in einen genealogischen Zusammenhang mit den Ortoqi- den von Kaifa zu bringen, ebensowenig ist aber bei ihnen auch an ein Zusammenschieben zweier, grossartigeren Besitz- stand, weitläufigere Rechtsansprüche repräsentirender Einzel- adler in so früher Zeit zu denken — hier ist noch ein weites Feld offen, der Forschung nach der Entstehung dieses interes* santen Wappenbildes. Digitized by t^ooQle Digitized by Google Regesten der Schützen von Lainelt von Rud. Frhr. von Reitzenstein. y Digitized by ?le Digitized by t^ooQle Unter den bereits abgestorbenen Familien in der Mark- grafechaft Brandenburg-Culmbach blühte finch jene der Schü- tzen, unter welchem Namen sie zuerst ohne Beinamen auftritt. Dann nennen sieh die Familienglieder nach ihren Sitzen und Lehen, Schützen von Nedmannsdorf, Cronacb, Trautenberg, Eschenbach, Lainek — bis sie end- lich den Namen Schütz ganz ablegen und sich nur von Lainek benennen. Ueber die Zeit der Namengebung hin- aus können wir mit Sicherheit das Geschlecht nicht verfolgen. Als Mannen der Herzoge von Meran fanden wir sie nicht in Urkunden, erst als solche der Grafen von Orlamünde und der Burggrafen von Nürnberg treten sie in die Geschichte ein* Sie führen ein der Länge nach getheiltes Wappenschild vorne silberne Wecken im rothen Feld, hinten einen nach rechts springenden goldenen Loewen im blauen Feld. Den Helm zieren Adlerflügel, auf denen sich die in der vordem Hälfte stehenden Wecken wiederholen. Wappen der Schütz von Lainek. Digitized by v^ooQle 106 1312, 18. März. Ego Albertus de Radeke profiteor, quod decimam villae in Islingen, quam heinricus diktus Scbezelin a me in feudo habuit ad preces praefati Henrici mei in Langheim approprio. Quia propio sigillo careo sigillis dominae meae Marga- retha Burggraviae de Nürnberg et domini Alberti fort- schoni8 de Thurnawe nec non friederici dikti de Seken- dorf litteres comuniae curavi. Datum in Bayreuth anno 1312 in die Sabbathi ante palmas. Praesentibus : domino Elegasto priore, Conrade subpriore , monachis in Halsprun x ) Hermano dikto de Heldritt, Alberto dikto de Wittenbach, monachis in Lang- heim, Friederikö militi dikto de Nankenretith , Henrico dikto de Büsbach, Henrico Sägittario milite dikto de Lewenek, Bertholdo forestario domini Burggravii. Walthero de Batenstein et Henrico dikto Werkmatiri civibus in Beyreuth, Henrico dikto Cosler, commoranti in Langheim. (Copialbuch des Klosters Langheim, Bam- berger Archiv.) 1318, 6. April. Ch. viccplebanus in Beyreut et frater suus Heinricus sagitarius de Leben eke diktus, monasterio in Speinshart pro damno quondam ipsi illatö molendinum in villa dikta Steina appropriant. Datum in Beyreut. c. Sig. (k. Reichs-Archiv in München.). 1322, 29. April. Wir Reymundt, Friederich, Eberhard von Kindsperg und Friederich, meines Bruders Heinrich Kinder, wir beken- nen, dass wir den halben Zehent zum Dörfleins und Obereyben dem Kloster Langheim durch unsere Seele Soligkeit geschenkt haben. Wir Reymundt und Eber* hard, Gebrüder von Kindsperg geloben, diese zwei halbe Zehenten zu gewähren Jahr und Tag als Landesrecht ist. i) Heilsbronn bei A.nsb*ch, Digitized by L^ooQle 107 Zeugen: Herr Friedrich von Weidenberg, Herr Hein- rich der Schütze von Lainek, Ulrich und Frie- derich von Nankenreuth; Friederioh der Grave, Heinrich der Stieber von Rössleinshof, Ulrich von Eyben. Die genannten Kindsperge haben diesen Brief versiegelt. Geben 1322, Donnerstag vor Walburgi. (Kopialbuch des Klosters Langbeim.) 1322, 22 Juli. Cunigunde von Mistelbach gibt dem Kloster Speinshart ihr Gut zu Pirkach in dem Weydich, darum man ihres Wirths Herrn Albrechts von Frankenwerk Seele jährlich gedenken soll. Zeugen ihre zwei Eidame: Heinrich der Schütze, Poppo der Grosse; Herr Wolfram von Mistelbach. (K. Reichs-Archiv in München.) 1329, 25. Juli. Ramung von Kindsperch und Altmann sein Bruder geben dem Kloster Speinshart in die Pytanz den halben Zehent zu Wellenbrunn. Zeugen: Herr Conrad Schütz, Pfarrer zu Kreufen, Hermann von Planckenvels , Ulrich von Trautenwerk, Conrad von Pulenreut. (Reg. bavariae edit. Freiberg & Lang VI. Theil. 295.) 1334, den 21. Januar. Geben am St. Agnetentag. Johannes Henlein, Heinrich Schütze von Loewen- eke, Heinemann von Hirssberg, Otto von Wallenrode, Mannen des Grafen Otto von Orlamunde als Zeugen die- ses Grafen, in einer Urkunde des Grafen Heinrich von Schwarzburg, worin Grf. Orlamünde ihm das Vorkaufs- recht über Rudolstadt und ebenso das Erbrecht auf Ru- dolstadt im Fall Aussterbens sichert. (Aus dem fürstl. Schwarzburg. Archiv zu Rudolstadt, bei H. u. H. Paul Jovii Chron. Swarzburg. 329.) 1361, 11. May. Hans und Arnolt von Hirsberg Brüder öffnen dem Burg- grafen Friederich von Nürnberg das Haus Grünstein, mit dem sie ihm warten und dienen wollen. Zeugen und Siegler: Herrman von Weydenberg Ritter, Cunrad Schütz von Leonek, Ihrenfried von Sekendorf, Digitized by Google 108 Eber hart und Cunrad von Hirsberg. (Pfr. Ellrodt’s Ge» frees pag. 172.) 1361. Samstag vor St. Michelstag. 25. Sept. Amicabilis Compositio inter dominam Burggrafiam Elisa- betham J ) et Friederikum 2 ) Burggrafium Noribergensem, ejus filium. Siegler: Bertold 8 ) Bischof zu Eichstedt und Johann Landgrav zu den Lütenberg 4 ). Zeugen Cunrad und Herrmann von Wevdenberg, Stephan von Sachsen- hausen, Engelhart von Dann, Conrad Schütz von Lainek Rath, Heintz von Kindsperg und Cunrad . Schreiber von Kulmen (Kulmbach). Falkenstein nord- gau. Alterthümer Band III. No. 175 8. 165. 1361. 16. Dezember. Das kaiserliche Hofgericbt (Wir Rudolf von Wert sazzen ze Gericht ze Nürnberg, an unseres Herrn statt, de* Römischen Kaiser Carl) gebietet: dem Burggrafen Fried- rich von Nürnberg, Gf. Ulrich und Johann Landgraf von Lütenberg, Herrn Busla von der Haid, Herrn Al- brecht Nothhaft und seinen Söhnen, Herrn Arnold Schüzen, Michel Wild und seinem Vetter Albrecht Mengersreuter , Vogt von Mittelberg und die Bürger zu Bamberg, Eger, Culmbach und Kronach den Ulrich Gai- nevet auf den von ihm erklagten Gütern zu schützen. (Mon. Zollerana III. 502). 1362. Nedmaresdorf-(Nemmersdorf), Reichsherrschaft kommt nach dem Abgang der Grafen Orlamünde an die Burggrafen von Nürnberg, die es Cunrad und Arnold Schüzin Lehen geben. (Aj?ch. Oesterreicher’s Denkwürdigkeiten Bamberg 1837). 1362. Montags in der Pfingstwochen. Lehen-Revers Conrads und Arnolden Schützen 0 Elsbeth, Burggrafen Johann II. 'Wittwe. 2 ) Burggraf Friedrich V. 3) Burggraf Friedrich IV. jüngster Sohn. *) Landgraf von Leuchtenberg. Digitized by L^ooQle 109 von Lainek über zwei Gutt zu Nedmersdorff vnd etliche Aker und Wiesen daselbst, so von Ulrich Greb- ner an die Herrschaft gefallen , welches alles Burggraf Friedrich Inen zu den güttern zu Nedmersdorff, so ir Vater vnd sie zuvor von den Grafen Orlamundt vnd Burggraffen Johannsen zu Burggut gehabt, dergestalt zu Erbburggut zu geben, das sie heringegen mit ihren Haus Nedmersdorff der Herrschaft zu Plassenburg undt deren so diesselbige Herrschaft inne haben, dienen und mit einem offenen Haus gewarten sollen. (Archivar Dr. Monnigers handschriftlicher Jndexim Plassenburger Archiv befindlicher Urkunden, legalisirte Handschrift im eigenen Besitz. Mon. Zollerana tomus III Reg. Bavariae IX. 64. edit. von Freiberg und Lang. Oostreicher Denkwürdigkeiten 6. Heft). 1364. 8. Juli. Hans von Aufsess verkauft seinen Theil der Veste Auf* sess an Burggraf Friedrich von Nürnberg. Zeugen: Cunrat Schütze vonLeonnek, Hofmeister, Poppo Grozze, Ulrich von Nankenreuth. (Auskunftsbuch des Landgrafthum Nürnberg. Mon. Zoll. III). 1368. Samstag vor Michaeli zu Sulzbach. Borso von Riesenburg, Hauptmann des Kaisers im Lande Baiern, und Cunrat Sch ütze, Hofmeister, entscheiden als Schiedsrichter die Streitsache wegen der Gerichte zu Nürnberg und Sparnek zwischen Conrad den Neuberger und Erhärt, Friedrich, und Babo von Sparnek. (Lunig Tom. L 6. Collecta nova). 1373. 22. Febr. Erhardt, Friederich und Pabo von Sparnek verpfänden dem Burggrafen Friederich von Nürnberg Oppenrode und Münchberg. Bürgen und Zeugen : Herr ConratSchütz von Lewenek, Hofmeister, Hans von Nankenreut, Chunrat und Heinrich von Kotzau, Hans von Sparnek zum Stein ihr Bruder, Hans Plassenberger von Harsdorf? Herr Wolfram Marschalk, Her Heinrich von Wirsberg, Digitized by t^ooQle 110 Euring von Wirsberg, Hans, Heinrich und Apel von Gutenberg. (Mon. Zoller&na). 1373, 1. Juni. Gegeben nächsten Mittwoch vor Pfingsten. Friederich v. G. G. Buregraf zu Nürenberg verspricht dem Edlen, seinem Heben getreuen Heinrich Vogt zu Weyda und allen dessen Erben und Nachkommen, Poczke von Schwanberg, Heinrich von Gera dem Jüngeren, Heinrich von Plauen und Heinrich Reussen von Renn- berg (Ronneburg) zu getreuer Hand 2000 Schock guter breiter Freiberger Groschen Kaufsumme für Hof . und setzt ihm zu Bürgen die Edlen seine lieben Oheime und lieben Getreuen : Günther Graf von Schwarzburg, dessen Schwarzburg ist, Otto Grafen von Orlamünde, Albrecht Nothhaft, Albrecht Foertsche, Conrad von Weidenberg, Hans von Hirschperg, Martin Foertsch, Arnolt Schütze, Hans von Feiltsche den Aelteren und Friedrich von Nankenreut, welche alle die Urkunde besiegeln. (Re- gesten der Grafen von Orlamünde von C. Ch. Freiherrn v. Reitzenstein, Bayreuth 1871. S. 189). 1374. 22. Febr. Burggraf Friedrich verpfändet dem Fritz Plassonbergcr zu Teybitz um 333 fl. und 4 Schilling halber das Amt schlechten Kulm. Bürgen: Heinrich Kindesperger, Kun- radusSchütz magister curiac, dominus Joannes plebanus in Kulmna, Arnoldus Schücze. (Burggräfliche Ge- meinbücher). 1374. 23. Juli. Burggraf Friederich accordirt mit seinem Wirthe Albert Fex in Bamberg wegen Zehrung und Auslagen. Bürgen: Heinrich von Kindsperg, CunradSchucze von Lew- nek, Hofmeister, Rittere, Arnold Schucz von Le- wen ek Knecht. (Burggräfliche Gemeinbücher). 1375. Sonntag vor Lichtmess. Der Burggräfin Elisabeth von Nürnberg letztwillige Ver- ordnung siegeln: Frau Anna Burggreuin von Nürnberg ebtissin ^u Himmelkron, vnsere liebe Schwester, vmd vnsrer lieben getre wen Heinrich der Kindsperger, amt- Digitized by Google 111 mann zu Pernek, Cunrad Schüze von Lainek vnser Hofmeister ritter, und Herrn Hans Pfarrer zu Culmnach. (Longolius sichere Nachrichten von Branden- burg Culmbach, Hof 1756, V. Theil S. 16). 1378. 21. Oktober. Burggraf Friedrich belehnt mit dem Theil der Veste Aufsess den von Hans von Aufsess kaufte, Hermann von Aufsess, Küster des Stiftes Bamberg, und dessen Bruder Ulrich von Aufsess. Zeugen und Schiedsleute der Eini- gung: Hans vom Vestenberg, Heinrich von Kindesperg, CunratSehücz von Lainek, Hofmeister, und Ehren- fried von Sekkendorf. (Reg. bav. X. 18). 1381 am Donnerstag in der Gemeintwochen. Niklas Pocke, gurdian' czum hoffe vnd der Conuent ge- mein des Ordens der parfuzzer bekennt, dass fraw fraw Margret von Aufsess, Herrn Cu nrad Sch uczen seligen des purkgrafen von nurmberg Hofmeister, etwonen eieichen wirtin verschiedene Messen, einen Kelch vnd ein messgewant gestiftet habe für ihr Seelen- heil, sowie für ihres Bruders Albrechts von Auf- sess, ihre Söhne heren Hein r i c h und Hans Schüczen Und ihrer Töchter Jungfrawen Annen vnd Agneten, die alle noch leben, ferner ihres wirtis seligen Herrn Chunrads des Schüczen vnd auch ihre sone heren Wilhelm und Arnoldes vnd dreier Heren Chun- raden vnd irre tochter Margarete der Neiper- gerin, frawen Katrein Koczawerin vmd Jung- frauen Elisabeth und Agneten, Heren Ulrich von Aufsess irs vaters und frawen Margarete ir mutter und Herr Friczschen ihr Bruder, und Frau Katrein von Schavnberg seien vnd herren Erenfrieds von Sekkendorf vmd seiüer eieichen frawen frawen Katrein sele. (Rektor P. D. Longolius sichere Nachrichten von Brandenburg- Kulmbach, Hof 1754. III Thl. S. 75). 1398, Die Schützen von Lainek haben zu Santreut vj gut. (Liber antiquus, Amt Beyreuth. k. Archiv Bamberg). Digitized by t^ooQle 112 1398. Landbiioh der Herrschaft Plasenberg Fol. XVI. Hans Schütz zu Löwenek gewartet mit seinen Sitz zu Harsdorff. Verzeichniss' der Vesten, Schlösser und Behausungen in dem gericht Plasenberg. 1401. 25. Dec. Soldquittung auf vier monatlichen Sold auf 6 Cleven für Hans Schücz von Lainek im Dienste Burggraf Johann von Nürnberg. (Mon. Zoller. VI. Band.) 1406. Belehnung der von Lainek mit dem Hause zu Nem- mersdotf und allen Gütern. (Ostreicher’s Denkwürdig- keiten No 6. pag. 80.) 1406 den 13. Juni. Burggraf Johann und Friedrich verkaufen die Vesten und Aemter Wirsberg und Bernek amtmannsweise und auf Wiederkauf — dem Johann Erzbischof von Riga und dessen Bruder Arnolt von Wallenrodt. Bürgen: Hans von Sparnek, Ulrich von Kindsperg, Friederich von Kinds- perg Ritter, Georg’ von Kindsperg, Mertein von Walden- fels, Friederich von Wirsberg Ritter, Hans von Streitberg, Hans Schücze von ned mersdorff, Herman von Hirsberg, Jan von Feilsche, Ooncz von Wiersberg, Er- härt von Koczawe. (Mon. Zoll. VI.) 1408. 31. Jan. Burggraf Friedrich von Nürnberg richtet zwischen seinem Bruder Johann und Conrad von Hartbeim über eine Schuldforderung des Schützen von Lainek seligen. (Mon. Zoll. YI). 1408. 7. März. Conrad von Hartheim, Ritter bekennt, dass ihm nach dem Schiedspruch des Burggrafen Friedrich 160 fl. bezahlt worden sind um solche Schuld und Schade, die Hans Schücze seliger genomen hat zu Ungarn bei Burggrafen Hansen zu Nürnberg, und sagt in seinen vnd seines Weibes Namens seinen Herrn den Burggrafen solcher Schuld ledig. (Mon. Zoll. VI). Digitized by C^ooQle 113 1411. 24. Juni. St. Johannitag. Burggraf Johann verkauft Güter zu Trebgast, Höflas etc. an Hans von Wallenrode. Bürgen : Martin Förtsche, Friedrich Blassen berger, Caspar Waldenfels, Heinrich und Arnold von Hirsperg, Hanz Schiicz der elter von Krön ach. (Mon. Zoll. VI. Burggräfliche Gemein- bticher). 1413. 6. Jan. Aktum Bayreuth. Burggraf Johann verpfändet beide Schlösser Culm und Neustadt an die Gebrüder Förster um 3000 fl. Bürgen : Cuncz von Aufsess, Friedrich von Wirsberg, Nikel von Kozaw , Hans Plassenberger, Hans scliücz zu Kro- na ch, Heinrich von Hirsberg, Heinrich von Koczaw zu Frankenberg. (Gemeinbuch Bgf. Johann III.) 1413. 10. Oktober. Hans Schütz zu Trautenberg bürgt für Burggraf Johann bei der Verpfändung des Epprechtstein an Kasper und Balthasar von Waldenfels. (Mon. Zoll. VII). 1416. 1. Mai. Geschehen zu, Bayerreuth an sant Walbur- gentag. Hans Schütz von Nedmersdorf hat empfangen das Haus Nedmersdorf zween Höfe und drey Seiden da- selbst, zwei Hof zu Ploss, zu Kadolsreut ein Hof vnd eine müle, zu der sandreut zwei hof, zwei felder, zu Hars- torff ein Hof, sieben seiden vnd daz visch wasser, den zehnten des sechsteil zu Heinrichsreut, zu der Halle bei Eberhardsreutein Hof mit seiner Zugehörung, zu Dresenfeld ein Hof und zwei seiden, sechs Hof, ein seidengut zu der Eschenau, ein zehnten zu Wolfsbach und einen halben Hof zu Utzdorf mit allen zugehör. Hans Schütze zu Nedmersdorff hat seinen vettern Hansen, und Hansen Schützen von Kronach zwee höfe, ein seiden zu sandreut verkauft für 200 fl. Rhl. vnd hat macht die wieder zu verkaufen von unser frauen tag Licht- messen nachvergangen über zwei jar. (Lehen buch Burg- graf Johann’s k. Reichs-Archiv in München). 8 Digitized by Google 114 1421 . Markgraf Friedrich belehnt die Brüder Hanna und Hans Schützen zu Lainek mit 7 Gütern zu Nedmers- dorf, mit der Veste Goldkronach, 2 Güter in Sickenreuth, 4 in Steinach, 3 in Lainek, 5 in Seitenhof, ein halben Hof in Utzdorf, einen in Windischcnhaug, und zu Kci- nach gen Wonsees, ausgenommen die Behausung. (Ost- reichers Denkwürdigkeiten). 1432, Mittwoch nach Egydi. Im Gerichtsbrief Hartung’s von Egglofstein, ritters und Haubtmanns auf den Gebirg erscheint als Fürsprech in der Streitsache der Gebrüder Hans und Cunradt die Re- ger gegen die Eptissin Elizabeth Zugenevterin zum Hofe Hanns Schuez von Cronach und Hans Scbuoz unter den zehn Urteilern. (Longolius sich, Nachrichten tom. VI. p. 208.) 1433, 12. Juni. Walram Zader, Hammermeister zu Weidenberg hat einen Rechtsstreit mit Erhärt Frank zu Hargenlohe um das Eisenzeichen „der Feuerhak“, wo beiden Theileu die Führung zuerkannt wurde; er verkauft, um Irrungen zu vermeiden, dieses Zeichen (Fabrikzeichen) an Albrecht Frank*), des Erhards’ Bruder. Siegler: Hanns Schütz zu Trautenberg, Peter Gross -zu Zeulenreut. (Anzei- ger des Germ. Museum zu Nürnberg 1866, No. 49.) *) Die Frank setzten diesen „Feuerhaken“ in ein weiss und blau schräg getheiltes Schild, und findet man dieses ihr Wappen in der Kirche St. Emeran zu Regensburg. Eine Analogie hiezu bietet das Wappen der nun abgegangenen Frhrn. von Sauerzapff. Die Familienangehörigen wa- ren auch ursprünglich Hammermeister und führten zwei Zapfen, wahr- scheinlich auch ehedem ihr Fabrikzeichen — in blauem Felde Verschö- nerer machten nur aus diesen Wellenzapfen in der Neuzeit abgebrochene Turnierlanzen, während ein mir vorliegender Originalsiegelstock noch die Zapfen zeigt. Digitized by Google 115 Wappen der Frank in St. Emeran in Regensburg. Wappen der Sauerzapff, nach Ulman Stromers gemaltem Wappenbuch Nürnberger Geschlechter 1407. Wappen der Sauerzapff, nach einem Original- siegelstempel. Wappen der Sauerzapff, nach einem Original- siegelstempel. 1433. Mittwoch nach St. Michelstag. In dem Gerichtsbrief des Eberhart Fortsch von Thurnau, zu den Zeiten Haubtman auf dem Gebirge, in der Sache der Brüder Reger sind als Urteiler unter andern auf- gefiihrt Hans Schütz von Kronach, und Hans Schütz von Trautenberg. 1434. Kommt Anna von Lainek vor. (Longolius. Sichere Nachrichten Theil VI. S. 227.) ca. 1440. Die Schützen von Trautenberg erscheinen als Vögte des Klosters Speinshart über die Hintersassen zu Nabdemenreuth. (Bavaria, Landes- und Volkskunde des . Königreichs Baiern. München 1860. Theil 2. S. 488.) 8 * Digitized by t^ooQle 116 1449. In Markgraf Albrechts von Brandenburg Krieg mit der Stadt Nürnberg sagt der Stadt ab: Heintz von Lay- neke zu Eschenbach, Heinz Schüz, Mathes und Wilhelm von Lewnek, Hans von Lainek zu Truttenberg. (Chronik der tränk. Städte. Band II. Seite 430. 435. Quellen bayr, Geschichte Band 8. Seite 155.) 1454. Heinz Schücz von Goldkronach angeklagt, Kauf- leute niedergeworfen zu haben. (Akta hist. Vereins in Bayreuth.) 1456, den 2. Juni. Am Montag nach Trinitatis. In dem Gebrechen zwischen den Kurfürsten und Herzogen von Sachsen einer - und den Markgrafen von Branden- burg anderseits wegen Wegelagerungen ihrer Unterthanen erklärt der wegen Schädigung zu Recht vorgenommene Heintz Schütz zu Esche nb ach 1 ), dass sein Vater und sein Vetter der von Orlamünde Bürgen worden und von Ihnen nicht ausgelöst seien, so dass ihr Schaden 16—1800 fl. betragen habe; auf ihre der Schützen Klage vor dem Landgericht zu Nürnberg hatten sich die von Orlamünde herbeigelassen, ihnen Lehsten und Grae- fenthal einzuantworten. Aus dieser Gewähre seien sie, die Schützen, mit Gewalt von den Kurfürsten von Sachsen getrieben und gestossen und Gräfenthal Ern Kurd von Pappenheimb, Lehsten aber Graf Ernst von Gleichen ein- gegeben. Vergeblich seien sie, dieSchützen, mit ihren Rechts-Ansprüchen vor das Landgericht zu Nürnberg, und selbst vor Kaiser Sigmundt getreten etc. Die fürstlichen Schicdsleute erklären: „dass die von Orlamünde wären gefürstete Grafen und i) Eschenbach, in der baierischen Oberpfalz, und heisst Windisch- Eschenbach (Slavicorum) zum Unterschied von der Stadt Eschenbaoh (Mo nachorum) desgl. in der Oberpfalz. Digitized by t^ooQle 117 Herrn von sich selber“, und das Obige sei bei Markgraf Wilbelm’s von Meissen Zeiten geschehen; auch % der Graf von Gleichen sei „Graf von selbst“ .und seine Güter liegen nicht in herzogl. sächs. Ländern etc. (C. Ch* Frhr. v. Reitzenstein, Regesten der Gf. Orlamunde Seite 232. Urk. No. 7073 in k. Staats-Archiv in Dresden). 1456. Sonntag post St. Margarethae. " Markgraf Johann von Brandenburg ertheilt Wilhelm Schütz von Lainek zu Goldkronach und andern Gewerken eine Befreiung über die Gold-, Silber- und andere Bergwerke unter Auflage des Zehnts. (Akten hist. Verein in Bayreuth). 1466. Freitags nach Cathrinae. Lehenrevers Wil hei m’s von Lainek, Schütz genannt, über das Schloss Trautenberg 1 )) wie er das von seinem Vetter Hans Schütz, auch seiner Hausfrauen Margarethe Schützin ererbt und käuflich an sich gebracht, so zuvor eigen gewesen und der Herrschaft zu lehen gemacht. Item über den Sitz zu Goldkronach, 2 Höfe in Steinach, 4 Seiden, den Markt zu Kronach; Item den Weinberg rechts und Seiden zum Hawg und Seitendorf, drei Seiden in der Reuth , 3 Seiden zu Nedmeresdorff, ein Hof zu Lainek, 1 Hof zu Utzdorff — so der Herrschaft von Hans Schützen heimgefallen und ihm aus Gnaden verliehen. Item Nedmaresdorff die Behausung, und wal er* alles allda hat. Die Höfe und Seiden zu Harstorff, zu Drossenfeld, zu der Eschenau und Lainek, ein Visch- wasser, die Steinach genannt, etliche Seiden in der Reuth bey Nedmersdorff, ein Hof zu Cadolzreut und die Mühle dabei, so sein väterlich Erb und er von Marggraf Albrecht empfangen. (Arch. D. Monninger’s Index). 1467. Dienstag nach Corporis Christi. Urtheiler und Beysitzer beim Hofgericht, Wilhelm 0 Trautenberg Hegt in der Oberpfalz, Landgericht Erbendorf, und war eines jener zehn Lehengüter, die von Brandenburg-Culmbach in der Oberpfalz zn Lehen gingen. Digitized by t^ooQle 118 Schütz auf Goldkronach und Nemmersd orf, Erscheint in den Jahren 1467 — 74. (Lainitz Gollektanea Handschrift im hist. Herein in Bayreuth). 1470. Freitag vor Kunigunde. Lehen-Revers des Heintz von Guttenberg des Eltern über das Dorf Eschenau bei Drossenfelt, so er empfangen und von Wilhelm Schütz zu Goldkronach gekauft hat. (D. Monningers handschft Index). 1478. Sambstag Vigilia Mathei Apostoli. Lehenrevers des Ludwig und Heintz von Lainek Schützen, genannt, für sich und ihre unmündigen Brüder Georg und Hansen, über das Schloss Trautenberg, das Dorf 4 Wetzeldorff, so et wan gen Eschenbach gehört, welches ihr Vater von HansvonLainek dem Eltern erkauft, und alles der Herrschaft zu Lehen gemacht. Item der Sitz zu Goldkronach und alle andern Güter, so in ihres Vaters Wilhelm Revers gemeldet, so sie alles empfangen. (Dr. Monninger wie oben). 1478. Dienstag nach Viti. Lehn-Revers I/udwigs von Lainek für sich und seine Brüder über eine Wiese zu Goldkronach an der roten Wiesen gelegen, so die Herrschaft an ihren Lehenge- richt erklagt und erstanden, und Ihnen aus Gnaden ver- liehen, so sie empfangen. (D. Monninger wie oben). 1481. Freitag nach St. Jacobstag. Markgraf Albrechts Tourniereinigung vom Jahr 1481 unterschreiben : L u.d w i g von Lainek, genannt Schütz, Heintz von Lainek, Schütz genannt, (v. Minutoli Mgf. Albrecht Achilles Seite 390,)^ 1485. Turnier zu Ansbach im Jahre 1485. Die hernach be- nannten haben den Thurner zu onohzbach da zw. mall besucht und gerittenn. Wer Margraff Fridrich auff die rechten seitten getailt worden ist, mit seinen genadn ein zw reittenn." Erscheint mit vielen fränkischen Herrn „ Heintz von Lainek." (Aus Raidenbüchers Turnierbuch^ Original ira k. Reichs- Archive in München : bei Gumppenj Digitized by L^ooQle 119 berg, Ludwig Frhr. von, die Gumppenberger auf Turnieren. Würzburg 1862. Manusc.) 1486. . Ludwig vonLainek, Schütz genannt zuTrau tenberg, verkauft seinen Hof zu Lainek, welchen die- lloder inne haben, an das Gotteshaus zu Bayerreuth. (Akta hist. Verein in Bayreuth). 1486. Turnier zu Bamberg. „ Turner zv Babennberg gehalten an Suntag Sannd erhartztag Anno dnj. a. 1. lXXXVjo.“ In der Gesellschaft des pern turnirt Heintz von Lainek. (Raidenbuchers Tournierbuch). 1487. Dienstag nach Anthony. Revers Heinz von Lainek zu Nedraanesdorff, dass ihm Marggraff Friedrich und Sigmund Gebrüder einen Hoff zu Dyemcnreuth, der Lehen gewesen ist, geeignet, dass er hingegen seine wysen zu Kadersreuth, die Kindes- reuiheim, an die sieben oder acht Tagwerk der Herr- schaft aufgegeben , also dass er und seine erben solche Wisen von denselben ewiglich zu rechten mannlehen nemen und empfangen sollen. (Dr. Monniger). 1491. Ludwig von Lainek, Urteiler im Hofgericht. (Lang Ritter von, Geschichte Band S. 81). 1498 in der Woche nach Exaudi. Ludwig von Lainek rechtlich angedingter Für- sprecher derer von Hirsperg gegen Nikel von Hirsperg. (Georg, vom Hofgericht § 125.) 1499, Sonntags am Tage Michaelis. Bewilligung Mgkgfn Albrechten, dass (Heinrich von Lainek seinen Eydam Reinhard Fuchs zu Burgbreit- bach 400 fl. zum Heirathgut auf 2 Höfen zu Lainek ver- wiesen möge. (Dr. Monniger). 1503. Hans von Lainek bittet, der Markgraf wolle sein gnädiger Fürst und Herr sein, ^nd seinos Weibes und Kinder gnädiger Landesfürst und Vorjnund, und bittet Digitized by L^ooQle 120 ihm bei ordentlichen Rechten zu schützen und zu heben. (Kretschmann und Hänlein Staats- Archiv I. Band S. 552, Spies Urkunden 153). 1606. Aufschreibebrief Ludwigs von Lainek über ein Sei- den in der Reuth ob Nedmersdorff und vier Güter da- selbst, ein Gut zu Kronach, ein Gut zu Steinach., ein Gut zu Lainek und einen Hof, ein Gütlein zu der Samt- reuth, zwei Theil an einem Hof zu Harsdorf und drei Seiden daselbst, zwei Seiden zum Seidenhof und den Weinberg im Dorf gelegen und den Theil am Weinberg zum Hayg etc. Welches Alles er seinen Töcbtcrmiinnern v Georg von Streitberg und Pankratz von Sekendorf für seiner Töchter Heiratbgut übergeben. (Dr. Monniger). 1506. Aufschreibebrief Hanns von Plassenberg über einen Hof zu Deipzk , den er Hannsen von Lainek, und ein Seiden zu Alten- und Neuendrossenfeld , die er Herrn Sigmund von Wirsberg Ritter verkauft. (Dr. Monniger wie oben). 1506. Donnerstag nach Exaudi. Lehen-Revers Hansen von Lainek zu Goldkronaeh über den Sitz zu Goldkronaeh und den Pau, und viel andere Gütern, ein Haus zu Culmbach am Bach ge- legen, so Burggut ist, welches alles zum Theil sein väter- lich Erbe, zum Theil erkauft und empfangen. (Dr. Monniger wie oben). 1507. 11. Februar. Brannte das Schloss zu Nemmersdorf ab; Heinz von Lainek und Ursula Erlbekin seine Gemahlin bitten den Markgrafen um eine Anleihe zum Wiederaufbau. (Ostreicher Denkwürdigkeiten Band IV. Seite 97). % 1507. Ludwig von Lainek, Amtmann am rauhen Culrn. (Dr. 1 Apel, Geschichte des rauhen Culm’s). 1607. Mittwoch nach Michaelis. Ludwig von Lainek zu Leysau überlässt das von Digitized by t^ooQle 121 seinem Schwiegersohn Georg von Streitberg (später bischöflich Bambergscher Vicedom in Kärnthen) um 38,348 fl. erkaufte Streitberg dem Marggrafen Friedrich, sammt Halsgericht, Stock und Galgen. (Ritter v. Lang, Geschichte des Fürstenthumes Bayreuth I. 136.) 1508. St. Gallentag. Philipp von Vestenberg, Gemahl’s Margaretha von Lainek verkauft P /2 Hofe zu Lainek um 400 fl. an den Mgfn. Friedrich. (Wie oben I. 137). 1508. * Ludwig von Eyb, Ritter, zum Hertenstein, Hans vom Reitzenstein Ritter, zum Schwarzenstein, Cunz Raben- steincr, Ambtmann, Michel von Wirsberg, Ambtmann zum Rauhen-Culm, Hans von Lainek zu Gold- krona ch, Hans Weiss der Elter zu Kulmbach, Hans Narr zum Hof, Claus Kanne zu Bayreuth, Hans Roesler der Alt zu Wunsiedel , alle Regenten im Oberland auf dem Gebirg. (Spiess Urkunden 54). 1510. Heintz von Lainek, Amtmanne zu Goldkronach hilft den braven Landschreiber auf dem Gebirg Prükner stürzen. (Lang I 147). 1512. ' Ludwig von Hutten, Sigmund von Thüngen und andere Ritter bitten Herrn Mgfn. Casimir in Sachen Ludwig’s von Lainek nachgelassene Wittib wider ihres Mannes Bruder, wegen abgenommener Güter, als Landesfürst und Lehensherr zu schützen. (Spiess Urkundenbuch 153). 1514. Dienstag nach Invocavit. Lehen-Revers Hans 1 von Lainek zu Goldkronach, Landrichters und Pflegers zu Waldek über den Sitz zu Trautenberg mit Ackerbau, Wissmat, item Wetzelsdorff, so Ludwig von Lainek auf Wiederlösung versetzt, 2 Theil am Hof zu Harsdorf, mit 2 Thl. an einer Wiese drei Seiden und etlichen Holzwachs daselbst, ein Hof drei Seiden in der Sametreutb, drei Seiden zu Seitenhof, ein Hof zu Cadolzreut, drei Seiden in der Reuth, die Digitized by C^ooQle 122 Schenkstett und ein Hof zu Nemmersdorff mit drei Seiden und was Ludwig von Lainek seelig für Güter zu Lainek verlassen etc M welches alles er empfangen. (Dr. Monniger, wie oben). 1517. Montags nach exaudi. Lehen-Revers Christofs von Lainek zu Trautenberg über das Schloss Trautenberg mit seiner specifizirten Zugehörung, den Aigelshof, den Hof zu Pleisdorff, den Wetzeldorfer Wald, sambt der Wiederlösung auf den Gütern daselbst, so ihm zunr Theil von seinen Vettern Heintzen, zum Theil von seinem Vatter Hans über- geben. Item über drei Höfe zu Wetzeisdorff, drei Güter zu Thiemenreuth, ein Seiden zum Pernstein, so ihm sein Vater Hans auch aufgereicht und er von Marggraf Casimir und Georg empfangen. (D. Moningers Index). 1518. Montag nach Augustin. Lehen-Revers Hannsen von Lainek zu Goldkronach über den Sitz Goldkronach und ander abgeschrieben Lehen, sambt seines verstorbenen Bruder Ludwigs Lehen zu Lainek, so er wiedrum von Markgrafen Casimir und Georg empfangen, (D. Monniger’s Index). 1518. Hans von Lainek, ein harter grausamer Mann wurde 1518 zum Wächter des alten auf der Plassenburg ge- fangenen Markgrafen Friedrich bestellt, dieser vermittelt, dass der Markgraf einen neuen schimpflichen Revers aus- stellen sollte, was indessen nicht geschah. Marggraf Casimir stirbt 1527 in Ofen, und nun kommt der alte Marggraf nach zwölfjähriger Gefangenschaft nach Ans- bach. (Geschichte des Marggrafthum Brandenburg-Culm- bach. Handschrift des hist* Vereins in Bayreuth). 1520. Hans von Lainek baut das abgebrannte Schloss in Nenjmersdorf wieder auf. (Ostreicher Denkwürdigk.). 1521 t Georg Erkinger von Lentersheim, Oberamtmann ?u Streit- berg, seine Gattin ist eine Lainek. (Sehifer Freiherr von Digitized by t^ooQle 123 Freiling Collektaneen. Band IV. Seite 1417. k. Hof- und Staatsbibliothek in München. Codex ger. mon. 888—894). 1523. Revers Hans* von Lainek, dass er die Herrschaft schadlos halten wolle der Güter halber zu Lainek so vom Vestenberg herrühren. (D. Monningers Index). 1523. Mittwoch nach Palmarum. Lehen- Revers Hannsen v o n L a i n e k, Hauptmanns auf dem Gebirge, über ein Seiden zu Nemersdorff, mit Aecker Wiesen etc,, welches alles Hansen und Paul Melden- dörffer Gebrüder gewesen und ihm aus genaden ge- liehen und empfangen. (Wie oben). 1523. Hans von Lainek entschuldigt sich wegen Leibes- schwachheit, dass er auf den ausgeschrieben Landtag zu Kulmbach nicht erscheinen könne. Ebenso 1530. (Spiess Urkunden 155). 1524. Montag nach Walpurgi. Christof von Lainek, Amtmann zu Goldkronach siegelt den Revers der Bestallung des Hüttenmeister Wolf Hüttinger. (k. Hof und Staatsbibliothek München C. g. m. 3903). 1529. Martini. Paul von Lainek auf dem Landtag zu Baiersdorf. (Spiess Urkundenbuch 145). 1530. Dienstag na<}h Jacobi. Lehen-Revers Lorentzen von Lainek zu Trauten- berg über den Sitz daselbst und dessen Zubehör, und andere dabei liegende Güter, auch seinen Theil an den Lehen zu Samtreuth, Buchsaw, Seittenhof, Lainek, dem Haus zu Culmbach etc. wie ihm die in der Erbtheilung mit seinem Bruder zugefallen. (Dr. Monpinger’s Index). ' 1530. Dienstag nach Jacobi. Lehen-Revers Paul’s von Lainek zu Goldkronach über den Sitz daselbst und seinen Theil an den abge- schriebenen seines Vetters Hansen von Lainek verr Digitized by t^ooQle 124 lassene Lehen, die ihm in der Erbtheilung mit seinen Brüdern zugefallen. (Dr. Monninger Index). 1530. Dienstag nach Divisionis Apostolarum. Lehen-Revers Christoph von Lainek, Amtmanns zu Goldkronach, über den Sitz zu Nemmersdorff mit den Zwingmauern und dem Vorhof sammpt dem Halbbau, Schäferei , und den vielen Gütern daselbst * auch zu Lainek, Seittenhof, Hersdorff, Samtreuth, da er überall seine. Theile hat, wie jene, die in der Erbtheilung mit seinen Brüdern angefallen. (Dr. Monninger Index). 1535. Lorenz von Lainek zu Trautenberg hat empfangen den Ingleshove J ) nach Absterben seines Vaters Hannsen von Lainek. Dieses Lehen empfängt für Hans Jochim Lorenz’s von Lainek ’s Sohn, sein Vormund Christoff von Lainek in Nemmersdorff. 1531. Landbuch der Herrschaft Plassenburg. Verzeichniss der adclicben Besitzungen in der Herrschaft, darunter: Loynek zu Goldkronach, zu Heinersreuth zu Feuln, zu Fölschnisch und zu Harsdorff. (k. Archiv Bamberg). 1532. Freitag nach Michaelis. Lehenrevers Pauls von Lainek, als Lehenträger Do- rothen seiner Mutter über etliche Höfe und gütter zu Nemmersdorff etc. (Dr. Monninger Index). 1534. Verzeichniss der Ritterschaft aufm Gebirg. Lehenleute und Landsassen : Chris toff und Loren z>on Lainek Gebrüder zu Nemmersdorff und Goldkronach. (Spiess Urkunden 113). 1540. Hans von Raitenbuch hatte zur Hausfrau Margaretha von Layneck, eine Fränkin. Dr. Wiguleus Hundt bayer. Stammenbuch II. Theil Seite 264). 1 ) Ingelshof, k. Landgerichts Erbendorf, war landgräfl. Leuohtenberg- sches Lehen. Digitized by t^ooQle 125 1541. 12. Dezember. Urteiler im Hofgericht, Christoff von Lainek, Amtmann zu Goldkronach. (Lang II. 251). 1542. Dienstag nach divisionis apostolorum. Lehenrevers Christofs von Lainek zu Nemmersdorff über den Sitz daselbst mit dem Pau, Schäferei und vielen Gütern etc. Item über Güter zu Lainek, zu Steinach zu Sandreut, Seitenhof Folschnitz etc. so er alles von Marggraf Albrecht empfangen. (Dr. Monninger’s Index) 1546. Lehen-Revers Christofs von Lainek als Lehenträger seines Vettern Hanss Joachim von Lainek, über den Sitz zu Goldkronach mit Vischwassern. Item über seinen Antheil an viel andern Gütern, und über den Sitz zu Trautenberg und ander dabey liegende Lehen, so ihm von seinem Vater Loren tz von Lainek angefallen. (Dr. Monninger’s Index). 1547. Sambstag nach Dionisii. Hans Gilg von Lainek erhielt von Johann Ernst Herzog von Sachsen, dem er für einen Knaben (Pagen) gedient, seinen Abschied. (Lairitz Collectanea in hist. Verein in Bayreuth). [Handschrift]. 1549. Freitag post Vincula Petri. Lehen-Revers Hannsen Wilhelm’s von Lainek für sich und seinen Bruder Hans Gilg über den Sitz zu Nemersdorf, Goldkronach und die Güter dazu gehörig, sammt allen andern Lehen, so ihm von ihrem Vater Christof anerstorben. Item über Trautenberg und andere Güter, so sie von ihren Veter Hans Joachim ererbt. (Dr. Monninger Index). 1524— -48. Christof von Lainek’s Gattin war Catherine von Giech, eine Schwester Heinzens von Giech; dazu gibt ihn der bekannte aber unzuverlässige Genealoge Pfr. Biedermann in 2. Ehe Sabine von Beulwitz. Seine Töch- ter waren Kater ine von Laineck, vermählt 1657 mit Georg von Schaumberg, Susanne, vermält 1578 mit Digitized by t^ooQle 126 Hans Dietrich von Schirnding, Rosine, 1563 mit Hans Caspar von Waldenfels, Agathe, mit üans Wolf von Kindsperg vermalt 1566. Elisabeth scheint ledig ge- blieben zu sein und hat anno 1593, nach einem Codex der Münchener Hofbibliothek No. 3903, an Wolf Adam von Wirssberg zu Lanzendorf in dessen Gant 250 fl. zu fordern. 1557. Ehe- Vertrag des Wolf von Schaumberg und der Ka- therine von Laineck. (Germanisches Museum An- zeiger 1861. No. 2043.) 1557. Hans Wilhelm und Hans Gilg von Laineck verkaufen mit samt dem Gut Trautenberg auch einen Hof und ein Seiden an Stephan von Heldritt. Der Vormund seiner Kinder verkauft aber dieselben an Georg von Ltischwitz zu Langendörflein. (ex aktis hist. Verein in Bayreuth.) 1581, 27. Juni. Vertrag zwischen der Herrschaft und Hans Wilhelm von Lainek wegen Austausch eines Ackers zu Foelsch- nitz, so man zum Lehmgraben auf der Ziegelhütte be- nöthigte. 1586, 9. Septbr. Vertrag zwischen Hans Gilg von Lainek zu Plan- kenfels und Wolf Achaz und Jakob von Aufsees wegen Wiesentausch. (Germ. Museum.) Plankensfels kam nach Absterben Ulrichs von Rusenbach an Gilg von Lai- neck ano 1573, dann an Gerhard Christof von Lusch- witz und 1656 an Wolf Friederich von Schlammersdorf. (Lairitz Collect.) 1595 kauft Cunigunde von Lainek, geb. von Rus- senbach das Haus, die alte Kanzlei in der Schmied- gasse in Bayreuth von dem v. Wirsberg’sehen Verwalter Ludwig Schwein. Bei Verlegung der Canzlei von Bay- reuth nach Kulmbach am 19. Jan. 1563, wurde dieses nun überflüssige Gebäude veräussert. C. von Laineck muss an den Rath jährlich 10 fl. Steuer zahlen, die Tür- kensteuer und 4 fl. Wachtgeld übernehmen, und in Kriegs- Digitized by t^ooQle 127 läuften eine ganze Rüstung stellen. Bierbrauen zu ihrem Bedürfnis ist gestattet, allein jeder bürgerlichen Handthier- ung musste sich enthalten, werden. (Akten des, hist. Vereins.) 1597, den 11. Mai ist die alte Wittib von Lainek (Ku- nigunde von Russenbach) in der alten Canzlei gestorben und nach Nemmersdorf gebracht worden. (Bayr. hist. Nachrichten 1769 VI. Stück S. 43.) 1601, am 10. Juli, stirbt Hans Wilhelm — der Bruder Hans Gilgs von Lainek, beide Söhne des um 1549 verlebten Christof von Lainek, — mit Hinterlassung eines Sohnes Christof Ernst, den er mit seiner Gat- tin, seit 1563, Elisabeth. Fuchs und Tochter des Sig- mund Fuchs zu Burgbreitenbach, erzeugt hatte. Sein Sohn Christof Ernst hätte, nach Biedermann, Barbara von Redwitz v. d. JJ. Theisenort zur Ehe gehabt , allein wie Professor Holle in seiner urkundlich. Geschichte der von Künsberg im 5. Band III. Heft des Archiv’s für Ober- franken angibt, war er mit Rosine, Tochter des Adam von Kindsperg und der Ursula von^ Schaumberg verhei- rathet. Seine Kinder starben alle in der Jugend, Cuni- gunde 1589, Sigmund 1595 und Magdalena 1596, Ursula vermählte sich mit Jobst Bernhard von Kinds- perg, Amtmann zu Neustadt a/Culm. Die Nachkommen- schaft Hans Gilgs zeigt die Stammtafel. 1618. Extrakt der Ritterschaft besonders derer von Lai- nek zu Nemmersdorf erfolgt Antwort sub 25. Juli 1618 an Se. fürstliche Gnaden, auf das unterm 17. Juli 1618 erfolgte Aufnehmungsschreiben Marggrafen Christian an die Ritterschaft, wie er aus ankommenden Zeitungen die herankommende Kriegsgefahr einher kommen sehe. „Ver- meinen wohl wie üblich Lehendienst zu thun, aber nicht in Person, nur dann wenn das liebe Vaterland, was Gott beschirmen wolle, in Gefahr sei, wollen sie persönlich erscheinen.“ (ex actis.) 1623, 22. Oktober, Recess des Georg Wolf und Dietrich von Lainek mitDa- Digitized by C^ooQle 128 nid von Aufsess wegen des Gemein Rechts zu Waden- dort (Germ. Museum.) 1623. Marggraf Christian belehnt Georg Wolf von Lainek mit dem Patronat über Kirche und Schule zu Nemmers- dorf. (Oestreicher Denkwürdigkeiten Band IV. S. 97.) 1629, 25. Nov. Georg Wolf von Lainek, pfälzischer Pfleger zu Waltershof, auf der Hochzeit seiner Schwester Sophia Anna mit Adam Notthaft von und zum Weifcsenstein in Friedenfels. (Schifers Collectanea. Bd. IV. S. 1090.) 1624. Dietrichs von Lainek auf Plankenfels Gemahlin Ursula Amalia Truchsees von Pommersfelden. (Codex germ. Monac. No. 1296.) 1628. Pfr. Dambach in Creussen Leich en-Predigt auf Die- trich von Lainek. (Fikentscher, Gelehrtes Fürsten- thum Bayreuth.) 1644. Auf den Todesfall des Wolf Georg von Lainek „ und seiner Gattin Maria Veronika führt Fikentscher im obigen Werk 10 Leichen- Predigten an, die / nach der Sitte jener Zeit thcils deutsch , theils lateinisch verfasst sind. 1644. Urban Jakob von Lainek, als öjähriger Knabe verwaist, wird von Marg. Ch. von Thermo, Schwester des Cantzlers von Feilitsch, seines Grossvaters, er zogen. Später macht er in Begleitung des Marg- grafen die bekannte grosse Tour, unumgänglich für nöthig erachtet in der Erziehung eines jungen Edel- mann’s jener Tage, ist einer der ersten, der den neu errichteten Orden du brasselet de la Con- corde erhielt und begleitet als Kammerjunker seinen Herrn, Markgraf Christian Ernst, 1662 zuip fürstlichen Beilager nach Dresden. Er lässt noch mit seiner Schwe- ster Marg. Barbara von Stein, als solche Stammmutter des nur fürstlichen Hauses Schoenburg — durch sie kommen die Rittergüter Schwarzenbach a/S. und Foerbau an diese Familie — aus Dankbarkeit seiner Erzieherin Marg. Cathar. von Thermo ein prachtvolles Epitaphium »in der Digitized by C^ooQle 129 Peterskirche zu Culmbach setzen und stirbt in noch junr gen Jahren bald darauf 24. Nov. 1670, wie aus in Druck erschienenen Leichenpredigten, und einer Abdankung, ver- fasst durch Christof Philipp von Waldenfels, zu ersehen ist. 1684 5. Juli stirbt Christian Erdmann, einziger Sohn Urban Jakob’s von Lainek in früher Jugend auf einer Reise in Paris, und mit ihm erlischt die Familie. Durch Vergleich vom 31. Oktober 1685 treten die Erben Nemmersdorf um 4000 fl. und Goldkronach um 8000 fl. an den Markgrafen ab. Die fürstliche Kammer verkauft Restcomplexe dieser Besitzungen an verschiedene Fami- lien, — so z. B. 1704 Nemmersdorf an Hans Adam von Tannen um 18000 fl. (Ex actis.) Digitized by C^ooQle 130 , Stanii yo n Ij Hans Gilg van Lainek , f 1593, heirathet jföi Maria, heirathet 1591 Hans Christof von Brandenstein. Christof Ernst, 1595 sen. fam. f 11. Okt. 1628 in Plankenfels, uxor: Rosine von Kindsperg. Hans Caspar t 1578 Paul Jakob f 10. Jan. 1609, liegt zu Nemmersdon ux. Sophia von Seckendof, Sophia Anna , geb. 1591, 10. Febr., hei- rathet am 20. Nov. 1629 zu Friedenfels den Christof Adam Notthaft zum Weis- senstein. Georg Wolf, geb. 1592,8. Febr., f 26. Juli 1644, heirathet 1636 Veronika Maria von Feilitsoh, f l.Febr. 1644, einzige Toch- ter des Cantzlers Urban Caspar v. Feilitsch, f 23. März 1644, und der Veronika von Mich- lingen, geb. 27. Aug. 1583. Ursula Do geb. 5. Dez. Jai 1594 16 : t 1595. Veronika Sophie, geb. 1637, f 1647. Urban Jakob, geb. 2. April 1639, f 24. Nov. 1670, heirathet 1662, 24. Aug., Christiane So- phie von Rabenstein, geb. 1644, f H- Juli 1685, Tochter des Cb. von Rabenstein auf Trautenberg, f zu Goldkronach 1669, und der Sabina Barbara von der Galin, geb. in Waldeck 1611.* Margaretha Barbara, geb. 2. Juni 1640* heirathet 5 Lorenz von Stein, Amts- hauptmann in Wunsiedel Christian Erdmann, * geb. 21. Jan. 1666, f zu Paris, 5. Juli 1684 ultimus gentis. Digitized by Google 131 imtafel der jainek. 1556 Cunigunde von Büssenbach, f 12. Mai 1597. Barbara, uxor 1586 Anna v. Lainek nata Ursula Margareta des Fried. Thomas 1567 f 1. Dez. 1615 . getauft f 1603. Senft von Pilsach, [19. Sept. 1617] ? hei- 1572. Amtmanns inPegnitz, rathet 1586 Georg Er- Sohn des Pfalz Neu- kinger von Leutersheim bürg. Pfleger Chris- Nat. 1546 f 15. Okt. tof Senft zu Pilsach. 1615 in Obersteinbach. Dorothea, geb. 29. Dietrich, geb. 14. März 1593, Jan. 1597, heirathet f 29. Febr. 1628 [1625], ver- 1619 Georg Sigmund mählt 8. Dez. 1618 mit Ursula von Schirnaing Amalia Truchsess von Pom- auf Prambach. mersfelden, f 1627, Toohter des Philipp Hektor Truchsess von Pommersfelden und der Barbara yon Bedtwitz. Catharine Marie, geb. u. f 1641. Georg Christof, geb. 1620, f 1628 in Plankenfels. Digitized by Google Digitized by Google Die Familie von Redern (de Red er e). L Digitized by Google Digitized by Google Di© Familie von Redern (de Redere). L Digitized by L^ooQle Digitized by L^ooQle Die Familie von Redern (de Rede re). L Digitized by Google Digitized by L^ooQle Di© Familie von Redern (de R ed er e). i. Digitized by Google Digitized by Google 1155. Arnold, ein freier Mann, wahrscheinlich in Redere, jetzt Rieder im Anhaitinischen, 3 / 4 M. s. w. v. Quedlin- burg. 1179—1207. Albero. 1223. Arnold, Ministerial des Grafen von Ascanien. 1218. Arnold in der Altmark. 1243 — 59. Albertus, in Diensten d. Markgrafen von Branden- burg; von da ab eine Linie , d. Familie in der Altmark, von der 1272 — 1319. Conradus bekannt, der wahrscheinlich 1280 die Burg Krumbke erhielt — Die Linie starb 1678 mit Friedrich Wilhelm v. Redern auf Wolterslage, Görlsdorf und Kerkow etc. aus. Im Anhaitinischen blühte eine Linie fort, die im An* fang des 17. Jahrhdts. erlosch, nachdem Joachim v. Redern seine Güter Zernitz etc., bei Zerbst, 1609 an den Fürsten Rudolf v. Anhalt verkauft. Neben der Altmärkischen Linie bildete sieh demnächst früh eine neue Linie in der Mark jenseit der Elbe, aus der 1282 — 1298. Hermann bekannt; wahrscheinlich ist sein Sohn 1305 — 1325. Redeco, Hofmarschall bei Mkgf. Waldemar, und dessen Sohn 1319—1355. Hermann, Hofmarschall b. Mkgf. Ludwig. In dieser Linie trennten sich im 14. Jhdt. 2 Häuser, von denen das Haus Beetz mit Adam v. Redern 1697 ausetarb, während das Haus Schwante (Wansdorf) nach blüht; aus diesem letzteren sind urkundlich erwiesen 1355. Otto und Busso. 1412. Otto, und wahrscheinlich gehört auch der 1437 ge- nannte Nickel (NicoUns, Daran schliesst sich dann der in der Stammtafel zuerst aufgefübrte Otto* v. 1460 — 14jB|0 bekannt. 9 * Digitized by t^ooQle ) StammUfef .»> 1 1 / .7 ^ .7 1 : .. 7 #er. ' . • | von * ' /. auf Schwante nnd Wansdorf etc. (incl. der Oestreichischen Ianie) , . r seitdem die Reihenfolge der Besitzer er wiesen, ; r- .! . .■.■!* , / i h voh 1450 — 1875. 1 , J ; v / ; ' v :i ‘ v ' I. ^etatiön.’ ‘ . Otto v. 1450 —80 Besitzer von - Scbwähte otidi Whnsdorf f (1462 schon GroösVatiety debi 1482 riitibt mehr)^ Verm. mit : N. N. V* iVedelL •: ; tu ü j«-. : • :;1 :: • >. . ■ ~JL, peiÄ,,,:,,il l ' Söhne vtm fiUo: ; '■ " I 1. Hw. t for 1462,|Ve^v ,, ,2,! Clous- t YPr.l4ß2, nrernq, . „ , .mit, Agnes ;> (1482 7 ,; , .wieder vor^äU) npit, Jpfg^chap^low auf Qujli(z) v il^ü.Eritz, genannt -schon 1462j i -*„jbcfehpt,'1489,' f.iYOB! 1493, noTicnu.' ndit. Annä i vOa Hredaw. .! . . . 1 « ; 1 ifj; (»1)0 .i77.". : -9g Ti'l-t -ln'; i. ■ ■ 1 ,ot)(» .71 I 1. Busse, (Sohn Y. IL 1-. Mkäs-Llekt I462j> -hoch 1483;i f vor l489i i: 0Sbh l483’*vflfÄ.«wrft> A'M I 2. Heinrich, Digitized by ^ ooQle 137 ,3. Claas, (Sohn v. Frito II. 3.) belohnt 1493 u. 1497, lebt noch 1514, f vor 1523, Term. Katharina von Schönebeck. 4. Achim, (Sohn v. Fritz II. 3.) belehnt 1493 n. 1497, f vor 1514. ^ — IV. öon^raliipn. 1. Hans, (Sohn v. Busse III. 1:) wird 1489 mit Fritz ^gleich- zeitig belehnt, sonst nicht weiter genannt. Söhne von Clans III. 3. : / 2. Friedrich auf Schwante und Wansdorf , belehnt 1523 u. 1536, f vor 1540, verm. mit Kathärinä f von ' Bdfedow, f 1576, den 11. October. - * ' ' ■'* 3. Erasmus auf Perg in Oestreich ob der Ens, geht 1513 nach Oestreich, f vör 15t2, verm! dort mit Magdalena Per- germ Aitf Perg, Herrin der Herischaft Perg. J 4. Georg, 1523 mit' seinen BHldern belehnt, lebt noch 1536 1 (war ganz cdntrakt, wohnte erst in Wansdorf, später in Schwante). ' Verheirathetc Fräuleins» ; i 1. Die Grossmutter mütterlicher Seite des um 1624 ver- storbenen Asmus ! von ; Bredo w auf Bredow und Sch wane- hepk yar Fr. von Trestow, geh. von Redern; sie kann eine Tochter Friedrichs (IV. 2.) gewosen sein, oder auch schon eine Schwester desselben: 2. Anna v. Redern, vermählt mit Joachim v. Hacke auf Kl.- Machnow, 2. 1 Urgrossmatter väterlicher Seite des Joachim ~ Leopold v. Bredow auf BrcdöW und* ßcbwanebedk, f 9. 12. 1679, kann eine Schwester Friedrichs gewesen sein. Sie ist auch Urgtossrmttter r^onl Sabine v. Hacke a. d. Machnow, verm. mit Detleff Burchard v. Winterfeld auf Kerberg u. Neuendörf/ Öomthui* z.. Werben, + 1666. Nach einer Ndtiz des Herrn G. R^-Diriekt. . v, , .Ledebur ist .Anna v. Redelrn, bereits , den 10: Juni 1:541 gestorben, . - ^ ist also wohl eine Schwester von Friedrich, kann aber Digitized by i^ooQle 138 auch eine Tochter v. Busse (III. Generation) sein. Joachim . y. Hacke, f 1550. V. Generation. Söhne von Friedrieh IV. 2. 1. Claus auf Schwante und Wansdorf; war 1540 in Spandau auf der Schule, f 1571 Sonntag vor Invocavit, verm (Ehestiftg. conf. 1567) mit Catharina v. Kalenberg. 2. Hans 1 3. Christoph, (starken vor 1571 in den Niederlanden, Oest- 4. Heinrich, l reich, Ungarn. 5. Caspar, ) Söhne von Erasmus IV, 3. 6. Hans auf Perg f 1575, verm. mit Dorothea von Stainach. 7. Georg, seit 1572 auf Schwante und Wansdorf, geb. 1550, f 12. 10. 1611 in Schwante, verm. a) 1572 mit Mechtild v. d. Groben a. d. G. Dabergotz, f 1591 in Schwante; b) 1593 mit Catharina von Priegnitz a. d. H. Fincken, + 1610 in Schwante. Verhei rathete Fräuleins: Töchter von Erasmus auf Perg. Schwestern von 6 und 7 : 1. Regina, f vor 1591, verm. 15. 6. 1559 mit Sebastian v. Oedt auf Getzendorf, f 18. 12. 1585. . 2. Rosina, verm. 1560 mit Eustach Höritzer auf Steinbach. 3. Katharina, verm. mit Christoph v. Artstetten zu Wartberg. VL Generation. Sohn von Hans V. 6. 1. Erasmus, kaiserl. Rath u. Landrath, 1628 Verordnetor des Ritterstandes auf Perg, f 15. 1. 1686, verm. 14. 2. 1599 mit Anna Marie von Tättenbacb, geb. 1578, fl614. Digitized by ^ ooQle 139 Söhne von Georg V. 7. 1. Ehe. 2. Hans, 1606 Comtur zu Werben. 1617 auf Wansdorf + 2. 12. 1620, verm. 11. 11. 1610 mit Katharina von Rammin a. d. H. Morin i. d. Neumark. 3. Clans. Erzieher und Hofmarschall des Churfürsten Georg Wilhelm. 1617 auf Schwante, 1626 auf Lungen, f 19. 5. 1633, verm. 16. 3. 1613 mit Judith von Oppen a. d. H. Schlalacb, + 1632. 4. Jürgen, + 1606 am Hofe zu Darmstadt. 5. Liborius, geh. 1590, f 19. 3. 1618. 2. Ehe. 6. Adam, seit 1629 auf Wansdorf, f vor 1835, verm. mit Margarethe v. d. Marwitz (als Wittere vermählt mit Oberst von Wallenrodt). 7. Philipp, f 1635. Verheirathete Fräuleins: Tochter von Hans V. 6. 1. Magdalena,' verm. mit Sebastian Hofmann, Freiherr zu Grien- bichol u. Strechau. Töchter von Georg V. 7. 1. Ehe. 2. Margaretha, f 13. 2. 1603, verm. 1600 mit Henrich von Esebeck auf Salze, Hzgl Braunschweig-Llincburg.kammer- herr, geh. 1560. 3. Katharina, verm. a) .1606 mit Dietrich von Loben auf Wustrau, + 12. 2. 1617: b) 24. 2. 1622 mit Kersten v. Fabian auf Gartow. 4. Barbara, verm. 4. 12.' 1610 mit Alexander v. d. Osten auf Scbildberg. 5. Elisabeth, f 18. 9. 1619, verm. 21. 2. 1619 mit Henning v. Fabian auf Gartow. Digitized by Google 140 • 2. Ehe. ' 6. Anna, verm. 6. 12. 1614 mit Hans Jürgen v. Kalenbergs auf R&ngehsdorf. ■' • 1 i. Marie, geb. 1595 (?) f 23. 10. 1648, verm. 13. 9. 1628 mit Joachim v. d. Marwitz auf Stennewitz, Oberst nnd Amtshauptmann zu Driesen, geb. 7. l2. 1603, f ll.’ 5'. 1662.' VH. Generation. . i > 1 ; il' ,V ; • . . , ' . ‘ 1 t. - Sftfcae von Erasmus VI. L 1. Hans Ortolph, f ohne De$cendcnz. % Christoph, f ohnQ Desceodenz. f j a, 3i EhrenreiCh Wolff Dietrich auf Perg, Freiherr u. Grat Kais. Rath und Landrath, 1640 Verordnter des Ritterstandes, Passauischer Rath, Lehnprobst und Pfleget der Herrschaft Ebelsperg, 1646 Freiherr, 4. 8. 1669 Graf, f 1696, verm. mit Genoveva Schad v. Mittel- Biberach. ) ■ ■ ’ r * < Sfthi« vor Claus VI. 3. 4. Johann Sigmund', geb. 1614 od. 15 , lebt noch 1633, f ’ bald darauf nach de^a Tode das Vaters (1633). 5. George Wilhelm auf Schwante und Langen, seit 1660 auf Wansdorf, geb. 6. 1618, f 7« 10.' 1665} verm. a) 29. 6. 1642 mit Dorothea Branä v. Lindau &. “.ct'fl. Wiesenbürg, f 8. 10. 1659; b) 16. 10. 1662 mit . Anna Elisabeth von Barstorff a. d. H. Radensieben (als : Wittwe verm. 1677 mit Otto Ludwig v.d.Grßben, fl687> -••••' Sohn ven AfUm Yl. 6. .i. > 6. George Philipp auf Wansdorf, Capt.-Lieutt. im Wal- lenrodt'scben Regiment, (1644 noch unmündig), f 7. 3. 1660. Digitized by Google 141 Yerhcirathcte Fräulein^: Tochter von Erasnms VI. 1 1. Sophie Elisabeth, -Terra, mit Adam Eusebius He*r von Hoyos. Töchter von Claus VL 3. 2. Anne Marie, gob. 1. 8. 1616, f 167&*.: verm. 1641 mit Georg v. d. Marwitz auf Dölzig, Kfstl. Brandb. Oberst, ... f 1678. ' O 3. Juliane Charlotte, geb. 6, 3. 1624, verm. 1644 mit Wolf Christoph v. Falkenberg auf Veblefaoz f (bis 1651), Obst.- Wachtmeietor. VIII. Generation. Söhne des Grafen Dietrich VII. 3. 1. Johann Ignatius, Graf zum Perg, Oberst des Palvischen Regiments. (1689 Oberst-Lieut. im Rgt. Hannover. Theatr. f Europ. XIII. S. 649 ), verm. mit Gräfin Maria Elisabeth von Zierötin. * . 2. Franz Antonius, Graf zum Perg, geb. 1658, + 13. 3. 1718, vorm, a) 18. 4. 1088 [?) Maria Theresia Freiin von Oedt, geb. 1674, f 16. 7. 1707. b) 1709 Eleonore Spindler v. Hofegg. c) (viell.) 1717 Eleonore Sophie v. Gabeikoven. ! Söhne von George Wilhelm VII. 3. 1. Ehe 3. Nicolaus Friedrich, geb. 1643, f 4. 2,4661. 4. George Otto auf Schwante, geb. 16. 1. 1648, f 17. 3. 1676 in Landin. 5. Bephtts Friedrich, geb. 12. 1. 1649, f 15.' 4: 1664* " : 6. Sigmund Wilhelm auf Schwante, seit 1697 Mitbesitzer auf Beetz, seit 1698 Mitbesitzer auf Langen, geb. (?) 1651, f 8. 7. 1714, verm. a) 6. 4. 1082 mit Elisabeth v. Düringshofen a. d. H. Nieder Landin, f 25. 4. 1700, b) 6. 12 1702 mit Catharina Victoria v. RaAdow a/d. Digitized by L^ooQle 142 H. Zabakuk, f 28. November 1710, c), 17. 11. 1711 mit Ehrengard Tugendreich v. Randow a. d. H. Zabakuk. (Schwester d. 2. Frau). 7. Johann Ulrich, Dänischer Capitain, geb. 4i H. 1853, f 6. 1. 1678 in Glückstadt 8. Erasmus Dietrich, geb. 13. 11. 1654, kehrt 1680 nicht aus dem Kriege zurück. 9. Conrad Melchior, geb. 5. 6. 1658, f 22. 7. 1650. 2, Ehe. 10. Clans Dietrich aufLangen, Major im Rgt. d. Gern*. Lt. v. Brand, geb. 18. 9. 1663. + 28. 7, 1608, verm. 21. 2. 1692 mit Maria Florentine v. Hacke a. d. H. Berge, f 1725 zu Ruppin, den 13. Dccbr. in Langen beigesetzt 11. George Wilhelm auf Wansdorf, seit. 1698 auf Lan- gen, Antheil Beetz seit 1697, geb. 21. 12. 1664, f 21. 3. 1711, verm. a) 1684 (?) mit Christine Maria von „ Hacke a. d, H. Rangonsdorf, b) 1688 mit Ijse Mar- . garethe v. Hacke a. d. H. Berge, geb. 21. 2. 1669, f 19. 2. 1739. 12. Hans Sigmund auf Loyden (seit 1695) u. Pi ! wen in Ostprcussen, geb. 30. 1. 1666, f 1738, verm. (vor 1695) mit Anna Elisabeth von Auer. Vermählte F rSu l®* n8 3er VIII. Generation: Tochter von Graf Dietrich VII. 3. 1. Maria Francisco, f 1698, verm. mit Johann Schmid von Ebrenfeld, Kaiserl. General-Feld-Wachtmeister. Töchter von Georg Wilhelm VII. 6. 1. Ehe. 2. Judith Lucretia, geb. 1644, verm. 25 S. p, Tri.nt ,1687 mit Hans Christoph Heinrich von Treskow auf ; gewes. Kgl. Dänischer Obst-Lieut. 3. Adelheid Marie, geb. 1645, verm. im October 1666 mit Wilhelm v. Düringshofen auf Landin. 4. Charlotte Hedwig, geb. 11. 10. 1652, f 6. 2.1700, verm. Digitized by t^ooQle 143 den 21. Novbr. 1677 mit Cuoo Heinrich von Hünicke auf Eichstedt. 5. Clarina Lucia, geb, 1. 3, 1657, + 170 (?) zu Zützen in d. Ucker Mk., verm. 20. 4. 1679 mit Hans Liborius von Bredow, Hauptmann, geb. 4. 9. 1645, f 1693, beerdigt d. 3. Mai z. Pinnow in d. Uckermark. IX. Generation. ► Söhne des Grafen Johann Ignatius VIII. 1. 1. Johann Bernhard, 1698 erwachsen; f ohne Descendenz. 2. Franz Cprl, 1698 erwachsen; f ohne Descendenz. 3. Joseph Antonius, Graf von Perg, geb. 1683 od. 84, f 16. 6. 1730, verm. a) Maria Antonie von Schuburz, f 1710, b) Franziska Josepba Partoteski von Partodei, f7. 6. 1727, c) Anna Maria Freiin v. Minkwitzburg. 4. und 5. 2 Sühne v. Franz Anton VIII. 2. starben jung vor 1698. Söhne von Sigmund Wilhelm VIII. 6. 6. Jürgen Wilhelm, geb. 30. 4. 1686, f 28. 5. 1698. 7. Hans Ludwig, Hauptmann, auf Görlsdorf seit 1720, geb. 1687 od. 88, + 13. 4. 1725 in Görlsdorf, verm. mit Margarethe von Randow. 8. Sigmund Friedrich, auf Wolterschlage, seit 1727 auf Görlsdorf, geb. Pfingsten 1690, f 1. 5. 1750, verm. a) mk Katharina Sophie v. Bande w, geb. 4. 12. 1694, f 23. 8i 1727 Wolterschlage; 21. 10, 1728 mit Charlotte Louise Justine de Legret. 9. Otto Philipp, geb. 1693, f vor d. Vater. 10. Erasmus Wilhelm, auf Schwante, Wolterschlage Königsmark, Görlsdorf etc. geb. 27. 12. 1695, + 8. 4. 1766, verm. 16. 11. 1716 mit Katharina Elisabeth y. Bredow a. d. H. Senzke, geb. 11. 4. 1696, + 18. 5. 1765. Digitized by t^ooQle 144 11. Georg Otto, geb. Charfreitag den 9. : April 1700, + 10. 2.1701. 12. Otto Rudolph auf Langen,- geb. 25'. 12. 1685, j* 5. ' 7. 1731, verm. 28. 9. 1713 mit Katharina Maria von ßredow a: d. H. Senzke. (Schwester der Frau v. No. 10), geb. 14. 11. 1687. 13. Clans Friedrich, auf Königsmark, liach dem Tode seines Bruders anf Langen', das .er 1737 an G. v. d. Hagen verkauft, geb. 31. 1. 1702, f 22. 7. 1737 in Die- dersdorf, verm. 13. 6. 1727 mit Judith Elisabeth v. Tres- ckow a. d. H. Bukow, f 20. 4. 1776. 14. Joachim Wilhelm auf Wansdorf, geh. 31. 7. 1706, t 13. 7. 1751, verm. a) 19. 8. 1727 mit felisabeth Tu- gendreich v. d. Hagen a. d. H. Stölln, 6; 12. 1731» b) 4. 2. 1733 mit Maria Sibylla v, Erxleben a. d. H. 7 Selbelang, geb. 26. 3. 1705 f 28. 3. 1775. Sohn von Hans Sigmnnd VIII. 12. 15. Wilhelm Ludwig, Major a. D. (diente 20 J. im Dg.-R. v. Katte) auf Loyden und Pilwen , geb. 1702, f 3. 9. 1781, (die Güter kommen an eine Familie von Below). ( Verheirathete Fräuleins. Tochter von Graf Ignatius VIII: 1. X. Francisca, verm. (nach 1698) mit Joseph Antonius Gf. v. Aham zu Neuhauss. ' Tochter von Glans Dietrich. Langen. VIII. 10. 2. Margarethe Elisabeth, geb. 1693— 97, f 1773 in Rathnow, verm. mit Friedrich Carl von Möllendorf, General-Lt. auf Hohen Göhren, f 1747 . . . * r * ‘ Töchter von Georg Wilhelm. Wansdorf VIII. 4L 3. Maria Louise, geb. , f 1746, verm. 25. 7. 1725 mit • Sigmund Ludwig v. d. Marwitz auf Heideno, f 17. 11. 1755. Digitized by Google 145 ,4. Margarethe Churlotte, geb. , -fr , yerrn. mit .Hans Joachim v. d. Marwitz auf Diedersdorf (Bruder des unter . 3 genannten), geb. 1688, f 1754. X. Generation- Söhne Von Gf. Joseph Antonius IX. 3. 1. Ehe. -1. Graf Bernhard Franz Anton, geb. 1710, f 1743 als Letzter des Geschlechts in Oesterreich. 7 ‘ 3. Ehe. 2, Maria Rudolf Joseph Johann Nepomuck Valentin , geb. 6. 6. 1729, f in: der Wiege. ' Sohn von Sigmund Friedrich 2 . Ehe IX. 8. 3. Wilhelm Bevnd Friedrich Christoph,: geh- 12. 3. 1748, + 14. 4. 1748. i :* • : ■ : . . Söhne vqn Erasmus Wilhelm. Schwante. IX- 10. . ' ‘ ‘ .i» ‘ - 4. Sigmund Ehrenreich auf Görlsdorf, Qbermarschalf etc., Staffelde, Königsbrück etc , 14. 1« 1757 in den Grafen- stand erhoben, 6., 9. 1719 getauft, f 1. 9. 1789, j verm. .1749 mit Maria Johanna d’Horguelin, geb« 18. 1^ 1727, ■ !• 1788.;- . ; ' . J5 e fimanuel Ludwig^ Friedrich, Kamn^erherr bei der Königin , Wittwe, 9. 9. 172^ getauft, f 14. 2, 1758. 6. Matthias Friedrich Wilhelm auf Schwante u. ‘Wolter- schlag dy g«b. 23. 8. 1725, f >22. ,9a 179A - ?. . Erasmus Friedrich •_ auf K t> n i g s m a$k n .»& j g« - .v Domherr au Hfdbcrstadt, Qomtur des Johapniter- .c-yj .Ordens* :g$l>. 22 t 4. 1728, f;28. .11,, $797..; ; Söhne von Clans Frledi'lch. Langen. fX. 13. ' 8. Carl-^ndtägf lgä>. 1i8j'&7f73aifc<8. jÄj 1S62». jLieutenant 4 . T Tbeiöct agt.dy^n. von .hio - 1 jS6hweinit».7 1 .Vf I ,„iuv ::>•/! . * j. .TG- Seohg, Adbrechtu ; gehgsll..®. 1784,nlob1? wh; 174)3 aber nicht mehr 1754. - >> . 7 : ;; ; - > Digitized by ^ ooQle 146 10. George Wilhelm Christof auf Barsikow, (das erkauft und verkauft), geb. 1. 12. 1731, + 20. 11. 1779, verm. (vor 1766) mit Antoniette Friederike von Lösch brand, + 30. 11. 1770 in Barsikow. 11. Ebrenreich Hans Jürgen, geb. 6. 11. 1733, f 6. 1. 1734. 12. Ebrenreich Sigmund Christoph auf Wansdorf, Beetz u. Lipde, Landrath des Glin Löwenberger Kreises, geb. 14. 10. 1735, f 27. 1. 1807, verm. a) 30. 6. 1758 mit Charlotte v. d. Hagen a. d. H. Stölln, geb. 23. 4. 1727 + 12. 11. 1761; b) 22. 4. 1762 mit Antoinette Baroness v. Hünecke a. d. H. Mötlitz, geb. 6. 1. 1743, f 14. 1. 1771. c) 1771 Ottilie v. d. Hagen a. d. H. Gnevikow, geb. 13. I. 1741, f 13. 4. 1777; d) 1. 8. 1777 Louise v. Weltzia . a. d. H. Finkenberg, geb. 11 1. 1749, + 30. 5. 1826. V erheiratheto Fräuleins. Töchter von Erasmus Wilhelm. Schwante. II. 10. 1. Marie Elisabeth, geb. 1718 (lebt noch 1766), verm. 6. 7. 1736 mit Ernst Ludwig v. d. GrÖben auf Löwenbruch, Damsdorf ünd Ludwigsdorf, geb. 1703, + 1773, Ge- heimer Finanzrath, Präsideut der Churmärkischen Kammer, Landrath d. Teltower Krss.. nahm 1763 d. Abschied. 2. Dorothea Wilhelmine, geb. 11. 9. 1723, + 10. 12. 1753, verm. 13. 2. 47 mit Johann Victor von Pbuel, Rittmstr. im Kür.-Rgt. Pz. v. Preussen, Erbherr auf Cremmen, Tochter von Otto BniOlpli. Langen. 11.12. 8. Christine Marie, geb. 14. 8. 1720, verth. 1740 [?] (der älteste Sohn geb. 19. 5. 1741) mit Matthias Reimar v. Kleist auf Zeblm (Hmterpommern), Hauptmann , geb. 1703 ZarOeckow. + vor 1757. Tochter von Joachim. Wansdorf. IX. 14. 2< Ehe. 4. Anna Catharina Sophie Elisaheth , geb. 29. 8. 1737, f- II. 4. 1804 (Pessin), verm. 13. 10. 1760 mit Albrecht, Reinhard Friedrich v. d. Hagen auf 'Stöilb, geb. 30. 8. 1727 + 10. 3. 1799 Digitized by L^ooQle 147 XI. Generation. Söhne von Graf Sigmnd Ehrenreich X. 4. 1. Graf Wilhelm Jacob auf Schwante, G örls d orf etc. Königl. Preu«s. Hofmarschall , geb. 2. 1. 1750, f 6. 9. 1816, verm. a) mit Frl. Albertine Magdalene Eleonore y. Zielen (geschieden 4, 10. 1787) ». d. H. Wutrtrau* b) 25. 8. 1794 mit Dorothea Wilbelmine Florine von Otterstedt, geb. 9. 10. 1772, f 12. 5. 1842. 2. Gf. Sigmund Ehrenreich, Kgl. Preuss. Gesandter in London, lebte später in Paris, Herr auf Königsbrück, (das er ver- kauft), in seinen letzten Lebensjahren in Weimar , geb. 1763, f 7. 4. 1841, verm. a) mit Gräfin Montpeaat, b) 18. 8, 1831 mit Alexandra Pauline Freiin von Pahlen, f 13. 10. 1846. % Söhne von Ehrenreich. Wansdorf. X. 12. 1. Ehe. 3. Erasmus Wilhelm Ludwig Friedrich, Lieutt. im Rgt Gendarmes, geb, 18. 10. 1761, f 16. 12. 1783 (an d. Pocken). 2. Ehe. 4. Joachim Wilhelm David Sigmund, Maj* a. D. auf Beetz und Linde, geb. 2. 5. 1765, + 7. 2; 1832, Verm. 14. 12. 1808 mit Charlotte Baroness zu Putlitz a. d. H. Wolfe- hagen, geb. 16. 8. 1785, f 25. 2. 1870. 5. Ehrenreich dar! Heinrich Ludwig, g6b. 12. 9. 1769, + 6. 4. 1770. • 6, Ehe, , . 6. August Wilhelm Christian Ludwig, geh. 1. 8. 1774, f 8. 4. 1777. 4. Ehe. 7. Georg Wilhelm Alexander Ernst, Hauptmann im 24. Inf.- Hgf., 'geb. Id. 1782, f 2. 3. 1820 in Königsberg i. Neumark , Verm. 19. 2. 18Ö9 mit "Wilhelmitie v. Löben, geb. 12. 10. 1769, f 5. 7. 1844. Digitized by Google - 148 8. Ehrenreich Wilhelm Albrecht Johann, Lieut. im Königs- Ilgt., geb. 24. 5.'1783, t' U. 4: 1805. 9. Carl Ludwig Wilhelm Gustav auf Wansdorf (seit 1813), Maj. 'a. D., geb.' 1. 9- 1784, f 24. 8.’ 1858, verm. a)27. j 10. 1816 Charlotte von Gurctaky, gelb- JÜ6.'.l. 1793, f 21. 8.7 1885, b) 19., 1. 1839 Elfriede v. Hugo, geb. 8. 7, 1806. V- . V 10. August Wilhelm Christoph Heinrich auf Wansdorf, j Lt; a; -D„ gob. 9., 6. 1787, f 1, 9.. 1813.: : , M , , , Vorheira,tbote .Fräuleins. Tftthter von Ebrenirtth. Wansdorf- II. 8. ' 1.’ Friederike Antoinette Christiane Elisabeth, gcb. 28. 5. 1764, ‘ j- 5. 8. 1885, vorm. 24. 11 1782 mit Gottlieb a " : Gahfe Edler Herr zu PütHtz, geb: 22. 1. 1741, + 29. 1. 1806 auf Wolfshagen. : 2. Gottliebe Caroline Juliane Charlotte, geb. 1766, f 11.2. 1800, verm. 17. 2. 1791 mit Carl v Guretzky-Cornitz, geb. 19. 5. 1743, f 16. 4. 1827, Maj. a. D. 3. Mariä Leopoldine Auguste ißliäabeth , l 1 geb. 14. 8; 1772, ■" -j- 3 i # io. 1860, verm. 12. 7. 1802 'mit Friedrich v. d. Hagen, geb. 10. 12. 1.767 ? f 14. 10. 1806 bei Jena, . ßtabs-Cpt. im .Rgt. Pz. 1 ' Ferdinand. , r 4. Jpbanne Charlotte "Louise Sopiiel. geb.' 25. T . ' i778, , ; |- 23. : -11, 1857, v crn? 21. 6. 1807 mit Hans v. Rfbbeck , geb. 22. 6. i774‘t 2,' 7.-1838' 'auf Seegefeld; Horst. * .5,
frankfurter - Student - Francfort, Allemagne

28/04/2020 - 418474

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